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Ratsstuben: Weltpremiere von „Geretsried - unsere Stadt“

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Premiere „Geretsried - unsere Stadt“ in den Ratsstuben
Rund 90 Besucher sahen am Freitagabend erstmals den 60-minütigen Film „Geretsried – unsere Stadt“. © Hans Lippert

Der Arbeitskreis Historisches Geretsried und der Fotoclub haben einen ganz besonderen Film gedreht. Er zeigt, wie sich Geretsried entwickelt hat.

Geretsried – Eine „Weltpremiere“, wie Bürgermeister Michael Müller ankündigte, bekamen rund 90 angemeldete Zuschauer am Freitagabend in den Ratsstuben zu sehen. Der Arbeitskreis Historisches Geretsried und der Fotoclub Geretsried haben im Auftrag der Stadt aus bestehendem Foto- und Filmmaterial des Stadtarchivs und aus privaten Leihgaben ein 60-minütiges Video mit dem Titel „Geretsried – unsere Stadt“ erstellt.

Eigentlich sollte es im Jubiläumsjahr 2020 – 70 Jahre Gemeindegründung und 50 Jahre Stadterhebung – gezeigt werden, doch Corona verhinderte eine öffentliche Aufführung. Die beiden Hauptverantwortlichen Gerhard Aumüller und Dr. Gerrit Waßmann haben die relativ kurze Geschichte der Stadt in Jahrzehnte gegliedert. Sie erinnern, teils in Schwarz-Weiß, teils in Farbe, an die wichtigsten politischen, wirtschaftlichen, kulturellen, gesellschaftlichen und sportlichen Ereignisse.

Zu den Höhepunkten zählte sicherlich 1972 der olympische Fackellauf durch Geretsried. Der damals 21-jährige Gerrit Waßmann durfte die Fackel am 25. August ein kurzes Stück von der Högl-Kreuzung bis zur Petruskirche tragen. Er habe dabei einen „permanenten kalten Schauer im Rücken gespürt“, erzählt er im Film. Nach den nur rund 500 Metern übergab er die Staffel an Diskuswerferin Brigitte Daub vom TuS Geretsried.

Der Sport spielt eine große Rolle in der Dokumentation – nicht umsonst ist Geretsried „die Sportstadt“ im Landkreis. Mit Ausschnitten von der Einweihung des Isarau-Stadions 1966 mit einem Fußballspiel des FC Bayern gegen den TuS, von einem großen bayerischen Radrennen 1969 durch die Straßen des Zentrums, von legendären Eishockey-Matches der River Rats bis hin zum berühmten Oberland-Firmenlauf wird daran erinnert. Selbst Bürgermeister Michael Müller ist in einer kurzen Sequenz als geschickter, etwa 15-Jähriger zu bewundern: im Kajak auf der Isar im Rahmen eines Realschul-Projekts.

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Die alten Bilder weckten natürlich die größte Begeisterung bei den 90 Zuschauern, allen voran jene von den Festzügen und Feiern mit den verschiedenen Landsmannschaften in ihren prächtigen Trachten. Gefeiert wurde reichlich in den vergangenen 70 Jahren: die Partnerschaft mit dem französischen Chamalières, initiiert von Bürgermeister Heinz Schneider, die Verleihung der Europafahne 1995, die Einweihung des erstmals neu gestalteten Karl-Lederer-Platzes 2007 unter Bürgermeisterin Cornelia Irmer, die Umgestaltung des Neuen Platzes 2015. Einblicke in die zahlreichen Firmen, die sich ab den 1960er Jahren in der Vertriebenenstadt niederließen, zeugen von der Vielfalt der Produkte, die hier hergestellt wurden und werden. So mancher ältere Besucher erinnerte sich sicher mit Wehmut an die Zeit, als das Ehepaar Bayer ihre original Karlsbader Oblaten noch an der Sudetenstraße backte und verkaufte, oder als es bei Kneisl leckere Schokolade direkt ab Werk gab.

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Der Film beginnt mit ganz aktuellen Fotos vom Karl-Lederer-Platz, einem einladend hergerichteten Rastplatz für Radfahrer an der „Zehnerhütte“, modernen Wohngebieten wie dem Kirschgarten in Stein und dem bunten Treiben am Brunnen am Neuen Platz. Er endet mit einem Ausblick, in dem das renovierte Eisstadion, das fast fertige interkommunale Hallenbad und die Großbaustelle für 770 Wohnungen an der Banater Straße, gefilmt von einer Drohne, zu sehen sind. Weil es „immer und immer wieder neue Details zu entdecken gibt“, empfahl Bürgermeister Müller den Zuschauern sowie allen anderen an der Geschichte Geretsrieds Interessierten den Kauf der DVD oder eines USB-Sticks für 20 Euro, erhältlich im Museum der Stadt und im städtischen Kulturamt. Tanja Lühr

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