+
Eine neue Planungsgruppe setzt sich im Geretsrieder Rathaus zusammen.

Die Ruhe vor dem Sturm

Obdachlosenhilfe: Stadt richtet Planungsgruppe ein

  • schließen

Geretsried – Weniger neue Flüchtlinge. Während andere Städte durchatmen können, ist man in Geretsried weiter angespannt. Nun rückt ein anderes Thema in den Vordergrund: Unterkünfte für Obdachlose.

Derzeit werden dem Landkreis keine neuen Asylbewerber zugewiesen. Für die Stadt Geretsried hat sich die Lage deswegen aber nicht entspannt, sagt Bürgermeister Michael Müller (CSU). Sie könne sich täglich ändern. „Ich warne vor der Ruhe vor dem Sturm.“

Während Geretsried bei der Suche nach weiteren geeigneten Plätzen für Asylunterkünfte durchschnaufen könne, rücke nun ein anderes Thema in den Vordergrund: die Unterbringung von Obdachlosen. „Damit beschäftigen wir uns derzeit sehr intensiv“, sagt Müller. Im Rathaus sei eine Planungsgruppe gebildet worden, die nun Grundstücke auf ihre Eignung prüfe. „Wir planen kleinere Einheiten für Obdachlose“, erklärt der Rathauschef.

Die Stadt müsse in diesem Bereich aus zweierlei Gründen nachrüsten: Anerkannten Asylbewerbe dürfen als so genannte Fehlbeleger nicht dauerhaft in den provisorischen Unterkünften leben. Finden sie auf dem freien Markt keine Wohnung, was meist der Fall ist, muss die Kommune im Rahmen der Obdachlosenhilfe für deren Unterbringung sorgen. Hinzukommt, dass diese Menschen zum Teil ein Recht auf Familiennachzug haben. Dementsprechend brauche man Kapazitäten, so Müller.

Zum Stichtag Anfang Mai lebten laut einer Aufstellung des Landratsamts 165 Asylbewerber in Geretsried, 69 davon in der Unterkunft am Robert-Schumann-Weg. Seit Anfang dieser Woche wird die neue Sammelunterkunft in der ehemaligen Lagerhalle der Firma Filigran an der Blumenstraße bezogen (wir berichteten). Hier finden bis zu 150 Personen in mehreren Container-Modulen Platz. Anfang Juli wird die Sammelunterkunft am Schulzentrum für bis zu 250 Menschen fertiggestellt. Ob überhaupt neue Flüchtlinge nach Geretsried kommen, um die Zimmer zu beziehen, ist offen. dor

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Gegen die Aggression an der Schule
Frank Schwesig, Rektor der Mittelschule, hat einen Jugendsozialarbeiter für die Grundschule beantragt. Der Ausschuss für Kultur, Jugend, Sport und Soziales befürwortete …
Gegen die Aggression an der Schule
Maximum an Sicht- und Schallschutz
Die Geothermie-Anlage in Attenhausen ist eines der beherrschenden Themen in Icking. Der Gemeinderat wollte die Belastung für die Bürger möglichst gering halten. Das …
Maximum an Sicht- und Schallschutz
Per Hubschrauber ins Krankenhaus
Bei einem Verkehrsunfall in Dietramszell wird der 16-jährige Fahrer eines Leichtkraftrads verletzt.
Per Hubschrauber ins Krankenhaus
Graffiti am Geräteschuppen
Das Verschmieren öffentlicher Gebäude ist eine Unart. Jetzt hat es einen Geräteschuppen des Wintersportvereins Isartal Icking erwischt. 
Graffiti am Geräteschuppen

Kommentare