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Online bestellen, vor Ort abholen: Sarah Ulbrich von der gleichnamigen Buchhandlung ist überrascht, wie gut dieses Modell von den Kunden angenommen wird. 

Den Großen im Internet die Stirn bieten

Online-Shops im stationären Einzelhandel

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Geretsried - Bücher, Kleidung, Elektronik: Online einkaufen boomt und erschwert dem stationären Handel das Geschäft. Wer mithalten will, muss im Internet präsent sein – und das am besten mit einem Online-Shop. Einige Geretsrieder Einzelhändler haben sich dieser Herausforderung gestellt.

Christian Ott gehört wohl zu den ersten in der Stadt, der sich einen Online-Shop zugelegt hat. Seit 1999 verkauft er in seinem Geschäft „Hockey Sports Ott“ an der Elbestraße Sportartikel für Eis-, Inline- und Streethockey. 2003 ging der Webshop an den Start. „Irgendwann haben wir ihn erweitert, und jetzt sind wir wieder an einem neuen dran“, kündigt der ehemalige Profi-Eishockeyspieler im Gespräch mit unserer Zeitung an. „Mitte März ist es soweit.“ Ott sagt, dass für ihn die Mischung Fachgeschäft und Internethandel sehr wichtig sei. „Nicht unbedingt für den Online-Verkauf, sondern als Aushängeschild.“ Viele seiner Kunden würden den Webshop zur Orientierung nutzen und sich dann am Telefon oder im Laden beraten lassen. „Manche kommen auch mit einem Ausdruck“, berichtet der 49-Jährige.

Zwischen 8000 und 10 000 Artikel hat Ott nach eigenen Angaben in seinem virtuellen Laden gelistet. Weil das Online-Geschäft inzwischen sehr umfangreich ist, hat der Geretsrieder seinen Sohn Christopher mit ins Boot geholt. Seit Anfang Februar kümmert sich der 23-Jährige um Internetpräsenz, Webshop und Social Media. Für Ott ist der virtuelle Laden vergleichbar mit dem stationären Geschäft. „Man muss aktuell sein und auch umdekorieren.“ Besonders für jemanden, der ein kleines Fachgeschäft betreibt, sei das Internet „die Zukunft“. Ott: „Warten, bis die Tür aufgeht und ein Kunde kommt, das geht nicht.“

Relativ neu ist der Online-Shop von Betten Beer. Anfang Januar wagte das Fachgeschäft für Betten, Matratzen und Zubehör diesen Schritt. Das Grundkonzept stammt vom Dachverband Bettenring. Den Webshop sieht der Einzelhandelskaufmann als Ergänzung zum stationären Handel. Momentan kann Ruhland noch nicht viel zu seinem virtuellen Laden sagen. Was er hingegen schon bemerkt hat, sind die positiven Effekte durch die Internetpräsenz, „die wir schon länger haben“. Der 71-Jährige sagt: „Damit ziehen wir die Leute schon in unseren Laden.“ Ruhland ist gespannt, wie sich der Online-Shop entwickeln wird. „Damit sind wir gewappnet für die Zukunft.“

Neugierig ist auch Stefan Friedl, wie sich der neue Online-Shop, der im April an den Start gehen soll, entwickeln wird. Sein Elektrogeschäft gehört der Verbundgruppe Electronic Partner (EP) an. „Der Shop ist an ein zentrales Warenwirtschaftssystem geknüpft. Dadurch können wir marktgerechte Preise anbieten.“

Um konkurrenzfähig zu bleiben, verfügt auch die Buchhandlung Ulbrich am Karl-Lederer-Platz seit eineinhalb Jahren über einen Online-Shop. „Unser Großhändler bietet diese Shop-Funktion an“, berichtet Sarah Ulbrich. Damit das Geschäft im Internet optimal läuft, sei eine regelmäßige Datenpflege wichtig, so Ulbrichs Erfahrung. In den vergangenen Monaten seien Besucherzahlen wie Bestellungen stark gestiegen. „Das hätten wir so nicht erwartet“, sagt die 36-Jährige. Viele Kunden würden online bestellen und den Lesestoff direkt in der Buchhandlung abholen.

Rudi Utzinger setzt neben seinem Intersport-Geschäft an der Egerlandstraße ebenfalls auf den Internethandel – und das schon seit ein paar Jahren, wie der 57-Jährige berichtet. „Beides betreiben wir mit großem Aufwand.“ Auch hier stammt das Grundgerüst von Intersport. „Gepflegt wird der Shop zum großen Teil von uns selbst.“ Utzinger hat die Erfahrung gemacht, dass die Kunden das Netz nutzen, um sich vorab über die Produktpalette zu informieren. „Viele bestellen dann auch gleich und lassen sich ihren Wunschartikel zu uns liefern.“ Falls beispielsweise der bestellte Skischuh nicht passt, können die Fachverkäufer im Geschäft Alternativen anbieten.

Für Utzinger ist das Miteinander von stationärem Handel und Online-Geschäft ein echtes Erfolgsmodell. „Der Kunde bekommt seinen Wunschartikel, unterstützt den stationären Handel und muss nicht auf persönlichen Kontakt und Beratung verzichten.“

Doris Schmid

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