Paketzusteller zu zehn Monaten Haft verurteilt

Nebenverdienst mit gestohlenen Handys

Mit dem Diebstahl und Verkauf von hochwertigen Handys soll sich ein Paketzusteller einen lukrativen Nebenerwerb aufgebaut haben. Deshalb stand der 28-Jährige nun vor Gericht - und kam mit einem blauen Auge davon.

Geretsried – Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, im Zeitraum von Mitte Dezember 2014 bis Ende Januar 2015 auf seiner Arbeitsstelle in Geretsried Mobiltelefone im Wert von insgesamt rund 10.700 Euro entwendet zu haben.

Nun wurde der 28-jährige gelernte Bäcker vom Amtsgericht Wolfratshausen zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Dabei kam der Mann mit einem blauen Auge davon. Denn am Ende der Beweisaufnahme konnten ihm zweifelsfrei nur zwei der 13 angeklagten Fälle nachgewiesen werden.

Der Fahrer flog auf, nachdem es im Januar 2015 vermehrt zu Beanstandungen eines Händlers gekommen war, der überwiegend Tauschgeräte an Shops und Privatkunden verschickte. „Es gab in dem Zeitraum eine exorbitante Häufung von Reklamationen in unserem Zustellbereich. Das war alles andere als normal“, erklärte der zuständige Manager des Geretsrieder Depots. Sämtliche Verluste konnten dabei einer einzigen Abfertigungshalle zugeordnet werden.

Der Angeklagte wurde mittels eines Videobeweises überführt. „Es ist zu sehen, wie er am Sortierband Handys an sich nimmt. Teilweise nahm er die auch aus Paketen, die nicht für seine Route bestimmt waren“, berichtete die ermittelnde Polizeibeamtin. Im Zuge der Ermittlungen seien auch andere Mitarbeiter verdächtigt worden. „Aber als Haupttäter kam nur der Angeklagte in Frage“, sagte die Polizistin.

Die gestohlenen Smartphones, vorwiegend der Marken Apple Iphone und Samsung Galaxy, machte der Beschuldigte in der Münchner Bahnhofsgegend zu Bargeld. Als der zwischenzeitig zur Fahndung ausgeschriebene Angeklagte vorigen Sommer vom Zoll auf der Autobahn bei Rosenheim aufgegriffen wurde, habe er die Diebstähle gestanden und angekündigt, reinen Tisch machen zu wollen, erklärte die Polizistin.

Vor Gericht räumte der in Deutschland zuvor noch nicht strafrechtlich in Erscheinung getretene Paketzusteller jedoch nur zwei Taten ein. „Es spricht viel dafür, dass sie auch für den Rest verantwortlich sind, aber das können wir nicht beweisen“, sagte Richter Helmut Berger, nachdem er den Angeklagten, der inzwischen in einen Nachbarlandkreis gezogen ist, zu zehn Monaten auf Bewährung verurteilt hatte. Als Auflage muss der Mann 3.000 Euro an den Trägerverein Jugend- und Sozialarbeit Geretsried zahlen. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten beantragt.

Rudi Stallein

Rubriklistenbild: © dpa

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