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Hier geht’s rein: Korbinian Krämmel an der Zufahrt zur neuen Tiefgarage am Karl-Lederer-Platz. 137 Stellplätze gibt es.

Kostenlose Probephase

Bald kann in der Tiefgarage unter dem Karl-Lederer-Platz geparkt werden

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Premiere in Geretsried: Zum ersten Mal gibt es eine öffentlich zugängliche Tiefgarage in der Stadt. Unter dem Karl-Lederer-Platz darf ab Donnerstag geparkt werden.

Geretsried –  Und: Im nächsten Jahr müssen die Bürger fürs Parken erstmals zahlen. Bauherr und Betreiber der Tiefgarage, die zum neuen Wohn- und Geschäftshaus „PulsG“ am Karl-Lederer-Platz gehört, ist die Firma Krämmel. Wir haben uns mit Geschäftsführer Korbinian Krämmel (35) über das Thema Parken im Zentrum unterhalten.

Herr Krämmel, haben Sie in der neuen Tiefgarage schon geparkt?

Ja, zum Anwohner- und Handwerkerfest, das dort Mitte November stattfand.

Darf die Öffentlichkeit schon rein?

Nein, das Gebäude samt Garage ist noch nicht freigegeben. Drinnen und draußen wird noch fleißig gebaut. Aber die Handwerker fahren natürlich raus und rein. Tatsächlich hat es aber schon den einen oder anderen gegeben, der sich dorthin verirrt hat.

Ab wann darf unter dem Karl-Lederer-Platz geparkt werden?

Ab Donnerstag. An diesem Tag eröffnet der Edeka-Supermarkt. Dann kann täglich von 6 bis 24 Uhr in die Garage über die Zufahrt am Rathaus eingefahren werden. Raus kommt man zu jeder Tages- und Nachtzeit.

Die Tiefgarage sollte hell und freundlich werden und eine angenehme Atmosphäre ausstrahlen. Ist das Ihrer Meinung nach gelungen?

Auf jeden Fall. Neubautiefgaragen sind grundsätzlich nicht mehr zu vergleichen mit Garagen von vor 20 oder 30 Jahren. Mittlerweile sind solche Bauwerke deutlich hochwertiger. Das liegt zum einen an strengeren gesetzlichen Vorschriften, aber auch an den gestiegenen Ansprüchen der Nutzer. Wenn man unsere Tiefgarage mit anderen Neubaugaragen vergleicht, fällt insbesondere auf, dass sie nochmals deutlich geräumiger, höher und heller ist.

Wie schaut es mit der Beleuchtung aus?

Uns war wichtig, dass die Tiefgarage sehr gut ausgeleuchtet ist. Deshalb haben wir ein relativ aufwendiges Lichtkonzept mit hochwertigeren und optisch ansprechende Leuchten umgesetzt. Theoretisch wären wir auch mit der Hälfte an Lampen, die dort verbaut sind, ausgekommen, um die Mindestleuchtstärke zu erreichen. Aber unser Ziel war es, dass sich die Leute gerne in der Garage aufhalten, sofern das für eine Garage gelten kann.

Die Farben des Firmendesigns von „PulsG“ sind kräftig. Spiegelt sich das im Kellergeschoss wider?

Große bunte Flächen gibt es nicht. Die Tiefgarage ist in weiß und verschiedenen Grautönen gehalten. Noch fehlen sie, aber es wird Farbakzente bei den Wegweisern geben. Auch der Catwalk (englisch für Laufsteg, Anm. d. Red.)wird noch fertiggestellt.

Der Catwalk?

So heißen die zentralen Wegachsen für Fußgänger, die farblich anders markiert und durch eine abgehängte Decke und ein anderes Beleuchtungskonzept hervorgehoben werden. Sie verbinden die drei wesentlichen Punkte in der Tiefgarage miteinander: den Eingang zum „PulsG“-Gebäude mit Treppe und Aufzug, den Aufgang zum Karl-Lederer-Platz mit Aufzug und Treppen sowie die Verbindung zum Rathaus in der Nähe der Ein- und Ausfahrt. Später einmal soll dieser Catwalk auch im Tiefgaragenbereich der Baugenossenschaft weitergeführt werden.

Wie viele Stellplätze gibt es?

Insgesamt 137. Davon sind 55 Parkplätze im rückwärtigen Teil Dauerparkern und Mietern vorbehalten. 82 Stellflächen sind für jedermann öffentlich zugänglich. Es gibt jeweils drei extra breite Behindertenparkplätze und drei Familienstellplätze in der Nähe des Aufzugs am Eingang „PulsG“. Die Parkfläche für ein Auto ist mit 2,70 Meter deutlich breiter als es die Bayerische Bauordnung vorschreibt. Da würden 2,40 Meter reichen. Da spielen wir in einer ganz anderen Liga.

Kann ich dort eigentlich auch einen VW-Bus abstellen?

Das geht. Bei Fahrzeugen wie einem Sprinter und Co. muss man schauen. Die Bayerische Bauordnung fordert eine Mindesthöhe von zwei Metern, in einem Neubau werden in der Regel 2,10 Meter umgesetzt. Wir haben im Mittel über 2,50 Meter und mindestens 2,30 Meter.

Bislang konnte man überall in Geretsried kostenlos parken. Was tun Sie dafür, damit sich die Geretsrieder an die Parkgebühren gewöhnen?

Wir starten mit einer kostenlosen Probephase. Die geht auf jeden Fall über den Winter. Uns ist wichtig, dass die Garage angenommen wird. Wir haben uns von Parkraumbetreibern beraten lassen. Sie haben stets betont, dass es wichtig ist, dass man ohne Scheu in die Tiefgarage hinfährt. Wir wollen, dass sich die Geretsrieder die Parkgarage anschauen und sich von den Vorzügen überzeugen lassen. Die Besucher sollen das Zentrum erfühlen. Es ist ja alles noch ein bisschen im Werden.

Ab wann kostet das Parken etwas?

Wir wollen erst Erfahrungen sammeln und uns dann Gedanken machen.

Wie hoch werden die Gebühren ausfallen?

Auch das ist noch in der Entwicklung. Wir wollen uns mit der Baugenossenschaft abstimmen, die an der Egerlandstraße in ihrer Tiefgarage ebenfalls öffentlich zugängliche Parkplätze anbieten wird.

Wird es wie in Wolfratshausen eine Semmeltaste geben, die es auf einigen Parkplätzen erlaubt, für 30 Minuten kostenfrei zu parken?

Das haben wir anfangs diskutiert und wieder verworfen. Die Leute sollen sich länger im Zentrum aufhalten. Die Einzelhandelsstruktur ist ja auch darauf ausgelegt.

Für Edeka-Kunden soll es einen besonderen Tarif geben.

Ja, das stimmt. Sie dürfen 90 Minuten kostenfrei parken, wenn sie einen bestimmten Einkaufswert erreichen.

Planen Sie darüber hinaus noch eine Kampagne?

Wir planen ein Shoppingticket. Also parken über eine längere Zeit zu einem attraktiven Tarif. Vielleicht gibt es auch noch andere Modelle.

Wird es auch Kunst im öffentlichen Raum geben?

Die lange Wand beim Aufzug soll noch künstlerisch gestaltet werden und sich am Design der Neuen Mitte orientieren.

Für die Anwohner und die Handwerker gab es ein Fest. Wird es auch für die Öffentlichkeit eine Tiefgaragenparty geben?

Jetzt in der Vorweihnachtszeit ist das nicht mehr zu machen. Der Edeka eröffnet nächste Woche, und dann ist schon Christkindlmarkt. Außerdem ist die Tiefgarage nicht beheizt. Aber grundsätzlich ist eine Party schon denkbar. Wir haben das auf der Agenda. Vielleicht klappt es im Frühjahr.

nej

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