Verspätungen auf der Stammstrecke - aus zwei Gründen

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Es muss was gemacht werden: Das Geretsrieder Eisstadion wird für 268 000 Euro saniert.

Einstimmiger Beschluss des Stadtrats

Eisstadion: Piste und Bande werden saniert

Geretsried - Der Geretsrieder Stadtrat hat ein Zeichen gesetzt und beschlossen, die Piste und Bande im Eisstadion zu sanieren. Auch die Anwohner profitieren davon.

Dass eine Sanierungsmaßnahme günstiger wird als erwartet, kommt selten vor. 665 000 Euro hatte der Stadtrat für die Erneuerung der Eisfläche und der Bande im Haushalt eingestellt. Die Arbeiten werden allerdings wohl nur 268 000 Euro kosten. Dr. Egbert Thümmler von der Chemnitzer AIC Ingenieurgesellschaft stellte das Konzept in der Stadtratssitzung am Dienstagabend vor.

Die bestehende Eispiste wurde bereits in den 1970er Jahren gebaut, noch bevor das Stadion ein Dach bekam. 2004 stellte die Stadt die Kältetechnik aus Sicherheitsgründen von Ammoniak auf Sole um. Damals wurde bereits der östliche Pistenbereich bis zum Unterbau hin geöffnet und ein neuer Kollektor eingebaut. In der vorletzten Saison kam es an mehreren Stellen auf der Westseite zu undichten Stellen an den Rücklaufbögen der Kälteregisterleitungen. „Leitungsrisse, die ein Auslaufen des Kältemittels und im Anschluss ein Abtauen der Piste verursachen, können jederzeit wieder auftreten, weil die Stahlleitungen über die Jahre einfach sehr stark von Korrosion befallen sind“, erklärte Thümmler.

Stadtrat entscheidet sich für schnellere Variante

Der Experte schlug zwei Varianten vor: Entweder man reißt die gesamte Piste heraus und erneuert sie, was eine lange Bauzeit zur Folge hätte. Oder man saniert die jetzige Piste samt Kältetechnik im westlichen Teil, wo die Schäden zu finden sind. Auch wenn dem Ingenieur zufolge bei der zweiten Lösung ein „Restrisiko“ vorliegt, dass in einigen Jahren eine erneute Reparatur nötig sein könnte, entschied sich der Stadtrat für diese kostengünstigere und schneller zu realisierende Variante. Zusammen mit der Piste wird die Bande erneuert, die direkt auf ihr montiert ist. Die neue Eisflächen-Abgrenzung besteht aus einem schalldämmenden Material. Auf die Bande wird zusätzlich eine bruchsichere Glaswand gesetzt, die den Schall nach oben leitet. Laut Egbert Thümmler werden die Nachbarn das Schlagen der Pucks und der Schläger an die Bande dadurch deutlich weniger laut hören.

Werner: "Startschuss für eine allumfassende Sanierung"

Der Fraktionssprecher der Freien Wähler, Robert Lug, äußerte Bedenken wegen des „Restrisikos“. Er hätte lieber rund doppelt so viel Geld für die Kompletterneurung der Piste ausgegeben. Bürgermeister Michael Müller (CSU) appellierte an die Stadträte, das Risiko einzugehen. „Arbeiten wir unsere Hausaufgaben ab und diskutieren wir nicht über das Hätte, Wäre, Könnte“, sagte er. Sportreferent Wolfgang Werner (SPD) begrüßte die Lösung: „Für mich ist damit der Startschuss gefallen für eine allumfassende Sanierung des Stadions. Wenn wir das Eisstadion nicht erhalten wollten, würden wir das nicht machen“, sagte Werner in Richtung der Zuschauerplätze.

Krampert: "Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach"

Dort saß unter anderem Dieter Krampert, Dritter Vorsitzender des Eissportclubs (ESC). Ihm sei „der Spatz in der Hand lieber als die Taube auf dem Dach“, sagte er am Mittwoch auf Nachfrage unserer Zeitung. Wichtig sei, dass die Arbeiten bis zum Beginn der Bayernliga-Saison am 7. Oktober abgeschlossen seien, damit man nicht zu viel Benutzungsgebühren in Ausweichstadien zahlen müsse.

„Mit größtem Bauchweh“ stimmte Volker Witte, Fraktionssprecher der Grünen, der Sanierung zu. Er halte es in Zeiten des Klimawandels für äußerst zweifelhaft, ein Eisstadion zu betreiben.

Tanja Lühr

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