Teures Nachspiel

Pistolenschuss in der Silvesternacht: Wolfratshauserin muss vor Gericht 

Sie wollte es in der Silvesternacht krachen lassen: Weil eine Wolfratshauserin mit einer Schreckschusspistole ballerte, muss sie sich jetzt vor Gericht verantworten. 

Geretsried/Wolfratshausen – Für das Geld hätte sie sich ein nettes kleines Feuerwerk zusammenstellen können. Aber die 46-jährige Wolfratshauserin hatte eine Schreckschusspistole ihres Freundes eingesteckt, um es in der Silvesternacht kräftig krachen zu lassen. Das kam sie unterm Strich sehr teuer zu stehen. Wegen unerlaubten Führens einer Schusswaffe hat sie das Amtsgericht Wolfratshausen zu 1200 Euro Geldstrafe verurteilt.

„Ich hatte noch nie geschossen. Ich hatte sie nur zum Probieren dabei“, erklärte die Verkäuferin dem Strafrichter, warum sie mit einem Colt „Government 1911“ auf dem Bürgersteig herumgeballert hatte. Die Pistole sei „zur Selbstverteidigung und für das Silvesterschießen geeignet“, werben Internet-Händler. Allerdings benötigt man dafür einen kleinen Waffenschein. Den konnten weder die Angeklagte noch ihr Freund vorweisen, als am 1. Januar dieses Jahres um kurz nach Mitternacht eine Polizeistreife in Geretsried an der Kreuzung zwischen Böhnmerwaldstraße und Elbestraße auf das Paar aufmerksam wurde, weil die Frau mit der Waffe hantierte. Nach eigener Aussage war die 46-Jährige zum Tatzeitpunkt nüchtern.

Wie schon im Strafbefehl, gegen den die Frau Einspruch eingelegt hatte, weil sie sich eine geringere Strafe erhoffte, verurteilte Richter Helmut Berger die Angeklagte zu einer Geldstrafe von 1200 Euro (30 Tagessätze zu je 40 Euro). „Das ist am unteren Rand dessen, was möglich ist“, so der Richter. Er schrieb jedoch eine Ratenzahlungsvereinbarung gleich mit ins Urteil.

Der in der Tatnacht von der Polizei sichergestellte Colt wurde mit Einverständnis der Angeklagten endgültig eingezogen. „Ich will damit nichts mehr zu tun haben“, beteuerte die Wolfratshauserin.  

Dominik Stallein

Lesen Sie auch: „Ich habe kein Zuhause mehr“: Zu Besuch bei den Brandopfern in Geretsried

Rubriklistenbild: © dpa / Volker Hartmann

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