+
Der 19-Jährige musste sich vor Gericht wegen Betrugs verantworten.

Streich mit Nachspiel

Pizza-Bestellung an fremde Adresse hat böses Nachspiel

Geretsried/Wolfratshausen - Es sollte ein Streich sein: Jugendliche haben an eine fremde Adresse Pizza liefern lassen. Ein Azubi landete deswegen vor Gericht.

Der Pizza-Bote ist stinksauer. Auch der Mann an der Wohnungstür ist verärgert, er hat nichts bestellt. Ein paar Straßen weiter klopfen sich ein paar Jugendliche auf die Schenkel. Sie haben sich den Streich mit der Pizza ausgedacht. Ein Geretsrieder Azubi (19) musste sich deshalb jetzt vor dem Jugendrichter wegen Betrugs verantworten.

„Das war einfach ein Blödsinn, aus einer Partylaune heraus entstanden“, erklärte der junge Mann kleinlaut. Am 24. Juli vorigen Jahres hatte er unter falschem Namen bei einem Tölzer Lieferservice Pizzen für insgesamt 70 Euro bestellt und diese an eine Geretsrieder Adresse liefern lassen. „Wir waren alle ziemlich betrunken und alle fanden es lustig“, sagte der Angeklagte.

Es folgte eine kurze Diskussion zwischen Verteidiger, Richter und Staatsanwalt über die rechtliche Bewertung eines solchen Streichs. Während Verteidiger Burkhard Pappers die von der Staatsanwaltschaft unterstellte Betrugsabsicht „für ziemlich konstruiert“ hielt, lagen für Jugendrichter Urs Wäckerlin „eine Täuschung über seine Zahlungswilligkeit“ und juristisch betrachtet ein Betrug vor.

Letztlich spielte das keine Rolle. Die Parteien einigten sich darauf, wegen dieses Vorfalls nicht Rechtsgeschichte schreiben zu wollen. Zumal der junge Mann ein „tadelloses Nach-Tat-Verhalten“ gezeigt und sich bei dem Herrn, den sie mit der Pizza beglücken wollten, entschuldigt sowie die 70 Euro beim Lieferservice beglichen hatte. Deshalb kam das Gericht der Empfehlung der Jugendgerichtshilfe nach, das Verfahren mit Erteilung einer richterlichen Ermahnung einzustellen. „Das geht so nicht. Das ist ein inakzeptables, unreifes Verhalten“, schärfte Richter Urs Wäckerlin dem Jugendlichen mit strengem Blick ein und empfahl ihm, den Rat zu befolgen, den ihm schon seine Mutter gegeben hatte: „Endlich erwachsen werden.“

von Rudi Stallein

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

So feiert die Wolfratshauser Stadtkapelle ihren 50. Geburtstag
Die Stadtkapelle Wolfratshausen wird 50 Jahre alt. Das Jubiläum feiert sie am 29. und 30. Juli. Einige langjährige Mitglieder erinnern sich an die wechselvolle …
So feiert die Wolfratshauser Stadtkapelle ihren 50. Geburtstag
Gaufest: Wie sich Baiernrain auf das Großereignis vorbereitet
Am Donnerstag geht‘s los: Das 106. Oberlandler-Gaufest findet heuer im Dietramszeller Ortsteil Baiernrain statt. Wie bereitet sich das Dorf auf das Großereignis vor? 
Gaufest: Wie sich Baiernrain auf das Großereignis vorbereitet
Schuhdieb schlägt erneut zu
Ein weiteres Paar Turnschuhe ist in Geretsried gestohlen worden. Der 13-jährige Besitzer hatte es ebenfalls vor der Haustür abgestellt. Die Polizei bittet um Hinweise.
Schuhdieb schlägt erneut zu
Montessori-Schule verabschiedet 25 Absolventen
Die Abschlussfeiern in den Montessori-Schulen sind immer wieder etwas ganz Besonderes. So auch heuer, als 25 junge Damen und Herren von der Dietramszeller Schule …
Montessori-Schule verabschiedet 25 Absolventen

Kommentare