Fünf Jahre sind von der Idee bis zur Baugenehmigung vergangen: Auf dem Areal der ehemaligen Spielzeugfabrik Lorenz werden in den nächsten Jahren 770 Wohnungen errichtet. Die ersten sollen im Sommer 2024 bezugsfertig sein. 
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Fünf Jahre sind von der Idee bis zur Baugenehmigung vergangen: Auf dem Areal der ehemaligen Spielzeugfabrik Lorenz werden in den nächsten Jahren 770 Wohnungen errichtet. Die ersten sollen im Sommer 2024 bezugsfertig sein. 

Investor Korbinian Krämmel im Interview

770 Wohnungen entstehen auf dem Lorenz-Areal: Das sind die nächsten Schritte

  • Doris Schmid
    VonDoris Schmid
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Noch ist nicht viel zu sehen auf dem ehemaligen Lorenz-Areal, doch die Arbeiten laufen an. Die ersten Wohnungen sollen im Sommer 2024 fertig.

Geretsried – Nach fünf Jahren Planung hielt Korbinian Krämmel im August 2020 endlich die Baugenehmigung für die 770 Wohnungen in den Händen, die auf dem ehemaligen Lorenz-Areal errichtet werden sollen. Inzwischen sind über acht Monate vergangen. Im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt der Geschäftsführer des gleichnamigen Bauunternehmens die nächsten Schritte des Mammutprojekts.

Herr Krämmel, seit Erteilung der Baugenehmigung sind über acht Monate vergangen. Wann geht’s endlich los an der Banater Straße?

Korbinian Krämmel: Tatsächlich ist es schon losgegangen. Seit Ende April laufen die Vorbereitungen zur Errichtung einer Stützmauer an der Ostseite zu unseren Grundstücksnachbarn, der Firma Franco Fresco und der Feuerwehr.

Weshalb ist dort eine Mauer notwendig?

Korbinian Krämmel: Wir wollen eine Tiefgarage bauen, dafür müssen wir das Gelände absichern. Anschließend wird das Baufeld geräumt, der Oberboden abgetragen und mit den Erschließungsmaßnahmen begonnen. Wasser, Kanal, Strom und andere Sparten müssen vor Baubeginn verlegt werden. Richtig was zu sehen gibt es erst im nächsten Frühjahr. Dann rollen Betonmischer an, und die ersten Kräne stehen.

Müssen Sie das Areal auf Altlasten untersuchen? Blindgänger sind in Geretsried ja nichts Ungewöhnliches.

Korbinian Krämmel: Wir untersuchen das Areal natürlich auf Kampfmittel. Aber es ist unwahrscheinlich, dass dort im Untergrund Blindgänger liegen. Es gab dort vorher ja bereits eine Bebauung. Bislang haben wir auf keiner Krämmel-Baustelle in Geretsried eine alte Bombe gefunden.

Welche Arbeiten laufen hinter den Kulissen?

Korbinian Krämmel: Es wird mit Hochdruck an der Planung weitergearbeitet. Der Eingabeplan muss in eine Ausführungsplanung transferiert werden. Bei einem Vorhaben in dieser Größenordnung dauert das einfach seine Zeit. Gleichzeitig wird der Bauablauf vorbereitet. Es muss im Detail geklärt werden, was wo hinkommt. Allein bei uns im Haus sind insgesamt zehn Leute mit dem Projekt beschäftigt. Und wir haben uns Unterstützung von außen geholt. Außerdem führen wir Gespräche mit Experten und Institutionen, was unsere Qualitätsbausteine angeht. Aber wir sind im Zeitplan.

Was sind das für Qualitätsbausteine?

Korbinian Krämmel: Da geht es um die großen Themen Kinderbetreuung, Wohnen im Alter und Mobilität, die für uns wichtig sind. Aber auch um kleinere Punkte wie eine Paketstation, die wir im Quartier planen. Was lässt sich wo wie integrieren? Das klären wir derzeit ab.

Welche Zielgruppe wollen Sie mit den Wohnungen an der Banater Straße ansprechen?

Korbinian Krämmel: Junge Familien wie Menschen mittleren Alters und Senioren. Altersgerechtes Wohnen ist dabei ein ganz elementarer Baustein. Alle Wohnungen werden barrierefrei erreichbar sein und mindestens 50 Prozent werden auch innerhalb der Wohnungen barrierefrei sein. Einige davon sind auch rollstuhlgerecht. Darüber hinaus loten wir gerade aus, welche Betreuungsmöglichkeiten und Alltagserleichterungen es geben könnte.

Wann kann die erste Wohnung bezogen werden?

Korbinian Krämmel: Realistisch betrachtet: Im Sommer 2024. Wir starten im Norden mit den Bauabschnitten eins und zwei. Dann geht’s weiter Richtung Mitte und Süden mit Bauabschnitt drei bis sechs. Wir gehen von einer Gesamtbauzeit aus, die zwischen vier und fünf Jahren liegt.

Was ist Ihr Ziel für Ende 2021?

Korbinian Krämmel, Investor

Korbinian Krämmel: Die Stützmauer an der Ostseite ist fertig. Auch Erdarbeiten werden sichtbar sein. Die Erschließung wird man nicht sehen, weil die unter der Erde liegt. Das Baufeld wird sich verändert haben, weil das Niveau nach unten gewandert ist. Im südlichen Teil sind Parkplätze eingerichtet für Mitarbeiter der Firma Franco Fresco und für unsere Baustellenmitarbeiter.

Die benachbarte Firma Bauer Kompressoren hat Klage vor dem Verwaltungsgericht eingereicht. Stehen Sie in Kontakt mit Bauer?

Korbinian Krämmel: Nein, Kontakt gibt es derzeit nicht. Wir harren der Dinge. Für uns ist die Klage eigentlich keine Sache, mit der wir uns groß beschäftigen. Wir haben eine rechtskräftige Baugenehmigung. Die können wir umsetzen und das machen wir. Dass das Vorhaben durch die Klage gefährdet ist, dieses Risiko geht gegen Null.

Wir sprechen noch immer vom ehemaligen Lorenz-Areal, das bebaut wird. Haben Sie sich schon einen Namen für das neue Quartier überlegt?

Korbinian Krämmel: Noch gibt es keinen. Aber wir sind in der Entwicklung. Zum Jahreswechsel wollen wir mit der Vermarktung der Wohnungen beginnen.

Es gibt sicher jetzt schon viele Nachfragen.

Korbinian Krämmel: Es melden sich regelmäßig Leute bei uns, und das Interesse steigt stetig. Durch die Corona-Pandemie sank das Interesse kurzzeitig. Aber das hat sich komplett gewandelt. Die Nachfrage ist merkbar höher als vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie.

Der Druck auf dem angespannten Wohnungsmarkt scheint weiter zuzunehmen.

Korbinian Krämmel: Das Vorhaben ist bedeutender denn je, weil der Wohnungsmarkt nahezu leer gefegt ist und wenig nachkommt. Das ist für uns ein Ansporn, den dringend benötigten Wohnraum möglichst schnell bereitzustellen. Am Anfang unserer Planungen, das war Mitte 2015, sind wir davon ausgegangen, dass wir innerhalb von drei Jahren Baurecht haben. Dann wären die ersten Wohnungen jetzt schon fertig.

Holz und andere Baumaterialien sind zurzeit schwer zu bekommen. Ist das für Sie auch ein Problem?

Korbinian Krämmel: Als Holzbaubetrieb hätten wir es jetzt deutlich schwerer. Aber wir brauchen natürlich auch Holz, hauptsächlich für den Hochbau als Bauhilfsmaterial. Es gibt momentan aber noch verschiedene weitere Baustoffe wie zum Beispiel Dämmmaterial, die nicht ganz einfach zu bekommen sind. Gott sei Dank haben wir auf unseren Baustellen noch keine terminlichen Einschränkungen. Aber es führt natürlich zu Mehrkosten.

nej

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