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Die sogenannte T-Zone aus der Luft: Darunter soll eine Zentralgarage mit mehr als 200 öffentlichen Stellplätzen entstehen – mit Ein- und Ausfahrten im Norden und Süden (Egerlandstraße) sowie im Westen (Höhe Rathaus).

400 Stellplätze und eine unterirdische Straße

Geretsried plant Zentralgarage unter dem neuen Zentrum

Unter dem neuen Stadtzentrum von Geretsried soll eine einzige große Tiefgarage mit 400 Plätzen entstehen. Der Stadtrat ist voll des Lobes für die Pläne.

Geretsried– Die Planung des neuen Stadtzentrums ist ein dynamischer Prozess. Auch um den Einwendungen aus der Bevölkerung Rechnung zu tragen, gibt es immer wieder Veränderungen. Am Dienstag brachte der Architekt Klaus Kehrbaum den Stadtrat auf den aktuellen Stand – und hatte ein paar interessante Neuigkeiten.

„Was wir vor einigen Wochen nicht geglaubt hätten“, so Kehrbaum, scheint nun tatsächlich möglich: der Bau einer zentralen Tiefgarage, die sich vom Karl-Lederer-Platz bis zur Egerlandstraße zieht. Auf einer Ebene könnten so alle für die geplanten Wohnbauvorhaben erforderlichen 200 Stellplätze sowie weitere 200 öffentlich zugängliche Parkplätze geschaffen werden.

Kein Parkhaus an der Egerlandstraße

Diese Zahl reicht nach Meinung aller Beteiligten für den Kundenverkehr aus. Deshalb hat die Stadt auch ihren Stellplatzschlüssel an die Bayerische Bauordnung angepasst. Das heißt, die Investoren müssen jetzt nur so viele Parkplätze schaffen, wie gesetzlich verlangt werden. Dies bedeutet wiederum: Die Baugenossenschaft Geretsried wird an der Egerlandstraße 58 bis 72 auf das ursprünglich geplante Parkhaus verzichten und alle Stellplätze ebenfalls unter die Erde verbannen. Über der Erde sollen ein Handelsgeschoss und darüber Wohnungen entstehen – 120 statt bisher 60.

Die Kosten tragen die Investoren

Die Kosten für die Zentralgarage tragen nach jetzigem Stand die Investoren. Die Stadt beteiligt sich insofern, als dass sie für die Ein- und Ausfahrten den öffentlichen Straßenraum zur Verfügung stellt. Dazu fasste der Stadtrat am Dienstag einen einstimmigen Beschluss. Geplant sind drei Zufahrtsrampen: im nördlichen und südlichen Teil der Egerlandstraße sowie im Westen auf Höhe des Rathauses. Ziel ist es, den Kundenverkehr schon bei der Einfahrt ins Zentrum unter die Erde zu lenken. Es wird zwar auch weiterhin oberirdische Stellplätze geben, deren Nutzung soll aber eingeschränkt werden.

Helle Tiefgarage mit Musikeinspielung

Damit die Zentralgarage auch angenommen wird, soll es laut Kehrbaum „qualitätssteigernde Maßnahmen“ geben: Dazu gehören eine gemeinsame Parkraumbewirtschaftung, eine klare Wegeführung und breite Gehwege. Weil die Autos immer größer werden, sollen die Stellplätze 2,70 Meter breit sein. Es gibt Frauen-, Familien- und Behindertenparkplätze, letztere mit einer Breite von drei Metern. Die Raumhöhe beträgt mindestens 2,60 Meter. Alles soll „hell“ und „übersichtlich“ werden, erklärte der Architekt. Auch Musik soll eingespielt werden. Am Karl-Lederer-Platz sowie an der Egerlandstraße ist jeweils ein Treppenaufgang mit Aufzug sowie WC geplant. Für die angrenzenden Gebäude könnte es direkte Zugänge zur Tiefgarage geben.

„Tiefergelegte Straße wäre ein Geschenk für Veranstaltungen“

Laut Kehrbaum hat die Zentralgarage noch einen unschlagbaren Vorteil: Zwischen dem Karl-Lederer-Platz und der Egerlandstraße würde unterirdisch eine neue Verbindungsstraße entstehen. Hier könnte man den Verkehr durchschleusen, wenn das Zentrum für ein Fest gesperrt wird. „Diese tiefergelegte Straße wäre ein Geschenk für Veranstaltungen“, erklärte der Architekt. „Man könnte die ganze T-Zone bespielen.“

„Ein absolutes Highlight“ -11 „charmant und elegant“

Von den Stadträten gab es viel Lob für die Pläne. Als „absolutes Highlight“ bezeichnete CSU-Stadtrat Wolfgang Möckel die Zentralgarage. Auch seine Fraktionskollegin Dr. Sabine Gus-Mayer fand die Lösung „charmant und elegant“. Vor allem die breiten Stellplätze hatten es der Seniorenreferentin angetan. Selbst CSU-Fraktionssprecher Volker Reeh stellte fest: „Gut gemacht.“ Reeh wohnt selbst am Karl-Lederer-Platz und steht dem dort geplantensiebengeschossigen Turmbau der Familie Krämmel sehr kritisch gegenüber.

 Auch FDP-Stadtrat Günther Fuhrmann war bislang eher skeptisch. Die Idee mit der Zentralgarage findet er allerdings „super“. Jetzt müsse es nur gelingen, dass diese auch angenommen wird. „80 Prozent unten und 20 Prozent oben – dann schaut das gut aus.“

Lorenz Weidinger von den Freien Wähler sah die Planung insgesamt auf einem guten Weg. Man komme den Bedenken der Bürger sehr weit entgegen. „Es allen Recht zu machen, ist unmöglich.“, sagte er. „Wir wollen die Stadt urban machen. Es geht darum, Kaufkraft am Ort zu binden.“ Wenn man die Planungszeit vernünftig nutze, werde auch der Großteil der Bevölkerung das Projekt als vernünftig ansehen.

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