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Stellen im Pop-up-Store aus: (v. li.) hinten Stephanie Laus, Micky Heigl, Daniel Breuer, Petra Bauer-Wolfram, Chris Weidner (in Vertretung von Dana Weidner), Doreen Meima-Schmid, (vorne) Bo Starker, Martina Gaydoul und Friederike Krüger.

Pop-up-Store ist eröffnet 

Lederhosen-Taschen, Kürbis-Eis und Spitzwegerich-Seife

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Noch vor kurzem herrschte im ehemaligen Siegmund-Mode-Geschäft an der Egerlandstraße 50 gähnende Leere. Das ändert sich nun. In den nächsten vier Wochen werden dort zehn Künstler, Kunsthandwerker und junge Start-up-Unternehmer ihre Objekte und Produkte verkaufen.

Geretsried – Pop-up-Stores sind provisorische Einzelhandelsgeschäfte in Ladenleerständen, die derzeit in München und im Umland zusehends auftauchen und wieder verschwinden – „eine Chance, um sich als Kleinunternehmer sichtbar zu machen“, findet Andreas Ross vom Wirtschaftsforum Oberland, das mit der Stadt Geretsried das Projekt unterstützt.

Gut besucht war der Eröffnungsabend diese Woche. Vize-Bürgermeister Hans Hopfner bedankte sich für das Engagement bei Initiatorin Dorien Meima-Schmid von „start-up and more“. „Das belebt die Innenstadt, davon profitieren alle Geschäfte“, so Hopfner. Immerhin werden mit der „kleinteiligen Branche“ nach Aussage des Kompetenzteams Kultur- und Kreativwirtschaft jährlich 23 Milliarden Euro Umsatz in Südbayern generiert, davon 50 Prozent auf dem Land.

Kürbis-Eis, Spitzwegerich-Seife und vieles mehr gibt es in Geretsried zu entdecken. So cool wie „Cachazzle“ schmeckt, so ungewöhnlich hört sich die Geschichte des 22-jährigen Geretsrieder Jungunternehmers Micky Heigl an. Als er einen Freund in Brasilien besuchte und dort zum ersten Mal den Zuckerrohrschnaps Cachaca probierte, kam ihm die Idee eines Longdrinks, verfeinert mit Tee, Stevia und Limette. Die Zutaten bezieht der Betriebswirt direkt von brasilianischen Familienbetrieben. Der Clou: Pro verkaufter Flasche werden drei Cent für den Erhalt des Regenwalds gespendet. „500 Quadratmeter haben wir im letzten Jahr schon unterstützt“, sagt Heigl.

Das „Lausbua“-Eis von Stephanie Laus wird dagegen direkt in Dietramszell produziert. Ohne Zusatzstoffe, frei von Aromastoffen, alles rein biologisch und frech gemischt sind die Rezepturen. Zum Beispiel gibt es Kürbiseis im Winter.

Von einer Wand im Store lächelt am Eröffnungsabend ein bekanntes Geretsrieder Gesicht unterm Trachtenhut hervor. Die Künstlerin Bo Starker aus Königsdorf hat Kulturpreisträger Roland Hammerschmied porträtiert. Seine Frau Inge hatte die Künstlerin beauftragt, als Geschenk zum 50. ihres Gatten.

Die kommenden vier Wochen steht die Innenarchitektin Friederike Krüger aus Geretsried hinter ihrer Retro-Ladentheke aus den 1960er-Jahren. Krüger möbelt auf, was ihr Ausrangiertes unter die Finger kommt und macht daraus Neues mit neuen Funktionen: Volleybälle werden zu Schalen und Lederhosen zu coolen Taschen. 

Weitere Teilnehmer

des Pop-up-Stores sind: Daniel Breuer, Lichtdesign, Königsdorf; Dana Weidner, Seifen & Kräuter-Manufaktur, Geretsried; Martina Gaydoul, Papierkunst, Wolfratshausen; Ken Jatho, Mode; Petra Bauer-Wolfram, Fotografie, Holzhausen; Hendrik Reimers, Schokolade.

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