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Produzierte die Hymne des FC Bayern: Der Komponist Hans Franek (re.) war zu Gast am Geretsrieder Gymnasium. 

Produzent der FC-Bayern-Hymne Hans Franek im Gespräch mit Geretsrieder Gymnasiasten

„Anarchisch glücklich sein“

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Ganz Deutschland hat seine Melodien im Ohr: Hans Franek hat die Hymne des FC Bayern („Stern des Südens“) produziert, er komponiert Filmmusik und Werbejingles für Paulaner, Haribo und Playmobil. Kürzlich war der Sounddesigner und Komponist zu Gast am Geretsrieder Gymnasium. Dort sprach er mit dem Oberstufenkurs Musik der Q 11 über seine Biografie, seine Arbeit – und gab den 13 Schülern Ratschläge fürs Leben.

Geretsried – Der 55-Jährige hat einen abwechslungsreichen Weg hinter sich. Nach der zehnten Klasse brach der gebürtige Tegernseer das Gymnasium ab. „Ich wollte Musik machen und sonst gar nix“, berichtete Franek. Dass das nicht so einfach geht, erfuhr der Wahl-Münchner schnell. Als er nach Hamburg ging, versprach ihm ein Musikproduzent eine steile Karriere. „Aus der wurde nichts – aber ich konnte Kontakte knüpfen, die mich weitergebracht haben“, so Franek. Nach einer Ausbildung zum Radio- und Fernsehtechniker fasste er Fuß in der Film- und Fernsehwelt. Dort ist er seit über 30 Jahren tätig.

Die Schüler nutzten ihre Chance und fragten den Komponisten alles, was ihnen in den Sinn kam: Wie sieht sein Tagesablauf aus? Wie hat sich seine Arbeit durch technische Innovationen verändert? Wie funktioniert die Werbebranche? Und was hilft gegen eine Schreibblockade? Ob er Idole habe, wollte ein Schüler wissen. Franek nannte zwar Größen wie Hans Zimmer oder Nino Rota, entfernte sich aber schnell von dem Begriff Idol. Wichtiger, als jemandem nachzueifern sei es, seine eigenen Grenzen kennen zu lernen und sich dadurch auf seine Stärken konzentrieren zu können.

Scheitern ist okay

Die Frage nach seinen Zielen war schnell beantwortet. „Anarchisch glücklich sein“, sagte der 55-Jährige. „Nicht Trump-isch handeln, sondern alles, was Du machst, mit Freude und Herzblut tun.“ Scheitern sei „absolut okay“, ermutigte Franek die Schüler. „Schlimmer ist es, seine Träume nicht auszuprobieren.“

Die Talkrunde des Musikkurses rief Studienrat Benedikt Jilek vor zwei Jahren ins Leben. „Der Lehrplan sieht eine Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Künstlern vor“, erklärte der Musiklehrer. „Das funktioniert praktisch am besten.“ Gäste waren bereits Rüdiger Linhof, Bassist der „Sportfreunde Stiller“, und der bayerische Liedermacher Konstantin Wecker. 

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