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Kleine und große Sportler können das Sportabzeichen machen.

Fitness-Orden für jedermann

Profi erklärt: Darum ist das Sportabzeichen so wertvoll für die Gesundheit

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Wer das Deutsche Sportabzeichen erhalten möchte, muss Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer beweisen. Gerrit Waßmann hat schon Tausenden Geretsriedern dabei geholfen. 

Geretsried – Ballwurf mag Lena nicht so gern. „Ich kann das einfach nicht“, meint die Neunjährige frustriert, als der kleine Lederball schon nach ein paar Metern wieder über den Rasen kullert. „Aber dafür bin ich gut im Springen.“ Mit beiden Beinen aus dem Stand kommt die Schülerin ein 1,30 Meter weit. „Das reicht für Silber“, lobt Übungsleiter Dr. Gerrit Waßmann das Mädchen. Er ist Sportabzeichen-Prüfer beim TuS Geretsried und Kreisreferent des Bayerischen Landes-Sportverbands für diesen Bereich.

Zusammen mit Lena trainiert am Montagabend eine bunte Truppe vom Grundschul- bis zum Rentenalter im Isarau-Stadion. Ihr Ziel: den höchsten sportlichen Orden Deutschlands außerhalb des Wettkampfsports zu bekommen. Das Deutsche Sportabzeichen wird in Gold, Silber oder Bronze verliehen – je nach Leistung in den vier Disziplingruppen Koordination, Schnelligkeit, Kraft und Ausdauer, erklärt Waßmann. Zusätzlich müssen die Kandidaten nachweisen, dass sie schwimmen können.

„Nach meiner Herzklappen-Operation war ich ratzfatz wieder fit“

Waßmann feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Jubiläum als Sportabzeichen-Prüfer. Der 66-Jährige hat die Fitness-Medaille selbst bereits 39 Mal erhalten – immer in Gold, denn „das ist mein persönlicher Ehrgeiz“, gibt er lachend zu. Dass das vielseitige, regelmäßige Training nicht nur Spaß macht, sondern auch die Gesundheit stählt, hat er vor fünf Jahren am eigenen Leibe erfahren: „Nach meiner Herzklappen-Operation war ich ratzfatz wieder fit. Dank meiner vorher aufgebauten guten Grundkonstitution habe ich den Eingriff hervorragend überstanden.“

Dr. Gerrit Waßmann Sportabzeichen-Prüfer beim TuS-Geretsried

Knapp 250 Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben 2017 das Sportabzeichen im Landkreis bekommen, 35 davon in Geretsried. „In guten Jahren waren es auch schon über 1000“, berichtet Waßmann. Damals hätten sich allerdings auch noch die Schulen an der Sportabzeichen-Abnahme beteiligt. Die Prüfung kann im Prinzip jeder ablegen; um an den regelmäßigen Übungsstunden teilzunehmen, muss man aber Mitglied im TuS sein. Das Training verbindet die Generationen: „Mein ältester Teilnehmer war 80 Jahre alt“, so Waßmann. Der habe sich regelmäßig mit seinen Kindern und Enkelkindern am Sportplatz getroffen.

Lieblingsübung aus vier Disziplinen

Waßmann legt bei seinen Trainingsstunden großen Wert auf Vielseitigkeit: „Wir machen viel aus dem Gymnastikbereich, aber auch Kraftaufbau, Dehnungsübungen für die Beweglichkeit, Lauftraining für die Kondition und Sprints für die Schnelligkeit.“ Aus den vier Disziplingruppen kann sich dann jeder seine Lieblingsübung heraussuchen. So steht etwa im Bereich Ausdauer Schwimmen, Laufen oder Radfahren zur Auswahl, im Bereich Kraft Ballwurf, Kugelstoßen, Geräteturnen oder Standweitsprung.

Die höchsten Leistungen müssen die 18- bis 29-Jährigen erbringen. Danach gehen die Anforderungen mit zunehmendem Alter zurück. Sie seien zwar durchaus anspruchsvoll, so Waßmann, aber mit ein bisschen Training für einen durchschnittlich sportlichen Menschen zumindest in Bronze meist zu erfüllen.

Zusammen auf ein konkretes Ziel hinzutrainieren, motiviert und fördert die Gemeinschaft, weiß der langjährige Sportabzeichen-Prüfer. Die Gründe, weshalb Menschen das Sportabzeichen machen wollen, sind jedoch unterschiedlich: Die einen kommen, weil sie Bonuspunkte für die Krankenversicherung erwerben wollen, die anderen, weil sie sich selbst oder anderen beweisen möchten, wie fit sie sind. Wieder andere, wie Lena, haben einfach Spaß an den vielseitigen Übungen. Was für die Neunjährige außerdem wichtig ist: „Ich freue mich schon auf die Feier im Rathaus, wenn mir der Bürgermeister persönlich das Sportabzeichen überreicht.“ cw

Lesen Sie auch: Bauch, Beine, Po – So kommt man fit durch den Geretsrieder Stadtwald

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