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Wasseridyll: Den Teich in ihrem Garten hat Ursula Buchberger vor Jahren selbst angelegt. Das Plätschern der kleinen Fontäne hat etwas Beruhigendes und Entspannendes, findet die 79-Jährige.

Serie: „Ab ins Beet“ (4)

Pure Gartenidylle

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Zirka 320 Quadratmeter groß ist eine der 88 Parzellen der Isartaler Kleingartenanlage. Jeder Pächter hat sich dort sein ganz persönliches Reich geschaffen. Im Rahmen unserer Serie zum 40-jährigen Bestehen des Vereins zeigen uns heute drei Hobbygärtner, wie unterschiedlich sich diese Parzelle gestalten lässt.

Geretsried – Jetzt, im Spätsommer, sind die Gärten an der Jeschkenstraße ein prachtvoller Anblick. Überall grünt es, die Blumen blühen in intensiven Farben, und langsam werden die Früchte der Obstbäume reif. Viele Kleingärtner sind täglich in der Anlage anzutreffen und genießen ihr Gartenreich.

Wasseridyll

Ursula Buchberger fährt jeden Tag in der Früh in ihren Garten raus. „Meistens bin ich schon um 7 oder 8 Uhr da“, sagt die 79-Jährige. Unkraut jäten, Beeren pflücken, Blumenpflege: Zu tun gibt es genug. Trotz ihres hohen Alters macht sie fast noch alles allein in ihrem Garten – nur beim Rasenmähen springt ein Nachbar ein. Neben einem Gemüsebeet hat Buchberger 25 Beerensträucher in ihrem Garten. „Das ist eine Spielerei von mir“, gesteht die Geretsriederin. Die süße Ernte wird eingefroren, und jeden Tag gibt es nachmittags ein Schälchen mit Sahne: „Das sind meine Vitamine.“

Gleich an zwei Stellen plätschert es leise vor sich in: Vor dem Gartenhaus steht eine kleine Vogeltränke, und auch aus der kleinen Fontäne im Teich sprudelt beständig Wasser. „Was ich da Steine geschleppt habe“, erinnert sich die 79-Jährige nicht ohne Stolz. Das Plätschern des Wassers hat etwas Beruhigendes und Entspannendes, findet die Seniorin. Nicht nur Buchberger genießt ihren Teich. Gegen 17 Uhr schauen meistens gefiederte Gäste vorbei. „Da kommen Amseln zum Baden“, erzählt die Pächterin. „Meistens streiten sich die Vögel um den besten Platz. Das ist schön anzuschauen.“

Grüne Oase

Grüne Oase: Kurt Binder (51) zieht auf seiner Parzelle vor allem Gemüse. Das landet am Wochenende oft auf dem Grill.

Weniger verspielt geht es im Garten von Kurt Binder zu. Der 51-Jährige zieht dort vor allem Gemüse. Wilde Tomate, Bohnen und Zwiebeln wachsen in einem großen Beet in der Mitte der Parzelle. „Heuer haben wir schon viermal Bohnen geerntet“, berichtet der Schichtarbeiter.

Am Wochenende, meistens am Samstag spätnachmittags, wird bei den Binders mit Bekannten und Freunden gegrillt. Vor der Hütte steht ein großer, gemauerter Grill samt Anrichtetisch. Da kann sich Binder ausbreiten. Steaks vom Schwein, der Pute und Hähnchenbrust werden dann verspeist.

Die frischen Kräuter dazu kann der gebürtige Siebenbürger ebenfalls im Garten ernten. Dazu gibt es Grillgemüse wie Aubergine und Zucchini. „Ein bisschen Salz, ein bisschen Pfeffer und Öl dazu“, sagt Binder, „fertig ist die Beilage.“

Blütenmeer

Blütenmeer: Blumen haben es Silvia Cirti angetan. Die 64-Jährige ist fast jeden Tag in ihrem Refugium und genießt die farbenfrohe Pracht.

Gladiolen, Ringelblumen, Dahlien, Phlox, Clematis und Eisenhut: Im Garten von Silvia Cirti blüht es an allen Ecken und Enden. Außerdem gibt es zwei Gewächshäuser und Obstbäume. „Früher war das ein richtiger Bauerngarten, und den habe ich weiterbehalten“, sagt die Geretsriederin, die die Parzelle vor sechs Jahren übernahm. Vom Frühjahr bis in den Herbst hinein – irgendetwas blüht immer in ihrem Refugium. Manchmal allerdings nicht unbedingt so, wie gewollt: „Einige Blumen kommen von selbst. Andere, die ich gekauft habe, haben eine ganz andere Farbe als beschrieben“, erzählt die Spätaussiedlerin aus dem Banat.

Der Garten mache zwar viel Arbeit, gibt Cirti zu. „Aber das entspannt und bewegt mich.“ Sonst werde der Mensch faul. Der Anblick ihrer Blumen entschädigt die leidenschaftliche Hobbygärtnerin für ihre täglichen Mühen.

40 Jahre Kleingartenverein

Der Isartaler Kleingartenverein feiert heuer sein 40-jähriges Bestehen. Seit 1977 hegen und pflegen die Mitglieder die Anlage an der Jeschkenstraße und genießen das bunte Vereinsleben. In einer Serie begleitet unsere Zeitung den Verein, seine Mitglieder und deren Gärten durch das Jahr.

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