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Schön ist was anderes: Der GERETSRIED-Schriftzug an der B11 wurde Samstagnacht mit blauer und roter Farbe beschmiert. 

Schmierfinken verunstalteten Schriftzug

Geretsried: Sanierung des Schriftzugs: Schlosserbetrieb macht‘s gratis

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„GRTRE“ ist seit Dienstag in der Hollywoodkurve an der B11 zu lesen. Aber keine Sorge, die Stadt Geretsried wird nicht umbenannt. Es gibt einen anderen Grund.

  • Unbekannte beschmieren beliebten Geretsried-Schriftzug mit Farbe
  • Stadt erstattet Anzeige und die Polizei sucht Zeugen
  • Stadt will Ursprungszustand wiederherstellen
  • Eine Fachfirma will den Schriftzug kostenlos sanieren

Update 15. Januar:

„GRTRE“ ist seit Dienstag in der Hollywoodkurve an der B11 zu lesen. Aber keine Sorge, die Stadt Geretsried wird nicht umbenannt. Und die fehlenden Buchstaben im Schriftzug wurden auch nicht geklaut. „Der Bauhof hat sie abmontiert“, erklärt auf Nachfrage Thomas Loibl, Pressereferent im Rathaus. Die Stahlbau- und Schlosserfirma Walter Zuleger reinigt die beschmierten Lettern. „Weil sie schon so lange in Geretsried sind, haben sie angeboten, das kostenlos zu machen“, berichtet Loibl. 

In zwei Etappen werden die Metallbuchstaben fachgerecht aufgearbeitet. „Es kommt auch eine sogenannte Anti-Graffiti-Beschichtung drauf“, sagt der Pressereferent. In ungefähr vier Wochen soll der Schriftzug wiederhergestellt sein. Wie berichtet wurde der Geretsried-Schriftzug auf dem Lärmschutzwall am ersten Januar-Wochenende mit blauer und roter Farbe beschmiert. Viele Bürger ärgerten sich über die Aktion. Die Stadt erstatte Anzeige wegen Sachbeschädigung und versprach, den Ursprungszustand des Wahrzeichens wiederherzustellen.

Update 9. Januar:

Kaum mehr wiederzuerkennen ist die Hollywoodkurve an der B11. Wie berichtet haben unbekannte Schmierfinken den GERETSRIED-Schriftzug am ersten Januar-Wochenende mit blauer und roter Farbe verunstaltet. Viele Bürger ärgern sich über die nächtliche Aktion. 

Auch die Stadtverwaltung ist alles andere begeistert von der Sachbeschädigung und hat Anzeige erstattet. „Wir verurteilen die Tat aufs Schärfste“, sagt Thomas Loibl, Pressereferent im Rathaus. Da der Schriftzug für die Stadt und die Bürger Identifikationskraft hat, will man die Verunstaltung nicht auf sich sitzen lassen. „Wir wollen so schnell wie möglich den Ursprungszustand herstellen“, verspricht Loibl. Details der Maßnahme stünden allerdings noch nicht fest.

Die Polizei sucht nach dem oder den Übeltätern und bittet die Bevölkerung um Hinweise. Bislang hat sich kein Zeuge gemeldet, der etwas in der Nacht auf Samstag, 4. Januar, beobachtet hat, berichtet Emanuel Luferseder, Vize-Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Geretsried. Die Beamten sind erreichbar unter der Telefonnummer 0 81 71/9 35 10.

Erstmeldung vom 7. Januar

Geretsried – Es ist ein leidiges Thema: Immer wieder werden unter anderem Stromkästen mit blauer oder roter Farbe beschmiert. In der Nacht zum Samstag hat es ein Geretsrieder Wahrzeichen erwischt: Unbekannte haben den GERETSRIED-Schriftzug an der B11 verunstaltet. Die Polizei bittet um Hinweise.

Unbekannte beschmieren Geretsried-Schriftzug

Seit fast acht Jahren bestehen die weißen Lettern auf dem Lärmschutzwall an der B11. Unbekannte hatten sich wie berichtet in der Freinacht 2012 einen Scherz erlaubt, und auf dem Hügel in der Högl-Kurve Buchstaben aus weiß angestrichenen Pressspanplatten ausgelegt. Der Freinachtsscherz schlug ein wie eine Bombe: Schon bald tauften die Geretsrieder die Kurve in Hollywoodkurve um, und regelmäßig wurden die Buchstaben neu zusammengewürfelt und wieder zusammengesetzt.

Geretsried: Hollywoodkurve entstand als Freinachtsscherz

Vor dem Winter mottete die Stadt die Lettern ein. Im Juli 2013 kehrten sie zurück – als stabiles Metallgestell. 6000 Euro ließ sich die Stadt den Spaß kosten. Doch vier Monate später drohte das Ende. Der Schriftzug sollte weg, weil das Bundesfernstraßengesetz solche Anlagen außerhalb geschlossener Ortschaften verbietet. Die Buchstaben lenkten Autofahrer zu sehr ab, urteilte das Landratsamt. Ein Sturm der Entrüstung brach los, sogar eineFacebook-Initiative zum Erhalt der Hollywoodkurve wurde gegründet. Die damalige Bürgermeisterin Cornelia Irmer schrieb an Innenminister Joachim Herrmann. Der machte die Angelegenheit zur Chefsache, und nach einem Ortstermin entschied er: Der Schriftzug darf bleiben – so lange, bis die S-Bahn nach Geretsried rollt. Inzwischen gehört er zu Geretsried wie die Isar und die Nikolauskapelle. Er ist ein beliebtes Fotomotiv, auch wenn dieMetall-Lettern Rost angesetzt haben.

Schriftzug in Geretsried ist beliebtes Fotomotiv

Seit Samstagnacht sind die Buchstaben nicht mehr weiß. Unbekannte erlaubten sich einen schlechten Scherz und besprühten sie mit blauer und roter Farbe. Ein Foto auf der Facebook-Seite der Heimatzeitung sorgte für zahlreiche Reaktionen. Die Mehrheit der User ärgert sich über die Aktion der Schmierfinken. Auch den Urhebern des Schriftzugs ist die Verunstaltung aufgefallen. 

Beschmierter Schriftzug: Mehrheit der Facebook-User ärgert sich

Die Geretsrieder Brüder, die weiterhin anonym bleiben wollen, sagen auf Nachfrage unserer Zeitung: „Wenn man die vielen Reaktionen, auch im Internet, sieht, freuen wir uns, dass unser Schriftzug solch eine Symbol- und Identifikationskraft für Geretsried entwickelt hat.“ Dass die Buchstaben „lebendig sind“ und zu bestimmten Ereignissen auch mal umgestaltet werden, sei toll. „Schöner wäre es allerdings, wenn der Schriftzug als Allgemeingut immer erhalten, nutzbar und unbeschädigt bleibt.“ In einem hätten die Schmierfinken allerdings recht: „Neue Farbe könnten die rostenden Buchstaben schon vertragen.“

Wer sachdienliche Hinweise auf die Verursacher geben kann, meldet sich bei der Polizei Geretsried unter der Telefonnummer 0 81 71/9 35 10. 

nej/sw

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