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Setzt nun auf ein eigenes Schwimmbad: Der Geretsrieder Stadtrat hält die Tür für Wolfratshausen dennoch einen Spalt offen. 

Nach dem Nein aus Wolfratshausen

Hallenbad: Geretsried schlägt die Tür nicht zu

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Geretsried - Die Stadt Geretsried wird den Bau eines eigenen Schwimmbads forcieren. Die Option, mit Wolfratshausen und anderen Gemeinden doch noch ein interkommunales Bad zu bauen, ist dennoch nicht endgültig vom Tisch.

Geretsried – Im Geretsrieder Stadtrat ist man sich einig: Noch mehr Zeit darf die Kommune nicht verlieren. Das alte Schwimmbad an der Jahnstraße steht „auf rostigen Beinen“, betonte Bürgermeister Michael Müller in der Stadtratssitzung am Dienstag. Schon längst hätte es erneuert werden müssen – doch die Idee von einem interkommunalen Bad entzückte. Fünf Jahre dauerte die Debatte, mehr als eine Million Euro Planungskosten wurden investiert. Doch in der vergangenen Woche  sagte der Wolfratshauser Stadtrat Nein. Am jährlichen Betriebskostendefizit wird sich die Loisachstadt nicht beteiligen. Das bedeutet faktisch das Aus für das interkommunale Projekt.

Müller: "Jetzt muss eine Geretsrieder Lösung her"

„Der Bedarf steigt mit der wachsenden Bevölkerung“, sagte Müller zu Beginn der Sitzung am Dienstag. „Wir können nicht noch fünf Jahre debattieren.“ Nicht zuletzt, weil auch das marode Ascholdinger Bad zeitnah zugesperrt würde. „Dann wird es einen großen Engpass geben“, prognostizierte der Geretsrieder Rathauschef. Er wies auf die kommunale Daseinsvorsorge hin, die Stadt habe die Pflicht, ein Schul- und Sportbad vorzuhalten. Nachdem das interkommunale Hallenbad quasi gescheitert sei, „muss jetzt eine Geretsrieder Lösung her“. Müller bat die Räte, ihm den Auftrag zu erteilen, alternative Planungen anstellen zu lassen. Und: Er möchte in einem ersten Schritt prüfen lassen, ob sich ein privater Betreiber für eine Sauna findet. Der entsprechende Beschluss fiel mit nur zwei Gegenstimmen (Dominik Irmer und Lorenz Weidinger, beide Freie Wähler).

Initiatoren eines Bürgerbegehrens begrüßen die Entscheidung

Dieses Votum verschafft den Initiatoren eines Bürgerbegehrens in Wolfratshausen die notwendige Zeit. Sie wollen das Nein der Loisachstadt zur Betriebskostenbeteiligung mit Hilfe der Bevölkerung revidieren. „Das freut uns sehr, diese Entscheidung haben wir uns so gewünscht“, sagten kurz nach der Abstimmung Ingrid Schnaller und Fried-Thorsten Jantzen, zwei treibende Kräfte hinter dem geplanten Bürgerbegehren.

Klare Absage an Vorschlag eines gemeinsamen "Spaßbades"

Eine unmissverständliche Absage erteilte der Geretsrieder Stadtrat dem Vorschlag des Wolfratshauser Bürgermeisters Klaus Heilinglechner (Bürgervereinigung). Er hatte den Bau eines gemeinsamen,großen „Spaßbads“ zwischen den zwei Städten ins Spiel gebracht. Freie-Wähler-Sprecher Robert Lug hält das für einen Aprilscherz, Bürgermeister Müller bemühte sich um eine diplomatische Bewertung: Ein Spaßbad sei „eine nette Idee, die nicht zu Ende gedacht ist“. Für ein solches Projekt würde es keine Fördermittel geben. Zudem sei ein Spaßbad, das nur von einem privaten Investor betrieben werden könne, mit sehr hohen Investitionskosten verbunden.

cce

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