Jugendliche, die im Saftladen an einem Billard-Tisch stehen und. Einer von ihnen beugt sich mit einem Queue in den Händen über den Tisch.
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„Der soziale Kitt, der eine Gesellschaft zusammenhält“: Seit dem 15. März können sich die Jugendlichen wieder im Saftladen (Foto) und im Ein-Stein treffen.

Jahresbericht 2020 des Trägervereins Jugend- und Sozialarbeit

Geretsried: Schwieriges Jahr in der Jugendarbeit

Hinter dem Trägerverein Jugend- und Sozialarbeit Geretsried liegt ein schwieriges Jahr. Geschäftsführer Rudi Mühlhans, seine Stellvertreterin und Schulsozialarbeiterin Angela Heim sowie die Vereinsvorsitzende Kerstin Halba stellten den Jahresbericht 2020 in einem virtuellen Pressegespräch vor.

Geretsried – 16 Seiten umfasst der Jahresbericht des Trägervereins Jugend- und Sozialarbeit Geretsried, der in diesen Tagen an alle Mitglieder verschickt wird. Im Vorwort schreibt die Vorsitzende Kerstin Halba: „2020 wird in die Geschichte sicherlich als das Jahr der Veränderungen eingehen. Bei weitem nicht alle Änderungen werden wir rückblickend als positiv bewerten. Zu sehr mussten sich Menschen im Berichtszeitraum Sorgen um ihre Gesundheit machen und wir alle litten an der Beschneidung der wichtigen Angebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.“ Und, so schreibt Halba weiter: „Zusammenzukommen, gemeinsam etwas zu unternehmen und zu feiern, im Austausch zu sein – dies ist der soziale Kitt, der eine Gesellschaft zusammenhält.“

Team fast komplett ausgetauscht

Zu den Schwierigkeiten in 2020 hinzukam, dass sich das Team des TVJA fast komplett ausgetauscht hat. Vier neue Mitarbeiter, neun Praktikanten und drei Jugendliche, die ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) ableisten, sind in den Jugendzentren Saftladen und Ein-Stein, in der mobilen Jugendarbeit, an den Schulen, im Quartiersmanagement und bei Integration Aktiv beschäftigt. Trotz dieses Umbruchs und der Pandemie sei es dennoch gelungen, einige Aktionen wie Hofflohmärkte in Stein und am Johannisplatz, Kräuterführungen oder Online-Befragungen zu veranstalten, berichtete Schulsozialarbeiterin Angela Heim.

Klientel muss sich an neue Mannschaft gewöhnen

Von Juni bis November waren die Jugendtreffs geöffnet. Seit 15. März dürfen sie ebenfalls öffnen, so lange der Inzidenzwert im Landkreis unter 100 liegt. Die Besucherzahlen von früher seien aber aufgrund der Zugangsbeschränkungen bei Weitem nicht erreicht worden. Vor allem im Saftladen müsse sich das Klientel zudem erst an die neue Mannschaft gewöhnen, sagte Vereinsgeschäftsführer Rudi Mühlhans. Er ärgert sich, dass Jugendzentren 2020 in den Lockerungsdiskussionen in einem Atemzug mit Bordellen genannt worden seien. Mehrfach hatte der Geschäftsführer auch gegenüber unserer Zeitung betont, wie wichtig der persönliche Kontakt zu Kindern und Jugendlichen sei. Gerade nach dem Personalwechsel sei es notwendig, ihr Vertrauen schrittweise zu gewinnen.

Kerstin Halba ist Vorsitzende des Trägervereins Jugend- und Sozialarbeit Geretsried.

Die Streetworker konnten ihre Aufgaben in gewohntem Umfang wahrnehmen. Corona sei natürlich auch hier ein Thema gewesen, so Mühlhans. „Mit wie vielen Freunden darf ich draußen unterwegs sein?“ und ähnliche Fragen hätten die Jugendlichen beschäftigt. Ein neuer Lieblingstreffpunkt, ein „place to be“, wie es Mühlhans ausdrückte, sei der Karl-Lederer-Platz.

Laut Jahresbericht sind Drogen, die „bedenklich leicht verfügbar“ seien, ein Problem in der mobilen Jugendarbeit. Angela Heim berichtete, dass neben Cannabis auch Kokain und Ritalin eine Rolle spielten. Einige Jugendliche stünden stark unter Leistungsdruck und versuchten, sich mit dem amphetaminhaltigen Medikament aufzuputschen, so die Schulsozialarbeiterin.

2021 steht beim Trägerverein Jugend- und Sozialarbeit unter dem Motto „Tabus“. Im Saftladen soll zum Beispiel über den Themenbereich Frauen, Menstruation und Sex gesprochen werden, im Quartiersmanagement über Einsamkeit im Alter. Auf welche Art sich Geretsried an der Aktionswoche „Frühlingserwachen“ des Kreisjugendrings Anfang Mai beteiligt, steht noch nicht fest.

Kochbuch in Arbeit

In Arbeit ist derzeit ein Kochbuch mit internationalen Spezialitäten, für das noch Rezepte gesucht werden. Gesucht wird außerdem ein Mitarbeiter für den Saftladen als Ersatz für Alexander Kapeindl, der sich beruflich verändert.

Tanja Lühr

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