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Das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden: Martin Begander arbeitet ehrenamtlich bei der Motorradstaffel des Arbeiter-Samariter-Bunds München.

Er übt seinen Beruf auch in der Freizeit aus

Seit zehn Jahren rettet dieser Geretsrieder Leben – auf seinem Motorrad

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Martin Begander übt seinen Beruf auch in der Freizeit aus – aus Leidenschaft fürs Motorradfahren. Der Rettungsassistent fährt für die Motorradstaffel des Arbeiter-Samariter-Bunds.

Geretsried – Er liebt seinen Beruf als Rettungsassistent und das Motorradfahren – und genau diese zwei Komponenten verbindet Martin Begander (56) in seiner Freizeit. Der Geretsrieder ist seit zehn Jahren im Auftrag des Arbeiter-Samariter-Bunds (ASB) München ehrenamtlich als Mitglied der Motorradstaffel unterwegs.

Die Helfer auf zwei Rädern werden bei Großveranstaltungen wie Open-Airs, Straßenfesten oder Sportveranstaltungen angefordert, um die sanitätsdienstliche Absicherung zu übernehmen. Zudem werden sie als Lotsen für den schnellen Transport von Blutkonserven oder Medikamenten eingesetzt. Auch unterstützen sie als „First Responder“ den Rettungsdienst. Dazu sind die Motorräder zusätzlich zu Funk und Blaulicht unter anderem mit Blutdruck- und Blutzuckermessgeräten, Beatmungsbeutel, Infusionsset, Verbandsmaterial und Defibrillator ausgestattet.

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Martin Begander: Rettungsassistent aus Geretsried.

Im Schnitt legt die Motorradstaffel, die derzeit aus 14 Ehrenamtlichen – 13 Männer und eine Frau – besteht, pro Jahr etwa 25.000 Kilometer quer durchs Oberland zurück. Martin Begander ist, so oft es geht, an den Wochenenden zwischen April bis September auf der Straße. Das Einsatzmotorrad, eine BMW R 1200 RT, sei schwer, aber bequem zum Sitzen und schön zum Fahren. „Das hält man schon einige Zeit aus.“ Bevor ein Fahrer seine Tour antritt, meldet er sich für das entsprechende Gebiet an. Begander bevorzugt die Autobahn zwischen dem Irschenberg und Holzkirchen. „Aber da hat jeder so seine Lieblingsroute.“ Wird der Leitstelle auf besagter Strecke ein Vorkommnis gemeldet, funkt sie Begander an. „Aber ich denke, 70 bis 80 Prozent entdecken wir selbst“, sagt der Geretsrieder. Bei „frischen“ Unfällen versuchen die ASB-Fahrer, erst einmal einen Stau zu produzieren, damit kein anderer Verkehrsteilnehmer in die Unfallstelle rast. Erst dann beginnen sie, Hilfe zu leisten. „Oberstes Gebot bei jedem Einsatz ist aber, auf sich selbst zu achten“, sagt der erfahrene Rettungsassistent. „Denn es nützt keinem, wenn ich dann selbst daliege.“

Die ASB-Fahrer steuern auch Pannenfahrzeuge an. „Oft sind es Senioren ohne Handy, die Hilfe benötigen.“ In solch einem Fall übernimmt Begander die Absicherung und informiert den ADAC oder Bekannte des Betroffenen. Auch Kinder, denen beim Autofahren schlecht geworden ist, sind keine Seltenheit. Egal in welchem Fall: Die Hilfsangebote werden laut Begander ohne Ausnahme gerne angenommen.

Dass dem 56-Jährigen sein Ehrenamt ein Anliegen ist, steht außer Frage. Nur kürzlich kam er ziemlich ins Schwitzen. Der 56-Jährige und ein Kollege waren Gast am Tag der offenen Tür bei der Freiwilligen Feuerwehr Geretsried. Als die schweren Motorräder eine Runde über den Hof drehten, waren „besonders die Kinder mehr als begeistert“, sagt Begander. „Wir haben den Nachmittag damit verbracht, die Kinder auf die Maschinen hoch- und wieder herunterzuheben.“

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Gegründet wurde die ASB-Motorradstaffel zum Eröffnungsspiel der Fußball WM 2006 in München, finanziert aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen. „Zum Teil waren damals das Funksystem der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, kurz BOS, als auch der öffentliche Mobilfunk überlastet“, erklärt Thomas Nindl, Vorstandsmitglied des ASB München Oberbayern, und mit federführend beim Aufbau der Staffel. „So entstand die Idee, die Kommunikation im Falle eines Großschadensereignisses mit Kradmeldern sicherzustellen.“

Ein Gedanke, der einschlug: Bereits im folgenden Jahr wurde der ASB beauftragt, mit seinen Motorradfahrern die BR-Radltour zu begleiten – und ist seitdem bei dieser Veranstaltung nicht mehr wegzudenken. Bei der jüngsten Tour Anfang August war auch Begander als Begleitfahrzeug dabei. „Bei einem Sturz können wir innerhalb von 60 Sekunden bei dem Verletzten sein und die Erstversorgung übernehmen.“ sh

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