Geretsried (Bayern): Messermann bedroht Beamte: Polizei fordert SEK an - das rückt nicht an
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Anfang Januar mussten die Polizisten in Geretsried einen Mann überwältigen, der in seiner Wohnung randalierte.

Polizeiinterner Ärger

Messermann bedroht Beamte: Polizei fordert SEK an - doch das rückt nicht an

  • Markus Christandl
    vonMarkus Christandl
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Nach einem Polizeieinsatz, bei dem ein 23-Jähriger in Geretsried Beamte mit einem Messer bedrohte und Feuer legte, gibt es polizeiintern Ärger.

  • In der Nacht des Dreikönigstages kam es zu einem Polizeieinsatz in Geretsried
  • Ein 23-Jähriger bedrohte dabei Polizeibeamte mit einem Messer
  • Nun stellt sich die Frage, ob ein SEK hätte eingesetzt werden sollen

Geretsried – Die Nacht des Dreikönigstages verlief in Geretsried (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) alles andere als ruhig. In einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus randalierte ein 23-Jähriger. Es begann ein fast dreistündiger nervenaufreibender Einsatz. Die Polizisten wurden von dem Mann mit einem Messer bedroht. Außerdem legte er ein Feuer in der Wohnung, durch das auch andere Bewohner gefährdet wurden. Als die Einsatzkräfte die Wohnung betraten, um den Brand zu löschen, wurde der 23-Jährige angeschossen. Der Mann wurde am Bein verletzt.

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Geretsried - Polizeipräsidium bestätigt: „Es gab die Anfragen“

Nun, sieben Wochen später, kommt die Frage auf, ob der Einsatz schneller hätte beendet werden können. Denn sowohl der Schaden am Gebäude als auch der Schuss wären vermeidbar gewesen, berichteten örtliche Polizisten gegenüber dem Bayerischen Rundfunk. Die Beamten hatten nach 20 Minuten in der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd in Rosenheim das in München stationierte Spezialeinsatzkommando angefordert. Und danach noch zwei weitere Male. „Es gab die Anfragen“, bestätigte Präsidiumssprecher Stefan Sonntag. Doch in der Einsatzzentrale entschied man sich dagegen, das SEK einzusetzen. Erst nach Mitternacht gab es doch grünes Licht. Doch da hatte der Mann in der Wohnung bereits ein Feuer gelegt.

Das SEK wird alarmiert, wenn ein gefährlicher Einsatz absehbar ist. Laut Sonntag seien immer mehrere Personen an einer Entscheidungsfindung beteiligt. Der Vorgang werde nun intern untersucht, es gebe Nachbesprechungen. Rund 500 Telefongespräche und Funksprüche werden ausgewertet.

Ein Mann hat mitten in der Münchner Fußgängerzone plötzlich ein Messer gezogen. Zuvor hatten Ladendetektive den Mann aus einem Geschäft begleitet.

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