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Alles im Griff hat René Mühlberger, Leiter der Staatlichen Feuerwehrschule Geretsried.

Im Gespräch mit dem Leiter René Mühlberger

So hat sich die Coronakrise auf die Feuerwehrschule ausgewirkt

  • Sabine Hermsdorf-Hiss
    vonSabine Hermsdorf-Hiss
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Die Feuerwehrschule Geretsried ist eine von dreien im Freistaat. Sie hat die Coronakrise trotz aufallender Lehrgänge gut überstanden. 

Geretsried– Die Staatliche Feuerwehrschule Geretsried (SFSG) ist eine von drei Feuerwehrschulen in Bayern, die normalerweise in über 180 Lehrgängen pro Jahr 6200 Teilnehmer ausbildet. Diese kommen aus den Reihen der Feuerwehren, den weiteren im Katastrophenschutz mitwirkenden Organisationen und Behörden sowie den Integrierten Leitstellen im Freistaat. Bedingt durch die Corona-Pandemie konnten von Mitte März bis Mitte Juni für die Ehrenamtlichen keine Lehrgänge durchgeführt werden, die Hauptamtlichen durften unter Einhaltung der Hygienevorschriften bereits ab Mitte Mai starten. Unsere Mitarbeiterin Sabine Hermsdorf-Hiss sprach mit dem Leiter der SFSG, René Mühlberger, über die Situation.

Herr Mühlberger, welche Lehrgänge finden derzeit an der SFSG statt?

Bis zur Sommerpause finden abwechselnd Lehrgänge für die Leiter einer Feuerwehr, also die Kommandanten, für Gruppen- und Zugführer sowie für Drehleitermaschinisten statt. Zudem läuft ein Lehrgang für Disponenten Integrierter Leitstellen und das Zugführermodul des Brandoberinspektorenlehrgangs. Ab September werden wir das Programm behutsam weiter hochfahren. Es gibt dann unter anderem auch wieder Angebote für angehende Organisatorische Leiter und örtliche Einsatzleiter im Bereich Katastrophenschutz.

Inwieweit mussten die Teilnehmerzahlen reduziert werden, um den Corona-Auflagen Rechnung tragen zu können?

Bestimmend sind die Abstandsregeln im Lehr- und im Speisesaal. Daher haben wir in den Lehrgängen die Teilnehmerzahl um die Hälfte oder ein Drittel reduziert.

Werden, sobald weitere Lockerungen zum Tragen kommen, die ausgefallenen Lehrgänge nachgeholt?

Nachdem unsere Lehrgangsplanung in normalen Zeiten an die Kapazitätsgrenze reicht, was unsere Unterkünfte und Lehrsäle in Geretsried betrifft, ist es uns leider nicht möglich, die abgesagten Lehrgänge nachzuholen.

Die SFSG hat immer mehr Anfragen als Plätze. Wird sich in den nächsten Jahren wegen der Ausfälle das Kapazitätsproblem weiter verschärfen?

Es ist ja nicht nur das Angebot der drei staatlichen Feuerwehrschulen in Bayern oder der anderen Feuerwehrschulen in Deutschland Corona-bedingt ausgefallen, auch der Ausbildungs- und Übungsbetrieb bei den Feuerwehren auf kommunaler Ebene musste ausgesetzt werden. Das ist natürlich alles andere als erfreulich. Andererseits kenne ich das ehrenamtliche Feuerwehrwesen seit über 30 Jahren aus eigenem Erleben und ich formuliere das mal so, dass der Corona-Ausfall das System hinsichtlich der Fähigkeiten und Kompetenzen der Einsatzkräfte nicht ins Wanken gebracht hat. Dennoch müssen wir weiterhin alle Anstrengungen unternehmen, das Angebot im feuerwehrschulischen Segment schrittweise auszubauen und zu erweitern – und dafür werden wir uns weiterhin einsetzen.

Wie belastend ist Corona für die Lehrkräfte und die anderen SFSG-Mitarbeiter?

Zuerst muss man festhalten, dass die Kolleginnen und Kollegen als Angehörige des öffentlichen Dienstes keine Existenzängste im persönlichen und finanziellen Bereich hegen müssen. Das ist ein wichtiger Aspekt. Trotz des Unterrichtsausfalls hatten wir aber in den vergangenen Wochen eine sehr arbeitsreiche Zeit bei der Unterstützung im Rahmen der Pandemiebewältigung in verschiedenen Führungs- und Unterstützungseinheiten sowie in diversen Arbeitsgruppen. Dabei waren wir am Standort der SFSG beispielsweise mit der Unterstützungsgruppe für das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, besetzt mit Kräften von THW und Polizei, aber auch in der Führungsgruppe Katastrophenschutz Bayern im Innenministerium in München eingebunden. Auch für IT, Küche und Verwaltung sowie die Mitarbeiter der Verfahrenskoordination Integrierte Leitstelle und der Verfahrensunterstützung Digitalfunk an der SFSG gab es keine Phase zur Entspannung. Soweit im Lehrbereich noch Kapazitäten frei waren, wurden von den Kollegen anstehende Überarbeitungen von Lehr- und Lernmaterialien zum Teil auch in flexibler Arbeit in den eigenen vier Wänden verrichtet.

Ist an der SFSG Kurzarbeit eingeführt worden?

Es war genug zu tun. Diese Frage hat sich für uns daher nicht gestellt.

Die SFSG wird laufend erweitert. Inwiefern hat die Corona-Pandemie Auswirkungen auf die ursprünglich geplanten Bautätigkeiten?

Das kann ich derzeit nicht bewerten, hoffe aber auf eine naht- und reibungslose Fortführung des Baumasterplans für die Staatlichen Feuerwehrschulen in Bayern. Wir sind gerade in der Planungsphase eines Gebäudes zur Erweiterung unseres Unterkunftsbereichs um rund 80 Zimmer sowie den Neubau unserer Schulküche und Cafeteria. Zudem wird der Parkplatz für die Teilnehmer neu gefasst. Weitere Meilensteine, wie Lehrsaalgebäude, Bürogebäude und Fahrzeughalle sollen folgen. Wie ich schon geschildert habe, sind dies ganz wesentliche Voraussetzungen für die dringend erforderliche Ausweitung der Zahl der Lehrgangsplätze – insbesondere in den gesetzlich vorgeschriebenen Führungslehrgängen.

Lesen Sie auch: Stabwechsel:Schwarz geht, Mühlberger kommt

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