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Herzliche Gratulation: Bürgermeister Michael Müller (re.) überreichte dem Geretsrieder Ehepaar zur Gnadenhochzeit einen Blumenstrauß.

„Solange wir zusammen sind, fehlt es uns an nichts“

Zur Gnadenhochzeit grüßt der Bürgermeister

Geretsried – Agathe und Maximilian Kalteis aus Geretsried sind seit 70 Jahren glücklich verheiratet. Ihr gemeinsames Glück begann im Wolfratshauser Kino.

Auf einen Grundsatz legt Agathe Kalteis stets besonders großen Wert: „Treue und Liebe müssen immer die Basis einer Beziehung sein.“ Wenn man sich daran halte, sei es auch möglich, dass man 70 Jahre lang verheiratet bleibt. Die 89-jährige Geretsriederin weiß, wovon sie spricht: Am Dienstag feierten sie und ihr Mann Maximilian Kalteis im Beisein ihrer Liebsten die Gnadenhochzeit. Auch Bürgermeister Michael Müller besuchte das Ehepaar und überbrachte die Glückwünsche der Stadt. Obendrauf gab es einen großen Blumenstrauß und ein Tee-Set.

Dass die beiden schon derart lange beisammen sind, merkt man den Geretsriedern nicht an. „Wir lieben uns immer noch wie am ersten Tag“, sagt Agathe Kalteis und strahlt. „Vielleicht sogar noch mehr.“ Wenn das Paar gemeinsam spazieren geht, dann stets händchenhaltend, erzählt sie.

Ganz in weiß heirateten Agathe und Maximilian Kalteis vor 70 Jahren in Königsdorf.

Kennen gelernt haben sich die beiden während des Zweiten Weltkriegs. „Ich hatte damals zum ersten Mal Fronturlaub“, erinnert sich der 95-Jährige. Der junge Soldat besuchte zu diesem Anlass seine Schwester, die auf dem Gut Buchberg als Köchin arbeitete.
Dort lebte die damals 16-jährige Agathe nach dem Tod ihrer Eltern. Noch am selben Abend besuchten sie gemeinsam das Wolfratshauser Kino. Welcher Film damals gezeigt wurde, wissen die Senioren noch heute. „Wir haben uns ,Vom Winde verweht’ angesehen.“

Vier Jahre später läuteten in Königsdorf die Hochzeitsglocken. Das junge Glück war perfekt. Aus der Ehe entstammen drei Söhne, die inzwischen alle selbst Familie haben. Die Fotos von fünf Enkeln und sechs Urenkeln schmücken die Wände des Wohnzimmers im Haus Elisabeth an der Johann-Sebastian-Bach-Straße in Geretsried. Bis Anfang dieses Jahres hingen die Erinnerungsstücke noch in ihrer eigenen Wohnung. Seit etwa einem Monat bewohnt das Paar aber nun gemeinsam ein Zimmer im Seniorendomizil. Für die Rentner kein einfacher Tapetenwechsel: „Nach über 50 Jahren im selben Haus ist das natürlich eine große Umstellung“, sagt die Ehefrau. „Daran müssen wir uns erst gewöhnen.“ Eines stimmt die 89-Jährige jedoch optimistisch: „Solange wir zusammen sind, fehlt es uns an nichts.“

von Dominik Stallein

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