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Das Lorenz-Areal soll in naher Zukunft relativ dicht bebaut werden. Das beobachten einige Bürger mit Misstrauen.

Kontroverse am CSU-Stammtisch

Geretsried soll nicht Neuperlach werden

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Momentan wird viel gebaut, und nicht jedem gefällt das. Beim Stammtisch der CSU warnte ein Bürger davor, dass Geretsried sich auf keinen Fall in Richtung Hasenbergl und Neuperlach entwickeln sollte. 

Geretsried - Die Verdichtung in Geretsried war das große Thema beim CSU-Stammtisch am Sonntag. Ein Bürger übte harsche Kritik am Maß der aktuellen Bebauung. „Wir können nicht die Probleme von München lösen“, erklärte er. Außerdem warnte er davor, dass es am Lorenz-Areal so aussehen wird wie am Hasenbergl oder Neuperlach in München. „Ich kann nur an alle Stadträte appellieren, sich das noch einmal genau anzuschauen“, sagt er. „Gegen moderate Bebauung hat niemand etwas, aber hier wird weit über das Ziel hinausgeschossen“, sagte er. „Das ist in keiner Weise nachhaltig.“

Hohe Häuser sind besser als Flächenfraß

Ortsvorsitzender Ewald Kailberth, der den Stammtisch leitete, räumte ein, dass die Bebauung derzeit ein „Wahnsinns-Thema“ ist. Allerdings widersprach er der Behauptung, dass die Probleme von der Landeshauptstadt ausgehen. „Es geht schon auch um unsere Leute.“ Wenn sich Paare trennen, wenn Kinder kommen: Immer wird neuer Wohnraum gesucht. Zur Verdichtung gebe es keine Alternative, wenn man nicht Flächen wie die an der Tattenkofener Straße antasten wolle. „Das würde Flächenfraß bedeuteten, und dass will niemand.“ Um den Bedarf zu decken, der zweifellos da ist, müsse man in die Höhe bauen. Dies umso mehr, als es in Geretsried wegen der Altlasten immer noch Flächen gebe, wo Wohnen schlicht und ergreifend nicht möglich ist.

„Die Zeiten der Großzügigkeit sind vorbei“

Heinz Wensauer hakte nach. Auch dem Wolfratshauser missfällt die aktuelle Entwicklung. „Das ist auch meine Heimat, und mich beängstigt schon, wie alles zugebaut wird.“ In gewisser Weise gab ihm CSU-Stadtrat Volker Reeh Recht. „Wir müssen im Stadtrat die Sorgen der Bürger wieder ernster nehmen“, sagte er kritisch. „Wir müssen die Leute wieder mehr mitnehmen, als das aktuell der Fall ist.“ Stadträtin Dr. Sabine Gus-Mayer wies darauf hin, dass sich derzeit einfach viel ändere. „Die Zeiten der Großzügigkeit sind vorbei.“ Früher mag es normal gewesen sein, wenn sich eine Familie ein Häuschen mit 1000 Quadratmetern Garten gekauft und das Haus mitten hineingestellt hat. Das sei heute ganz anders. Die Nachfrage müsse befriedigt werden, wobei es darauf ankomme, die richtige Mischung zu finden. Es habe keinen Sinn, nur Sozialwohnungen anzubieten oder nur Penthouse-Wohnungen. Ein Quadratmeter-Preis von 8,50 Euro an der Sudetenstraße sei durchaus erschwinglich.

Manchem ist Urlaub genauso wichtig wie Wohnen

Der Kreisvorsitzende der Jungen Union, Andreas Ofenbeck, bestätigte, dass eine Wohnungssuche speziell für eine junge Familie eine Herausforderung sei. Er selbst sei froh, an der Jeschkenstraße etwas gefunden zu haben. Er verwahrte sich gegen die Behauptung, die neuen Wohnungen sei auch für die neuen Bewohner unzumutbar. „Das muss schon jeder für sich selbst entscheiden.“ Ewald Kailberth ergänzte, dass sich auch das Verhältnis vieler Menschen zum Thema Wohnen geändert habe. „Statt Garten wollen halt manche lieber zwei Mal in Urlaub fahren.“

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