Auf uns: Claudia Harrasser und Evelyn Zuber feiern 100 Jahre Soroptimist International und eine besondere Auszeichnung.
+
Auf uns: Claudia Harrasser und Evelyn Zuber feiern 100 Jahre Soroptimist International und eine besondere Auszeichnung.

Projekt zur Hausaufgabenhilfe

Soroptimistinnen helfen Frauenhaus und erfahren großen Zuspruch

Mit ihrem jüngsten Projekt haben die Soroptimistinnen des Clubs Isartal-Bad Tölz ins Schwarze getroffen. Sie unterstützen das Frauenhaus - und profitieren davon selbst in mehrfacher Hinsicht.

Geretsried – Schutzbedürftigen Frauen und ihren Kindern über den ersten Lockdown helfen, das wollten Soroptimistinnen des Clubs Isartal-Bad Tölz vergangenes Jahr. Aus dem Projekt, das die Mitglieder im April 2020 starteten, ist aber ein längerfristiges geworden, das sie selbst bereichert. Und dafür wurden sie nun sogar von ihrem deutschen Dachverband ausgezeichnet. Es habe Vorbildcharakter für andere Soroptimistinnen, berichteten Claudia Harrasser und Evelyn Zuber vom örtlichen Club kürzlich bei einem Pressegespräch in Geretsried.

Die beiden Frauen – Harrasser ist Präsidentin, Zuber zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit – haben selbst Kinder und waren zum Beginn der Corona-Pandemie gut beschäftigt mit Homeschooling und Co. „Wenn uns das schon stresst, wie mag es dann wohl den Frauen im Frauenhaus gehen“, fragten sie sich. Mit dem Wolfratshauser Verein „Frauen helfen Frauen“ hatten die Soroptimistinnen bereits in der Vergangenheit immer wieder zusammengearbeitet.

Aus Hausaufgabenhilfe wurde Freundschaft

Tatsächlich stellte sich heraus, dass Bedarf da ist, vor allem bei Migrantinnen. Es entstanden Patenschaften zur Hausaufgabenhilfe. Über ein Jahr später sind daraus Freundschaften geworden. „Ich lerne jetzt afrikanisch kochen“, erzählt Harrasser. „Und ich arabische Lieder“, sagt Zuber. Die Patenschaft sei „eine echte Bereicherung in jeder Hinsicht“.

Für die Mutter ihres neunjährigen Patenkinds sei es gut, dass sie jetzt jemanden habe, der ihr Dinge erklärt, die für Deutsche selbstverständlich sind, sagt Harrasser. „Zum Beispiel, warum man in der Schule drei Hefte braucht mit gelbem, blauem und grünem Umschlag und dazu noch Schnellhefter in den Farben.“ Für Harrasser ist es eine interessante Erkenntnis, dass manches hier schon speziell sei. Und ihr macht es große Freude, die Begeisterung beim ersten Besuch im Tierpark zu erleben oder über einen rosaroten Glitzerstift zur besseren Konzentration.

Auch Zuber will den Kontakt nicht mehr missen. Die Mutter ihres zehnjährigen Patenkinds setze sich beim Hausaufgabenmachen sogar dazu, um auch Deutsch zu lernen. Auch Zubers eigene Tochter stehe inzwischen mit der Familie in Kontakt. „Das wird eine langjährige Freundschaft bleiben“, hofft sie.

„Wir sind ein Frauenverein in der besten Art und Weise.“

Dabei war der Start gar nicht so leicht. Nicht nur, weil man sich wegen der Pandemie nicht persönlich kennenlernen und nur über die digitalen Kanäle kommunizieren konnte. Auch die Schutzbedürftigkeit der Frauen spielte eine Rolle. „Wir wussten lange nicht, wo diejenigen wohnen.“ Und als die Soroptimistinnen einen ITler zu ihnen schicken wollten, um WLAN und Drucker einzurichten, war ihnen erstmal gar nicht klar: Es ist ein Problem, wenn ein Mann allein ins Haus kommt.

Die Soroptimistinnen, ein Netzwerk berufstätiger Frauen, haben sich 1921 – also vor 100 Jahren – in den USA gegründet (siehe Kasten). Den Club Isartal-Bad Tölz gibt es seit 1987. 21 Frauen zwischen 40 und 87 Jahren gehören ihm an. Sie treffen sich einmal im Monat zum Clubabend, normalerweise im Tölzer Kolberbräu, während der Pandemie digital. Schwerpunktmäßig beschäftigen sich die Soroptimistinnen mit der Förderung von Frauen, ob durch Bildung, medizinische Versorgung, Ernährungssicherheit und Nachhaltigkeit oder den Kampf gegen Gewalt. Harrasser: „Wir sind kein Feministenverein. Wir sind ein Frauenverein in der besten Art und Weise.“

100-Jahr-Feier

Zum 100-jährigen Jubiläum von Soroptimist International lädt der Club Isartal-Bad Tölz zu zwei Veranstaltungen ein, an denen jeder Interessierte teilnehmen kann. Am Freitag, 24. September, veranstalten die Soroptimistinnen eine Online-After-Work-Party mit einem Tasting der Tonics des Regensburger Startups Mistelhain. Wer sich über die Internetseite www.soroptimist-isartal.de anmeldet, erhält ein Probier-Paket zum Preis von 28 Euro. Daraus entstehen bei dem digitalen Treffen ab 18.30 Uhr Drinks. Während die Mixkreationen verkostet werden, hören die Teilnehmerinnen informative und unterhaltsame Geschichten über Soroptimistinnen und den Soroptimismus. Am Freitag, 8. Oktober, um 16 Uhr geht es in den Wald. Förster Robert Nörr erklärt bei einer Exkursion im Wolfratshauser Bergwald die aktuellen Herausforderungen und zeigt auch landschaftlich reizvolle Plätze. Anmeldung bei Claudia Harrasser unter Telefon 01 57/35 59 73 50.

sw

Wolfratshausen-Geretsried-Newsletter: Alles aus Ihrer Region! Unser brandneuer Wolfratshausen-Geretsried-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Region – inklusive aller Neuigkeiten zur Corona-Krise in Ihrer Gemeinde. Melden Sie sich hier an.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare