Manuel Neuer operiert! Keeper fällt aus

Manuel Neuer operiert! Keeper fällt aus
+
Zählt der Sport nur in Wahlkampfzeiten? Diese Frage wirft die IGS angesichts der offenen Baustellen Hallenbad, Eisstadion, Isarau-Stadion und Kunstrasenplatz auf.

„Größte anzunehmende Watsch’n“

Geretsrieder Sportvereine schreiben geharnischten Brief

  • schließen

Geretsried - Der Haushaltsentwurf erzürnt die Interessengemeinschaft der Geretsrieder Sportvereine. Sie schreiben von der "größten anzunehmenden Watsch'n" - und fordern Konsequenzen.

Das Eisstadion ist bis 2019 verschoben, der Kunstrasenplatz wurde ganz gestrichen, und für das Hallenbad sind heuer nur zwei Millionen Euro eingeplant. Als „größte anzunehmende Watsch’n“ bezeichnet die Interessengemeinschaft der Geretsrieder Sportvereine (IGS) in einem geharnischten Brief den Haushaltsentwurf der Stadt für 2016. Unter diesen Umständen, so schreiben die IGS-Sprecher Harald Zajdlik, Heidrun Rösing und Mathias Renz, könne man auf die angedachte Sportlerehrung im Herbst verzichten. „Das wäre dann nur noch eine Farce.“

Wahlversprechen würden nicht eingehalten werden

„Wir erinnern uns noch sehr gut an den Abend im voll besetzten Ratsstubensaal Anfang 2014“, beginnen die drei IGS-Sprecher ihren Brief. Damals war der Bürgermeisterwahlkampf in vollem Gange und auf dem Podium saßen die drei Kandidaten Michael Müller (CSU), Hans Hopfner (SPD) und Robert Lug (Freie Wähler). „Robert Lug hatte seine Pläne von einem neuen Sportzentrum mit Hallenbad, Eisstadion und Sportplätzen im Geretsrieder Süden dabei. Hans Hopfner verwies auf seine jahrelange Sportvereinszugehörigkeit und sein Amt als Sportreferent sowie darauf, wie wichtig ihm der Sport in Geretsried sei. Der heutige Bürgermeister Michael Müller versicherte in der Diskussionsrunde und später in vielen persönlichen Treffen, wie sehr ihm der Sport in unserer Stadt am Herzen liege und dass er eine hohe Priorität genieße.“

Drei Projekte, so erinnert sich die IGS, seien dabei „immer ganz besonders großgeschrieben worden“: der Neubau des Hallenbads, die Überdachung des Eisstadions sowie der Bau eines zweiten Kunstrasenplatzes in Geretsried auf dem Gelände der Fußball-Freunde. Auch eine Überplanung des Isarau-Stadions sei ein Thema gewesen. „Bis letzte Woche haben wir Sportler noch fest an die zukunftsnahe Umsetzung der Projekte geglaubt. Schließlich war der Kunstrasen im Haushalt eingeplant, eine – große oder zumindest kleine – Version des Hallenbads schien sicher, und das Eisstadion wurde immer wieder – zuletzt in der Stadtratsklausur im November 2014 – als feststehendes Projekt benannt. Vielleicht hätten wir noch besser hinhören sollen“, schreibt die IGS. „Der Merkur-Bericht vom letzten Donnerstag, dass laut Empfehlung des Finanzausschusses der Kunstrasen vorerst aus dem Haushalt gestrichen, die Überdachung des Eisstadions frühestens 2019 wieder ein Thema und das Hallenbad erst mal nur mit zwei Millionen Euro berücksichtigt werden soll, sind für uns Geretsrieder Sportler die GAW – die größte anzunehmende Watsch’n.“

IGS verweist auf Leistungen der Sportvereine

In ihrem Brief verweist die IGS auf die Leistungen der Geretsrieder Sportvereine. „Wir bringen fast 10 000 Menschen – die Mehrzahl davon Kinder und Jugendliche – in Bewegung, weg von der Straße und leisten wertvolle Integrationsarbeit. Wir koordinieren die gesamte Belegungsplanung der Geretsrieder Sporthallen (eigentlich städtische Aufgabe) selbst.“ Auch als es um die Belegung der Adalbert-Stifter-Turnhalle mit Flüchtlingen ging, hätten die Vereine „proaktiv eine Lösung präsentiert, die den Sportbetrieb der Vereine zwar stark eingeschränkt hat, aber für alle fair war“. Und dies alles im Ehrenamt. „Wir glauben, dass wir nicht alleine stehen, wenn wir sagen, dass wir Sportler Geretsried sehr ins Herz geschlossen haben und uns seit Jahrzehnten für ein gutes Miteinander, die Ausbildung der Jugend, die Integration Zugezogener und einen guten Ruf über die Stadt- und Landkreisgrenzen hinaus einsetzen.“

Konsequenz: Verzicht auf Sportlerehrung?

Es wäre deshalb sehr befremdlich, so schreibt die IGS, wenn die Stadtoberenen den Empfehlungen des Finanzausschusses folgen würden „und damit signalisieren, dass sie ihre Sportvereine immer nur kurz vor anstehenden Wahlen schätzen“. Am Ende des Briefes heißt es: „Unter diesen Gesichtspunkten können wir den Stadtrat – trotz der gegebenen kaufmännischen Zwänge, die auch wir sehen – nur darum bitten, den Sport bei der Zukunftsplanung nicht komplett außen vor zu lassen.“ Wenn doch, hat die IGS gleich die nächste Sparempfehlung: „Verzichten sie in diesem Fall doch bitte auf die angedachte Sportlerehrung im Herbst, das wäre dann nur noch eine Farce.“

sas

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Großbrand in den Isarauen: Schlimmer Schaden verhindert
Großeinsatz für die Feuerwehren im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen: 160 Freiwillige kämpften am Mittwoch gegen einen Waldbrand in der Pupplinger Au bei Geretsried. …
Großbrand in den Isarauen: Schlimmer Schaden verhindert
Polizei warnt vor falschen Polizisten
In Geretsried und Gelting gab es am Mittwochabend mehrfach Anrufe durch falsche Polizeibeamte. Sie warnten vor angeblichen Einbrechern.
Polizei warnt vor falschen Polizisten
„Man braucht eine gesunde Psychohygiene“
Sie sind für die Schüler Ansprechpartner und helfende Hände in Problemsituationen: Die Schulsozialarbeiter an den Wolfratshauser Mittelschulen. Seit zehn Jahren gibt es …
„Man braucht eine gesunde Psychohygiene“
Notarzt siegt gegen Zweckverband
Notarzt siegt gegen Zweckverband

Was denken Sie über diesen Artikel?

Kommentare