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800 Parkplätze im Zentrum? „Die braucht kein Mensch“, sagt der Architekt Klaus Kehrbaum.

Im Zentrum sowie für Sozialwohnungen müssen weniger Parkplätze gebaut werden

Stadt dreht am Stellplatzschlüssel

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Geretsried – Im Jahr 2012 hat die Stadt Geretsried eine Stellplatzsatzung erlassen. Der Grund war, dass der Parkdruck durch die Verdichtung in den Wohngebieten extrem zugenommen hatte. Jetzt wird die Verordnung in zwei Punkten aufgeweicht. Dadurch soll zum einen der soziale Wohnungsbau gefördert und zum anderen die Neugestaltung des Stadtzentrums befeuert werden.

Legt man dem neuen Bebauungsplan für das Gebiet um den Karl-Lederer-Platz die Stellplatzsatzung der Stadt zugrunde, müssten für die neuen Geschäfte und Wohnungen dort mehr als 800 Parkplätze geschaffen werden. „Die braucht kein Mensch“, sagte Architekt Klaus Kehrbaum diese Woche im Stadtrat. Wie berichtet sollen im Krämmel-Bau am Karl-Lederer-Platz ein Vollsortimenter sowie im Neubau der Baugenossenschaft an der Egerlandstraße ein Discounter entstehen. Kehrbaum hat sich die Mühe gemacht, bei Rewe und Aldi in Wolfratshausen die Parkplätze zu zählen. 165 sind es insgesamt, in Geretsried wären für die beiden Märkte 195 vorgesehen. „Es gibt ein deutliches Zeichen von den Nutzern, dass diese Stellpätze ausreichen“, erklärte Kehrbaum.

Derzeit befinden sich im Geretsrieder Zentrum 190 oberirdische Parkplätze, von denen ein Großteil erhalten bleiben soll. Mit dem Bau der „verketteten Tiefgarage“ käme man auf insgesamt 400 öffentlich zugängliche Plätze, erläuterte Kehrbaum. Die eingeschossige Tiefgarage soll unter dem Krämmel-Bau am Karl-Lederer-Platz beginnen und bis zur Egerlandstraße ausgeweitet werden. Das heißt, andere Investoren wie die Baugenossenschaft Geretsried (BG) könnten sozusagen „anketteln“. Die BG denkt deshalb bereits darüber nach, auf ihr geplantes Parkhaus an der Egerlandstraße zu verzichten. Der Stadtrat lässt die Verwaltung prüfen, ob direkt vor dem Rathaus eine Erweiterung der Tiefgarage um 40 Plätze machbar und finanzierbar wäre.

Laut Kehrbaum soll die Tiefgarage eine Deckenhöhe von drei Metern haben und „extrem hell und freundlich“ werden, damit sie auch angenommen wird. Damit möglichst viele Autos unter der Erde verschwinden, soll oberirdisch eine Parkraumbewirtschaft eingeführt werden – mit einer „Semmeltaste“, die es erlaubt, dort kurzfristig kostenlos zu parken.

Damit dies alles möglich ist, beschloss der Stadtrat, die Stellplatzsatzung zu ändern. Darin finden sich feste Vorgaben, wie viele Parkplätze pro Quadratmeter Ladenfläche notwendig sind. Im Gebiet um den Karl-Lederer-Platz müssen künftig nur so viele Stellflächen gebaut werden, wie die Bayerische Bauordnung tatsächlich verlangt. Das wären dann etwa die 400.

Für Wohnanlagen gilt in der Satzung der Stadt folgende Regelung: Bis 60 Quadratmeter ist ein Stellplatz pro Wohnung erforderlich, über 60 Quadratmeter müssen es zwei sein. Um den sozialen Wohnungsbau zu fördern, schlug die Verwaltung vor, bei solchen Anlagen einen Abschlag von 25 Prozent zu gewähren. Eine Erhebung der Baugenossenschaft hat laut Kehrbaum gezeigt, dass Mieter solcher Wohnungen in der Regel nur ein Auto haben.

Die Freien Wähler hatten angesichts des Parkdrucks in den Wohngebieten Bedenken. Fraktionssprecher Robert Lug schlug deshalb einen Kompromiss vor, der vom Stadtrat angenommen wurde. Demnach bleibt es bei kleineren Sozialwohnungen bei dem bisherigen Stellplatzschlüssel. Bei Wohnungen über 60 Quadratmetern kann die Anzahl der notwendigen Stellplätze um 25 Prozent verringert werden, wenn sie im geförderten Wohnungsbau errichtet werden. 

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