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Unübersichtliche Gefahrenstelle: Eine Unterführung an der Staatsstraße soll für mehr Sicherheit sorgen. 

Drunter statt drüber

Stadt will Radwegunterführung bauen 

Der Bauausschuss hat in seiner Dienstagssitzung die Grundlage für eine Verbesserung für Radfahrer und Fußgänger in Geretsried geschaffen. Es galt, die Gefahrenstelle an der Staatsstraße 2369 auszumerzen, die auf Höhe des Breslauer Wegs vom Isarradweg gekreuzt wird. Vor acht Jahren hatte sich an der ungeschützten Querung ein tödlicher Unfall ereignet.

Geretsried – Eine Untertunnelung hatte in den städtischen Gremien – vor allem FDP-Stadtrat Günther Fuhrmann – immer wieder vorgeschlagen. Doch erst jetzt scheint das Vorhaben mithilfe des Leader-Förderungsprojekts des Bayerischen Staatsministeriums realisiert werden zu können. Die Brutto-Gesamtkosten werden auf rund 1,15 Millionen Euro geschätzt – die Stadt Geretsried übernimmt etwa 600.000 Euro.

„Aufgrund des Grundwassers ist der Bau einer wasserdichten Wanne notwendig“, erklärte Jan Klinger vom Bauamt. 2010 war dies den Mitgliedern des Bauausschusses noch zu aufwendig und vor allem zu teuer. So stellte die Stadt lediglich gut sichtbare Warnschilder auf.

„Die Situation bleibt trotzdem unbefriedigend“, stellte Bürgermeister Michael Müller (CSU) nun in der Sitzung fest. Er riet er den Gremiumsmitgliedern angesichts der Fördermöglichkeit zu der nachhaltigen Untertunnelung. „Es gibt ein Leader-Förderungsprojekt, das sämtliche Gefahrenbeseitigungen am Isarradweg im Landkreis vorsieht“, erklärte Müller.

Die reinen Baukosten bezifferte Klinger auf 880.000 Euro. Hinzu kommen Honorarleistungen in Höhe von 90.000 Euro sowie 184 300 Euro Mehrwehrsteuer. Von diesen 1,15 Millionen Euro übernimmt das Staatliche Bauamt Weilheim 125.000 Euro, da eine Bundesstraße betroffen ist. Der Leader-Zuschuss beträgt 422.500 Euro. Den Rest muss die Stadt Geretsried zahlen.

Im Bauausschuss stieß dieses Finanzierungsmodell auf einhellige Zustimmung. „Das sollte uns die Sicherheit der Radfahrer wert sein“, sagte Grünen-Fraktionssprecher Volker Witte. Zweiter Bürgermeister Hans Hopfner (SPD) sah das zwar genauso, regte aber kostengünstigere Lösungen an: „Es muss nicht immer die Formel-1-Unterführung sein, auch einfache Röhren erfüllen ihren Zweck.“

Hier legte Müller aber Einspruch ein. „Wegen der sensiblen Grundwassersituation dürfen wir hier nicht sparen.“ Zudem stehe eine einfache Röhre, wie sie zum Beispiel am Radweg kurz vor der Hollywood-Kurve gebaut wurde, nach starken Niederschlägen schnell unter Wasser.

CSU-Stadtrat Ewald Kailberth empfahl, auch an der viel befahrenen nördlichen Ortseinfahrt an der Blumen- und Elbestraße an die Installierung eines Radtunnels zu denken. „Da müssen wir erst die B 11-Verlegung abwarten“, gab Müller zu bedenken. Für die Untertunnelung des Isarradwegs an der Staatsstraße 2369 will man die erforderlichen Mittel im Haushalt 2018 einplanen. Klinger rechnet damit, dass mit dem Bau im kommenden Jahr, spätestens aber 2019 begonnen werden kann.

Peter Herrmann

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