Dekan Gerhard Beham (li.) übergibt symbolisch einen großen, goldenen Schlüssel für die beiden Pfarreien der katholischen Stadtkirche an Pfarrer Andreas Vogelmeier.
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Willkommen: Zur Amtseinführung übergab Dekan Gerhard Beham (li.) symbolisch einen großen, goldenen Schlüssel für die beiden Pfarreien der katholischen Stadtkirche an Pfarrer Andreas Vogelmeier.

Katholische Stadtkirche führt neuen Pfarrer offiziell in sein Amt ein

Geretsried: Stadtpfarrer Andreas Vogelmeier gibt seinen Einstand

Die katholische Stadtkirche Geretsried hat einen neuen Leiter: Pfarrer Andreas Vogelmeier ist am Sonntagabend offiziell in sein Amt eingeführt worden.

  • Die katholische Stadtkirche Geretsried hat wieder dauerhaft einen Pfarrer
  • Auf Interimspfarrer Stefan Scheifele folgt Andreas Vogelmeier
  • Der Seelsorger ist zuständig für die beiden Pfarreien Heilige Familie und Maria Hilf

Geretsried – „Es ist immer spannend, wenn ein neuer Pfarrer kommt. Man fragt sich: Wie ist denn der so drauf? Was hat der mit uns vor?“ Menschlich und sympathisch, überhaupt nicht irgendwie salbungsvoll, begann Andreas Vogelmeier seine Predigt. Der 49-Jährige wurde am Sonntagabend offiziell als neuer Leiter der katholischen Stadtkirche Geretsried in sein Amt eingeführt.

Symbolischer Schlüssel für den neuen Hausherren

Das Gotteshaus der Pfarrei Heilige Familie war voll, natürlich unter Berücksichtigung der Abstandsregeln. Bürgermeister Michael Müller, Dritter Bürgermeister Gerhard Meinl, die Eltern Vogelmeiers sowie Weggefährten aus seiner Zeit als Militärdekan, teils in Zivil, teils in Uniform, saßen auf den Kirchenbänken. Den Einführungsgottesdienst begleiteten der ehemalige Pfarrer und Vorgänger Vogelmeiers Stefan Scheifele, Diakon Michael Baindl, der Pastoralreferent im Ruhestand Manfred Waltl, und Pastoralreferent Thomas Bergmeister. Seine Kollegin Julia Majores war verhindert. Die frisch gegründete Orff-Gruppe umrahmte die Feier musikalisch.

Gerhard Beham, Stadtpfarrer von Wolfratshausen und Dekan des Dekanats Wolfratshausen, zu dem Geretsried gehört, verlas die Ernennungsurkunde Andreas Vogelmeiers, unterschrieben von Kardinal Reinhard Marx. Vogelmeier erneuerte sein Weihe-Versprechen mit den Worten „Ich bin bereit“. Bereit, an der neuen Wirkungsstätte das Evangelium zu verkünden, treu und gewissenhaft den Dienst Gottes zu erfüllen, Sakramente zu spenden, Armen und Kranken beizustehen, Heimatlosen und Notleidenden zu helfen. Symbolisch wurde dem neuen Hausherrn ein großer, goldener Schlüssel für die beiden Pfarreien der Stadtkirche, Maria Hilf und Heilige Familie, überreicht.

Pfarrer will Gläubige und ihre Traditionen kennen lernen

Ja, wie ist denn Andreas Vogelmeier nun so drauf? Dem ersten Eindruck nach, den er auf die versammelten Gläubigen machte: locker. „Ich will heute keinen Masterplan vorstellen. Dafür ist es viel zu früh. Ich möchte Sie und Ihre Traditionen erst einmal kennen lernen“, sagte der gebürtige Münchner.

Ursprünglich habe er nie vorgehabt, katholischer Priester zu werden, erzählte Vogelmeier. Nach dem Besuch der Hochschule für Musik in München und der Hochschule der Künste in Berlin war er ein Jahr lang als Orchestertrompeter an der Staatsoper in Hamburg engagiert. Über die Liebe zur Musik sei er zu Gott gekommen. „Jeder von Ihnen hat seinen Weg zu Gott“, sagte Vogelmeier – bei dem einen führe er über die Berge, der andere spüre die Größe des Herrn beim Betrachten eines Gemäldes.

Ich will heute keinen Masterplan vorstellen. Dafür ist es viel zu früh.

Stadtpfarrer Andreas Vogelmeier

Nach dem Theologie- und Philosophiestudium und der Priesterweihe 2005 verschlug es den Spätberufenen zur Militärseelsorge. Zwölf Jahre lang arbeitete er als Bundeswehrpfarrer und zuletzt als Militärdekan in Fürstenfeldbruck. Er begleitete Soldaten auf ihren Einsätzen in Afghanistan, im Irak und im Kosovo. Die Zeit habe ihn sehr geprägt, an seinem Militärgewand – „ohne Einschusslöcher“, wie er scherzhaft betonte – hänge er. Deshalb sei wohl auch seine Sprache etwas „anders“. Doch er könne sich „durchaus kultiviert ausdrücken“, meinte der Mann mit dem Vollbart und dem verschmitzten Blick unter leisen Gelächter der Zuhörer.

Dank an den Vorgänger

Bei seinem Vorgänger, Interimspfarrer Stefan Scheifele, bedankte sich der Nachfolger ausdrücklich für die Unterstützung während der ersten Tage. Die beiden Priester verbindet nicht nur ihre frühere Tätigkeit bei der Bundeswehr, sondern auch die Leidenschaft für schnelle Motorräder. Insgesamt habe er seit seinem Amtsantritt am 1. Februar festgestellt, „dass die Gemeinschaft hier in Geretsried mich trägt“, freut sich Vogelmeier. Sympathisch beendete er seine Predigt mit den Worten: „Ich werd’ natürlich Fehler machen.“

tal

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