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Eine angenehme Atmosphäre herrscht in der Eisarena mit Dach.

Baustelle

Eisstadion: Start mit eingeschränktem Spielbetrieb

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Im Geretsrieder Eisstadion geben sich die Handwerker die Klinke in die Hand: Sie arbeiten daran, dass der Eröffnungstermin gehalten werden kann.

Geretsried – Schon die Geräuschkulisse, die aus dem mittlerweile geschlossenen Stadion dringt, macht klar: Hier wird fleißig gearbeitet. Bauarbeiter bessern alte, abgeschlagene Betonstufen aus, Installateure verlegen Leitungen, Maurer verputzen Wände, Maler greifen zu Pinsel und Farbe. 20 bis 30 Arbeiter sind aktuell auf der Baustelle beschäftigt. Kaum vorstellbar, dass in einer Woche statt den Handwerkern Eishockeyspieler über den Boden flitzen sollen.

Viel Rot, wenig Grün: Bauamtsleiter Rainer Goldstein vor den Plänen. Die roten Flächen sind noch gesperrt. Die grünen Bereiche sollen zum Betriebsauftakt freigegeben werden.

Wie berichtet will der ESC-Stadionverein unter der Leitung von Rico Lehwald am nächsten Mittwoch mit der Eisbereitung beginnen. Am kommenden Wochenende soll der Spielbetrieb aufgenommen werden. Allerdings mit Einschränkungen, wie Bauamtsleiter Rainer Goldstein beim Ortstermin einräumt. Gewisse Bereiche bleiben noch gesperrt. „Da hängen sehr viele Abnahmen und Prüfungen dran“, ergänzt Stadtarchitekt Christian Müller. „Aber in drei, vier Wochen sind wir mit allem soweit.“ Komplett fertig sein soll das Stadion im ersten Quartal 2020.

Gründe für die Verzögerungen gibt es viele: Zu Beginn hatte die Stadt Probleme, Firmen mit freien Kapazitäten zu finden. Aufträge mussten mehrfach ausgeschrieben werden. Auch einige alte Fundamente erwiesen sich laut Goldstein trotz Untersuchung als nicht tragfähig. Das kostete Zeit. „Diese Wochen tun uns jetzt massiv weh“, sagt der Rathausmitarbeiter. Momentan sind es die Außentüren, auf die gewartet werden muss. „Sie sind bestellt und sollen vor Weihnachten eingebaut werden“, kündigt Müller an. Bis dahin müssen provisorische Türen reichen.

Auch sonntags wird gearbeitet

Länger und mit wesentlich mehr Leuten auf der Baustelle ist die für die Elektroinstallation zuständige Firma. Für sie sei Feiertags- und Sonntagsarbeit genehmigt worden. Erst wenn die Arbeiten an der Haustechnik unter der Decke des Stadions abgeschlossen sind, können die Holzplatten, die den Betonboden schützen, entfernt werden. „Das wird jetzt durchgezogen, damit wir Ende nächster Woche aufmachen können“, bekräftigt der Stadtarchitekt.

Das Eisstadion sei eine Versammlungsstätte mit sehr hohen Anforderungen, insbesondere was Sicherheit, Lüftungstechnik und Brandschutz betrifft. In welcher Form und unter welchen Auflagen der Betrieb nun beginnen kann, sei am Dienstag in großer Gesprächsrunde festgelegt worden. Goldstein betont: „Wichtig ist, dass das Training stattfinden kann und dass die Mannschaften spielen können.“

Grau auf Grau: Die alten Betonstufen im Heinz-Schneider-Eisstadion sind geblieben. Sie werden derzeit ausgebessert.

In der laufenden Saison mussten bislang alle Heimspiele in benachbarten Stadien ausgetragen werden. Die Partien der Ersten Mannschaft fanden beispielsweise in Mittenwald statt. Das bedeutete viel Fahrerei für Spieler wie Fans. Am Sonntag in einer Woche wollen die River Rats nun in ihrem Stadion gegen die Black Hawks aus Passau antreten – allerdings mit einem Wermutstropfen. Weil noch nicht alle Bereiche der Halle freigegeben sind, dürfen nur auf die Südtribüne Besucher – maximal 200. „Das ist mit dem Landratsamt und der Feuerwehr so besprochen“, sagt Goldstein. „Und von Seiten des ESC wird ein Ordnungsdienst organisiert.“

Dach wird noch gedämmt

Das neue Dach ist übrigens ein Trapezblechdach. Es ist laut Müller dicht, aber noch nicht fertig. „Es wird noch gedämmt.“ Die überspannende Konstruktion verleiht dem Stadion ein ganz anderes Flair. Helles Fichtenholz lässt die Halle viel freundlicher wirken. „Die Punkte, an denen die neuen Stahlbetonstützen und Brettschichtholzbinder stehen, sind die alten“, erklärt Stadtarchitekt Müller. Im alten Stadion gab es auf der Ostseite noch eine Tribüne. Diese wurde zugunsten von Lager, Sanitär- und Technikräumen aufgegeben. Auf jener Seite klaffen noch zwei große Löcher in der Wand. „Dort kommen Jalousiefenster rein“, erklärt Müller. „Die haben wir vergeben, müssen aber noch gebaut werden.“ Einstweilen sollen sie mit einer Plane zugehängt werden.

Nach Angaben des Stadtarchitekten passen in die neue Eisarena 1500 Besucher – 1000 weniger als früher. Stadtarchitekt Müller schätzt, dass im Laufe des Dezembers alle brandschutz- und sicherheitstechnischen Prüfungen erledigt werden und dann der „volle Besucherstrom“ ins Stadion darf.

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Damit es Ende nächster Woche losgehen kann, seien Arbeiten am Stüberl – das der ESC selbst ausbauen will – und an zusätzlichen sanitären Einrichtungen zurückgestellt worden. Müller: „Diesen Druck haben wir bislang bei keiner Baumaßnahme der Stadt je gehabt. Es wird also noch eine Zeit lang Absperrungen und Bauzäune geben. Aber das ist halt so.“

Eissportclub: „Arbeiten an Lösung“

Am 15. November soll das Stadion soweit hergestellt sein, dass der Eissportclub (ESC) River Rats den Spielbetrieb aufnehmen kann. So weit die Theorie. „Aber wir sind uns noch unsicher, ob das zum Wochenende auch klappen wird“, räumt ESC-Vorsitzender Markus Janka auf Nachfrage unserer Zeitung ein. Mit der Eisbereitung will der ESC am 13. November, zwei Tage vor Spielbetrieb, beginnen – zum ersten Mal seit Langem wieder in einer überdachten Arena. „Wenn da was nicht ganz rund läuft, haben wir ein Problem“, so der Vereinschef. Und so gebe es noch einiges zu durchdenken und abzustimmen. „Aber wir arbeiten an einer für alle tragbaren Lösung.“

nej

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