Stephanie Lottermoser in den Geretsrieder Ratsstuben
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Stephanie Lottermoser spielte einst in der Big Band des Geretsrieder Gymnasiums, später schaffte sie den Durchbruch zum international gefeierten Jazzstar.

Triumphale Rückkehr in die Heimat

Stephanie Lottermoser eröffnet „Jazz dahoam“-Reihe im Ratsstubensaal

  • VonPeter Herrmann
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In den Geretsrieder Ratsstuben war Stephanie Lottermoser (38) zum letzten Mal bei ihrem Abiball. Jetzt ist sie zurückgekehrt - als feste Größe in der Welt des Jazz.

Geretsried – Sie ist in Wolfratshausen geboren, spielte in der Big Band des Gymnasiums Geretsried, lebt seit drei Jahren in Hamburg und hat sich längst in der internationalen Jazz-Szene einen Namen gemacht. Das Gastspiel im voll besetzten Ratsstubensaal am Donnerstagabend war für die Saxofonistin Stephanie Lottermoser dennoch etwas Besonderes. „Das letzte Mal war ich bei meinem Abiball hier“, erinnerte sich die 38-Jährige lachend. Diesmal begrüßte die Künstlerin ihren ehemaligen Förderer und Musiklehrer Horia Dinu Nicolaescu sowie Familienmitglieder im Publikum.

Begleitet von Pianist Till Zahm, Schlagzeuger Felix Lehrmann und Bassist Martin Ziaja eröffnete Lottermoser das Konzert mit zwei Stücken aus ihrem im vergangenen Frühjahr erschienenen aktuellen Album „Hamburg“. Dem Leben in ihrer norddeutschen Wahlheimat hat sie gleich mehrere Songs gewidmet. So beschreibt „Zwischenraum“ ihren Umzug und den Eingewöhnungsprozess in der Hafenmetropole. Dass Lottermoser nicht nur hervorragend Saxofon spielen, sondern auch singen kann, zeigte sich bei der Nancy-Sinatra-Coverversion „These Boots Are Made For Walking“ und dem Liebeslied „What Kind Of Lovesong“.

Die halbstündige Konzertpause nutzte die Künstlerin dann, um sich mit ihrem ehemaligen Mathematiklehrer Gerhard Vogel zu unterhalten. Das naturwissenschaftliche Fach gehörte zwar nie zu den Stärken der ehemaligen Studentin an der Hochschule für Musik und Theater in München. „Er hatte aber immer Verständnis, wenn ich mal an einer Prüfung wegen musikalischer Aktivitäten nicht teilnehmen konnte und sie nachschreiben musste“, verriet die Künstlerin.

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In der zweiten Konzerthälften verwöhnte sie die Besucher mit dem herausragenden Stück „Hype“, das dank des virtuosen Klavierspiels von Till Sahm lange nachwirkte. Am Ende zeigte sich Stephanie Lottermoser dankbar, dass sie nach den corona-bedingten Konzertabsagen seit diesem Sommer wieder vor Publikum spielen darf. „Musik ist meine Lieblingssprache, aber ich habe über ein Jahr nur mit mir selbst gesprochen und bin dabei fast verrückt geworden“, gestand die Saxofonistin kurz vor ihrer Zugabe. Wer ihren Auftritt im Ratsstubensaal verpasst hat, kann Stephanie Lottermoser und ihre Band am 15. Oktober in der Kulturbühne Hinterhalt erleben.

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