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Archivfotos: Helmut Forster (links) und Michael Müller gerieten in Streit.  Im Jahr 2020 sollen Schwimmer im neuen Hallenbad in Geretsried ihre Bahnen ziehen können. Noch aber wird über die Kostenbeteiligung der Nordlandkreiskommunen und des Landkreises lebhaft debattiert. 

Streit um das Geretsrieder Hallenbad

Bürgermeister gegen Ex-Bürgermeister: „Das sind Stammtischparolen!“

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Geretsried - Die Frage, wer beim interkommunalen Hallenbad was zahlen muss, entbrannte im Kreisausschuss ein Streit zwischen dem ehemaligen Wolfratshauser Bürgermeister und dem aktuellen Geretsrieder Bürgermeister. 

Geretsried – Die jüngsten Berechnungen zum Bau des interkommunalen Hallenbads in Geretsried haben für Irritationen gesorgt. Heiko Arndt (CSU) hatte in der jüngsten Eglinger Gemeinderatssitzung daran erinnert, dass man ursprünglich nur einer möglichen Kostensteigerung von 15 Prozent zugestimmt habe. Jetzt aber solle die Gemeinde plötzlich das Doppelte zahlen, nämlich 70.000 statt 35.000 Euro. „Die Rechnung verstehe ich nicht“, sagte Arndt.

Um noch einmal zu erklären, warum die Rechnung genau so stimmt, stand das Thema am Montag im Kreisausschuss auf der Tagesordnung. Controller Hans Gey versuchte, das komplexe Thema möglichst einfach zu erklären. Beim früheren Wolfratshauser Bürgermeister Helmut Forster (Freie Wähler) kam das mäßig gut an. Er machte dem Geretsrieder Rathauschef Michael Müller (CSU) Vorwürfe.

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Rückblick: Ursprünglich ging man von 9,9 Millionen Euro Baukosten aus

Die Planungen für das interkommunale Hallenbad ziehen sich schon einige Jahre. Ursprünglich ging man von 9,9 Millionen Euro aus. Dann wurde noch ein Hubboden eingeplant, der die Kosten auf knapp 11,9 Millionen Euro steigen ließ. Gleichzeitig stieg aber auch die Fördersumme – so dass der Anteil der Nordlandkreiskommunen kaum höher wurde. 2013 wurde aber auch festgelegt, dass die Kommunen eine maximale Baukostensteigerung von 15 Prozent mittragen. Und dieser Anstieg auf 13,6 Millionen schlägt sich nun tatsächlich voll auf die Kommunen durch, weil die Fördersumme gleich bleibe, erklärte Gey. Im Fall des Landkreises bedeutet dies, dass sein Anteil an den Investitionskosten von knapp 454 000 auf 825 000 Euro ansteigt. Dabei sind die Kommunen noch gut bedient, denn tatsächlich rechnet die Stadt Geretsried mit gut 15 Millionen Euro Baukosten, legt aber kulanterweise nicht alles auf die Gemeinden um.

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Bürgermeister Müller wettert gegen „Stammtischparolen“

Trotzdem kein Verständnis hatte Helmut Forster. Der Kostenanteil der Stadt Wolfratshausen und der Gemeinden steige nun schon zum dritten Mal. „Ich finde das extrem unfair“, sagte er. Es handle sich um „das Bad der Stadt Geretsried“. Aufgrund des öffentlichen Drucks werde Wolfratshausen der höheren Beteiligung „gezwungenermaßen“ zustimmen. „Aber wir sollten doch offen und ehrlich miteinander umgehen. Man verschweigt hier eine ganze Menge“, wandte er sich an Michael Müller.

Den brachten die Anschuldigungen seines Gegenübers auf die Palme: „Ich verwahre mich gegen den Vorwurf der Unehrlichkeit“, sagte Müller mehrfach. „Das sind Stammtischparolen, die in einem Gremium wie diesem nicht getätigt werden sollten. Das ist kein Umgang miteinander.“ Die Stadt Geretsried spiele mit offenen Karten. Die Erhöhung der Zahlen sei gerade ausführlich erklärt worden. Die Stadt halte sich an alle Beschlüsse und übernehme freiwillig zusätzliche Kosten. „Herr Forster, das ist für mich kein Einstieg in eine Zusammenarbeit“, so Müller. Forster ruderte zurück – allerdings nur ein wenig. Er habe Müller keine Unehrlichkeit unterstellen wollen. Aber unfair bleibe es. 

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