Deutscher Bundestag, Symbolbild
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In den deutschen Bundestag will Susanne Ehlers aus Geretsried einziehen. Politisiert wurde sie durch die Corona-Krise.

Bundestagswahl 2021

„dieBasis“ schickt Direktkandidatin aus Geretsried ins Rennen

Der neue Kreisverband der Partei „dieBasis“ hat Susanne Ehlers aus Geretsried als Direktkandidatin für die Bundestagswahl am 26. September bestimmt.

Geretsried - Die Basisdemokratische Partei Deutschland („dieBasis“) entstand vergangenes Jahr aus der Kritik an den staatlichen Corona-Maßnahmen heraus. Den Kreisverband für den Stimmkreis Bad Tölz-Wolfratshausen/Miesbach gründeten Mitte Dezember neun Personen, berichtet Ehlers auf Nachfrage unserer Zeitung. Inzwischen seien es über 80 Mitglieder. „Wir erleben gerade einen enormen Schub“, sagt die 59-Jährige.

Dem Wesen der Partei entspricht es eigentlich nicht, einen Direktkandidaten nach vorne zu schicken. „Aber im bestehenden Wahlsystem bleibt uns nichts anderes übrig“, erklärt Ehlers. Sie sehe sich daher als Vertreterin im eigentlichen Sinne, als Sprachrohr. „DieBasis“ wolle jedem ein Mitspracherecht geben, Positionen der Partei erreiche man durch „gemeinsames Konsensieren“. Man wolle keinen zurücklassen. „Wenn alle ihre Expertise einbringen können, kann daraus etwas Gutes entstehen“, so die Geretsriederin.

Die Kandidatin leitet den Ehlers-Verlag

Susanne Ehlers leitet gemeinsam mit ihrer Schwester den Wolfratshauser Ehlers Verlag, der unter anderem das Magazin „raum&zeit“ herausgibt. Beides sei das Lebenswerk ihres Vaters, und auch sie hätten die Themen, mit denen sich das Magazin befasst, immer schon bewegt. „Wir sind im alternativen Bereich unterwegs“, so Ehlers. Das Magazin biete andere Betrachtungsweisen in den Bereichen Gesundheit, Ökologie, Naturwissenschaft, Gesellschaft und Bewusstsein an.

Susanne Ehlers (59), Verlegerin aus Geretsried

In diesem Zusammenhang habe sie sich zur Zeit der Schweinegrippe mit dem Virologen Christian Drosten befasst. „Er war damals schon nicht die beste Wahl“, sagt Ehlers über den wissenschaftlichen Berater der Regierung. Insofern sei sie zu Beginn der Corona-Pandemie alarmiert gewesen. „Mir hat es nicht gefallen, dass nicht divers diskutiert werden durfte. Es fehlte an Meinungsverschiedenheiten“, so Ehlers. Alternative Vorschläge zu den beschlossenen Maßnahmen, die sie kritisiert, könne sie nicht machen, räumt sie auf Nachfrage ein. Das sei aber auch nicht ihr Anliegen. Es sollten alle Menschen mitentscheiden können. „Es ist wichtig, dass die Fachexpertise aus verschiedenen Bereichen zusammengeführt werden, damit ein Diskurs stattfindet.“

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Um ihre Kritik sichtbar zu machen, hat Ehlers vergangenes Jahr die Querdenken-8041-Demonstrationen in Bad Tölz mitorganisiert. „Über den Winter ist mir aber klar geworden, dass es mehr braucht, um etwas zu verändern“, sagt die 59-Jährige. „Wir wollen die Rahmenbedingungen schaffen, dass man sich kritisch auseinandersetzen kann.“ In der Partei entwickle sich eine „schöne Gemeinschaft“, die sich zum Wohle der Menschen, Tiere, Natur, Welt und des Friedens einsetzen wolle.

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