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Als Symbol für das neue Deutschland bezeichnete Bürgermeister Michael Müller (li.) die Stadt Geretsried. Sie stehe für Wiederaufbau, Frieden und Toleranz.

Volkstrauertag

Geretsried: Symbol für Wiederaufbau, Frieden, Toleranz

Geretsried - Mit einer würdigen Feier beging Geretsried am Sonntag den Volkstrauertag

Drei frische Kränze schmücken das Ehrenmal für alle im Krieg Gefallenen und Opfer von Gewalt auf dem Geretsrieder Waldfriedhof: Einen haben Bürgermeister Michael Müller und sein Vize Hans Hopfner am Volkstrauertag niedergelegt, einen die Stadträte Edith Peter und Dr. Detlev Ringer im Namen der französischen Partnerstadt Chamalières und einen die Vorsitzende des VdK, Gisela Lucht, und ihr Stellvertreter Norbert Wendel. Mit einer würdigen Feier, musikalisch umrahmt von der Gartenberger Bunkerblasmusik, gedachten Vertreter der Kirchen, der Stadt, des VdK, der Veteranen und Reservisten sowie zahlreicher anderer örtlicher Vereine der Kriegstoten. Am Vormittag hatte bereits in Gelting eine Kranzniederlegung stattgefunden.

Jeden Abend bringen die Nachrichten Bilder von Gewalt und Zerstörung in die Wohnzimmer. Der evangelische Pfarrer Dr. Theo Heckel sagte, die Besucher müssten dankbar sein, dass sie sich in Frieden vor dem Ehrenmal treffen könnten. Friede sei das allerhöchste Gut. Das gelte – bei allen Unterschieden – gleichermaßen für Christen, Juden und Muslime. Der katholische Pfarrer Georg März bat in seinen Fürbitten nicht nur für die Opfer, sondern auch für diejenigen, „die irgendwie helfen“ und „anderen ein Stück Geborgenheit und Heimat geben“. Pastor Christoph Schirmacher von den Baptisten wünschte religionenübergreifend „Shalom“ und Frieden.

VdK erinnert auch an das Schicksal der Flüchtlinge

Wie jedes Jahr hielten Vorstandsmitglieder des VdK eine Ansprache. Für die stellvertretenden Vorsitzenden Cornelia Irmer und Norbert Wendel ist der Volkstrauertag ein „Tag des Innehaltens, des Ruhegebens, des Zuhörens und des Verstehens anderer“. Altbürgermeisterin Irmer rief dazu auf, an diesem Tag an die Flüchtlinge zu denken, die ihre Heimat wegen Krieg, Verfolgung oder Armut verlassen hätten.

Nicht der Krieg sei der Ernstfall, sondern der Frieden, zitierte Bürgermeister Michael Müller in seiner Rede den ehemaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann. Den Frieden zu sichern sei tausendmal schwerer als Truppen zu entsenden. Für Müller kann diese Aufgabe nur bewältigen, wer sich mit der Vergangenheit auseinandersetzt und aus ihren Fehlern lernt. Geretsried ist für ihn „das Symbol für das neue Deutschland – das Deutschland des Wiederaufbaus, des Friedens und der Toleranz“. Er sei froh, dass die Stadt gegen Fremdenhass aufstehe und dass so viele Menschen sich um Flüchtlinge kümmerten. Sein Wunsch ist, dass auch die junge Generation etwas mit dem Volkstrauertag anfangen könne. Die wenigen noch lebenden Zeitzeugen, die teilweise auch an die Schulen gingen, seien deshalb so wichtig.

Von Tanja Lühr

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