+
Diskutierten mit Geretsriedern über die Stadtentwicklung: Bürgermeisterkandidatin Martina Raschke (3. v. li.) und Stadträtin Beate Paulerberg (2. v. re.). 

Grüne Ideen für die Stadt

Mehr Lieblingsplätze für die Geretsrieder

Zum Dialog mit den Bürgern hat die Grünen-Bürgermeisterkandidatin Martina Raschke eingeladen. In vier Gruppen wurden die Themen „Quartiersgestaltung der Zukunft“, „Mobilität und Verkehr“, „Lieblingsplätze in der Stadt“ und „Bauen“ diskutiert.

Geretsried – Die Veranstaltung bei Schnitzel mit Kartoffelsalat, Flammkuchen und Käsebroten bildete den Auftakt zu einer Reihe von lockeren Workshops, in denen die Geretsrieder im Gespräch mit Raschke und Grünen-Stadtratskandidaten Wünsche, Ideen und Kritik anbringen können. Diesmal ging es um die Stadtentwicklung.

Der Münchner Grünen-Stadtrat, von Beruf Stadt- und Verkehrsplaner, Paul Bickelbacher, berichtete über Möglichkeiten der Zentrumsbelebung. Wohnen, Arbeiten, Einkaufen und Freizeit sollten sich auf einem Fleck befinden, um eine funktionale Mischung zu erreichen. In Wohnvierteln sollte eine soziale Mischung herrschen. Breite Radwege und attraktive Fußwege, Sitzgelegenheiten, Trinkwasserbrunnen und interessante Fassaden würden zum Radfahren und Spazierengehen einladen, so der Referent. Die Innenstädte sollten gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sein. Statt leeren „Geisterbussen“ könnten zu Schwachlastzeiten Sammeltaxis verkehren.

In vier Gruppen wurden die Themen „Quartiersgestaltung der Zukunft“, „Mobilität und Verkehr“, „Lieblingsplätze in der Stadt“ und „Bauen“ diskutiert. Die Teilnehmer wünschen sich mehr kommunalen und genossenschaftlichen Wohnungsbau. Wenn die Stadt Grundstücke vergebe, dann nur in Erbpacht und zu bestimmten Bedingungen, forderten sie. Investoren müssten einen hohen Anteil an bezahlbaren Wohnungen anbieten, erneuerbare Energien einsetzen sowie bei größeren Projekten Kitas und kleine Läden integrieren. Beispiele gibt es bereits mit der Wohnanlage Kirschgarten in Stein und der geplanten Lorenz-Areal-Bebauung. Bei letzterer schlägt Raschke wegen des benachbarten Gewerbes vor, den Bereich als „urbanes Gebiet“ auszuweisen. Dort gelten etwas höhere Lärmschutzwerte (63 Dezibel statt 60 tagsüber). Die Bürgermeisterkandidatin will zudem die Idee einer „Tiny Houses“-Siedlung weiterverfolgen.

Der Stadtratslisten-Zweite Peter Curtius fasste die Ergebnisse im Bereich „Lieblingsplätze“ zusammen. Der Dorfplatz in Gelting und auch das Eiscafé „L’Arena“ würden sehr gut angenommen. Solche Treffpunkte müsste es mehr geben, meinte der 21-jährige Student. Geeignete Standorte wären die Wiese vor der Petruskirche, das Grundstück, auf dem noch das Hallenbad steht, oder der Karl-Lederer-Platz. Dort könnten sich die Diskussionsteilnehmer eine Mini-Halbkreis-Arena, bestehend aus zwei, drei Stufen aus Beton oder Holz, vorstellen, wo kleine Gitarrenkonzerte oder ähnliches stattfinden. Das brächte ein bisschen „mediterranes Flair“ in die Stadt, so Curtius.

Besucher Heinz Kuchler wünscht sich zum Punkt Verkehr, dass der Stadtbus auch am Samstagabend und am Sonntag fährt. Nach diversen gescheiterten Car-Sharing-Projekten und da die Mitfahrbänke nur zögerlich angenommen werden, wollen die Grünen und ihre Sympathisanten es im Landkreis mit einer App zur Bildung von Fahrgemeinschaften und Mitfahrgelegenheiten versuchen. Stadt, Baugenossenschaft oder private Investoren sollen Lastenfahrräder zum Ausleihen anschaffen.

Lesen Sie auch: So schlagen sich Geretsrieder Bürgermeisterkandidaten bei der Podiumsdiskussion

Konrad Korntheuer fragt sich, wie die Politik helfen könnte, dass sich in seinem Wohnquartier, dem Johannisplatz, wieder ein schönes Café oder eine Eisdiele ansiedelt. Raschke nannte die Bildung von „Quartiersgenossenschaften“ als Möglichkeit. Diese könnten Gewerbetreibende subventionieren. Für mehr Fassadenbegrünung und die Nutzung von Dächern für den Anbau von Obst und Gemüse sprach sich Grünen-Mitglied Lena Gneist aus.

Info

Die nächste Veranstaltung ist zum Thema „Kultur des Miteinanders“ am Samstag, 29. Februar, um 13 Uhr in der Kulturbühne Hinterhalt.

Tanja Lühr

Auch interessant: Das sind die Kandidaten der Geretsrieder Grünen

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Ergebnisse der Landrats-und Kreistagswahl in Geretsried: Demmel hatte knapp die Nase vorne
Nun liegen auch die Ergebnisse der Landrats- und Kreistagswahl aus den Geretsrieder Stimmbezirken vor: Gelting ist die Hochburg der Grünen – die AfD holt 5,12 Prozent.
Ergebnisse der Landrats-und Kreistagswahl in Geretsried: Demmel hatte knapp die Nase vorne
Kreisklinik ist auf Vielzahl von Covid-19 Patienten vorbereitet
Geschäftsführer Ingo Kühn ist sicher: Auf die Kreisklinik kommen unruhige Tage zu. Er geht davon aus, dass viele Covid-19 Patienten eingeliefert werden. 
Kreisklinik ist auf Vielzahl von Covid-19 Patienten vorbereitet
Zahnärzte behandeln auch in Corona-Krise
Zahnärzte behandeln ihre Patienten auch in Corona-Zeiten - allerdings mit Einschränkungen. Der Schutz der Patienten steht im Vordergrund.
Zahnärzte behandeln auch in Corona-Krise
Geretsried: Egerlandstraße ab Ende März für zweieinhalb Jahre dicht
Eine der Hauptverkehrsachsen Geretsrieds ist ab Ende März für zweieinhalb Jahre dicht: Die Egerlandstraße wird sich im Zentrum in eine Riesenbaustelle verwandeln. 
Geretsried: Egerlandstraße ab Ende März für zweieinhalb Jahre dicht

Kommentare