Bohrturm der Firma Enex am Hofgut Breitenbach aus der Vogelperspektive.
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Der Bohrplatz am Breitenbach gehört der Vergangenheit an. Ein neuer Versuch wird jetzt am Buchberger Zipfel unternommen.

Eineinhalb Jahre „unglaublicher Lärm“

Tierheim-Vorstand sieht Geothermieprojekt kritisch

  • vonRudi Stallein
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Die Verantwortlichen des Josefa Burger-Tierheims in Gelting sind alles andere als glücklich, dass vor ihrer Haustür nach heißem Wasser gebohrt werden soll.

Geltíng – Der Geretsrieder Stadtrat hat noch nicht entschieden, ob er ein Geothermie-Projekt am sogenannten Buchberger Zipfel überhaupt will, oder nicht. Die Verantwortlichen des unmittelbar an das in Betracht gezogene Gelände angrenzenden Josefa-Burger-Tierheims stehen den Plänen skeptisch bis ablehnend gegenüber. „Wenn das umgesetzt wird, bedeutet das, dass wir hier eineinhalb Jahre unglaublichen Lärm haben. Da werden wir nicht Hurra schreien“, sagt Dr. Manfred Fleischer.

Dr. Manfred Fleischer, Vorsitzender des Tierschutzvereins.

Der Vorsitzende des Tierschutzvereins widerspricht der in der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses geäußerten Vermutung, die Firma Enex habe mit dem Tierheim über Schallschutzmaßnahmen gesprochen. Er habe eine E-Mail vom Projektbetreiber erhalten, mit drei Terminvorschlägen, um sich mit einem Lärmgutachter auszutauschen. „Aber die haben wir nicht wahrgenommen, sondern mitgeteilt, dass wir nach den Schulferien erst mit den politischen Entscheidungsträgern in Geretsried sprechen wollen, um zu erfahren: Wo wollen die überhaupt hin“, so Fleischer. „Das ist bisher noch nicht geschehen.“

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Die massive Lärmbelästigung, der die Tiere und die Mitarbeiter des Tierheims während der Bohrungen ausgesetzt wären, ist nur ein Problem. Das andere ist die Sorge um den „Buchberger Zipfel“. „Da würden 9000 Quadratmeter Wald, überwiegend Kiefern und Eichen, verschwinden. Das kann nicht sein. Mit den bisherigen Bohrungen ist man gescheitert. Jetzt ist es wieder ein Versuchsfeld, dafür kann man nicht Tabula rasa machen“, betont Fleischer. Er weist darauf hin, dass es vor einiger Zeit ein klares Bekenntnis der Stadt gegeben habe, den „Buchberger Zipfel“ zu erhalten. Grundsätzlich denke er positiv über die Geothermie. „Aber wenn, muss es ausgereift sein“, so der Vereinschef. „Versuchskaninchen wollen wir nicht sein.“

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