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Zum letzten Mal fand die traditionelle Gewässersegnung der griechischen Gemeinde im alten Hallenbad statt. 

Alter Brauch

Holzkreuz und Glücksmünzen: Traditionelle Gewässersegnung zum letzten Mal im alten Hallenbad

Traditionell am Tag der Dreifaltigkeit fand in Geretsried wieder die Gewässersegnung der Griechischen Gemeinde statt. Heuer jedoch zum letzten Mal im alten Hallenbad. 

Geretsried – Der eine oder andere mag etwas Wehmut empfunden haben. Die seit 2013 durchgeführte, traditionelle Gewässersegnung durch die Griechische Gemeinde fand am Samstagnachmittag wohl zum letzten Mal im alten Hallenbad statt. „Vermutlich werden wir dieses Fest nächstes Jahr in anderen Räumlichkeiten begehen“, sagte Bürgermeister Michael Müller. Läuft alles nach Plan, wird das neue interkommunale Hallenbad im Herbst dieses Jahres eröffnet und ist dann im Januar 2021 in Betrieb. Die griechischen Priester Georgios Siomos und Petros Mastoridis, die die Zeremonie heuer abhielten, würden sich jedenfalls freuen, das Wasser in den neuen Becken segnen zu dürfen.

Geretsried: Gewässersegnung seit 2013 Tradition

Am Tag der Dreifaltigkeit oder Epiphanie am 6. Januar wird in Griechenland in der Regel das Meer gesegnet. In München segnet die Griechisch-Orthodoxe Metropolie von Deutschland jedes Jahr die Isar. Der Brauch soll vor Unglück schützen. Manchmal werden Felder, Tiere und Gebäude mit dem geweihten Wasser besprüht. Seen und öffentliche Bäder sind ebenfalls Ziele dieser Zeremonie.

Alter Brauch: Athanasios Karasaklaidis fischte das Kreuz aus dem Becken und brachte es Priester Archimandrit Siomos zurück.

Letztere verfolgten am Samstag etwa 70 Besucher im dampfig-warmen Hallenbad. Begleitet von Gebeten und Liedern tauchte Archimandrit Siomos ein Holzkreuz in Weihwasser und warf es anschließend ins Schwimmbecken. Zunächst sprangen vier junge Männer ins Wasser, um es in einem kleinen Wettkampf zu holen. Athanasios Karasaklaidis hatte diesmal die Nase vorne. Er küsste das Kreuz und brachte es dem Priester zurück. Im Anschluss hechteten sieben Kinder nach dem heiligen Symbol, das jüngste mit Schwimmflügeln, ins Wasser. Hier siegte Pinelopi Aivalioti. 

Geretsried: Frauen der Griechischen Gemeinde backen Neujahrskuchen

Neben Bürgermeister Michael Müller und dessen Stellvertreter Hans Hopfner erwies heuer die griechische Generalkonsulin Panagiota Constantinopoulou den Geretsrieder Griechen die Ehre. Die örtlichen katholischen, evangelischen und freikirchlichen Pfarrer, die sonst immer teilnahmen, fehlten. Im vergangenen Jahr hatte das Fest der Vasilopita in den Ratsstuben wegen der Schneelast auf dem Dach nicht nach der Segnung stattfinden können. Heuer kamen dafür umso mehr Besucher, um gemeinsam den Neujahrskuchen, die Vasilopita, zu essen. In den von den Frauen der Griechischen Gemeinde gebackenen Hefeteigkuchen sind traditionell zwei Glücksmünzen versteckt. Wer sie in seinem Stück findet, dem steht ein besonders gutes und erfolgreiches Jahr bevor. Das Centstück, das verbunden mit einem kleinen Geschenk von der Griechischen Gemeinde gespendet wurde, fand Panagiota Paliogianni. Die Münze, die der Archimandrit zusammen mit einer Ikone des Heiligen Vasilios gestiftet hatte, war im Kuchen von Elisabeth Hermstedt zu finden.

Wer eine Glücksmünze im Kuchen findet, den erwartet ein erfolgreiches Jahr

Der Vorsitzende der Griechischen Gemeinde, Evangelos Karassakalidis, erzählte eine nette Begebenheit dazu. Die Frau habe ihn am Vormittag angerufen, ob sie als Deutsche zur Feier kommen dürfe. Ihre Tochter lebe seit 30 Jahren auf Kreta und während vieler Besuche habe sie die Bräuche der Hellenen kennen und schätzen gelernt. Natürlich sei sie willkommen, antwortete Karassakalidis. Dass sie prompt gewann, war ein schöner Zufall.

Unter erschwerten Bedingungen fand die Gewässersegnung im letzten Jahr statt. Der viele Schnee konnte die Griechische Gemeinde Geretsried und die Griechisch-orthodoxe Metropolie von Deutschland nicht von ihrer Tradition abhalten. Trotzdem war die Beteiligung deutlich geringer als in den Vorjahren.

tal

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