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Ein Schmuckstück: Nach der Premierensaison unter dem neuen Dach arbeiten die beauftragten Firmen nun an der Fertigstellung des Heinz-Schneider-Eisstadions – trotz Corona-Krise. Foto: hans lippert

Nach dem abrupten Saisonende:

Trotz Corona-Krise: Arbeiten im Eisstadion laufen weiter

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„Viele haben sich mit uns gefreut“, sagt Rico Lewald. Der Stadion-Chef und die Stadt sind mit der abgelaufenen Übergangssaison und dem Stand der Arbeiten im umgebauten Eisstadion zufrieden.

Geretsried– Eine Übergangssaison liegt hinter den Eishockeyspielern des ESC Geretsried – und hinter der Stadt und dem Stadionverein. Erst spät im Herbst konnten die River Rats ins umgebaute, aber nur halb fertige Heinz-Schneider-Eisstadion einziehen; mit den seit dem Dachrückbau 2006 für sie üblichen sportlichen Startschwierigkeiten – und einem abrupten Saisonende. Die Entscheidung des Stadionvereins, die Arena bereits zum 12. März wegen der Corona-Krise zu schließen, hält sein Chef Rico Lewald nach wie vor für die einzig richtige: „Wir haben eine Verantwortung für die Allgemeinheit. Es geht nicht an, dass da die ganze Zeit Leute, Kinder im Stadion herumrennen und sich vielleicht anstecken.“

In der Premierensaison unter dem neuen Dach hätten sich alle – Aktive wie Arbeiter – einschränken müssen bilanziert Lewald. „Du hattest beispielsweise Lärmbelästigungen bei Spielen und im Trainingsbetrieb“, die Spieler mussten zudem in Containern auf dem Parkplatz duschen sowie ihre großen und kleinen Geschäfte verrichten. „Am Anfang war die Freude darüber verständlicherweise nicht groß“, räumt der 48-Jährige ein. Der eine oder andere Spieler oder Funktionär eines gegnerischen Teams habe gemault, er müsse auf einer Baustelle spielen. „Aber das waren eher die, die sportlich meist Frust schieben, wenn sie nach Geretsried müssen“, sagt Lewald augenzwinkernd. Die Geretsrieder hörten freilich auch oft Lob: „Viele haben sich mit uns und für den Eishockeysport gefreut und gesagt: ,Top, das wird ein richtig tolles Stadion‘.“ Die Fans seien ebenfalls froh gewesen, „dass wir es geschafft haben, statt der anfangs 200 Zuschauer bald wieder 500 ins Stadion zu lassen“. Klar, einige hätten gefragt, warum man nicht rechtzeitig fertig geworden sei, „aber die meisten Reaktionen war doch positiv“.

Und schließlich konnten sich die Eismeister nach der Überdachung um ganz andere Belange kümmern als in den 13 Jahren zuvor: die Kabinen ausbauen, mauern und verputzen statt Schnee schippen. „Es war auch für sie eine herausfordernde und lehrreiche Zeit“, so Lewald, „aber sie haben das sehr gut gemacht und können mal sagen: ,Wir haben mitgebaut an dem Stadion‘.“ Das ist allerdings immer noch nicht fertig. Jetzt, mitten in der Corona-Krise, verlangt die Fortsetzung der Arbeiten von allen Beteiligten Disziplin, Enthusiasmus und Kreativität. Der 48-Jährige: „Wir hatten gerade erst eine Besprechung, und ich kann sagen, dass es erst einmal weitergeht.“

Auch interessant: Das Geretsrieder Eisstadion ist noch lange eine Baustelle

Es gebe für die im Stadion tätigen Firmen aus der Corona-Krise resultierend „verschiedene Vorgaben, die sie bei der Durchführung ihrer Arbeiten berücksichtigen müssen“, sagt auf Anfrage unserer Zeitung Thomas Loibl. Dies betreffe Verhaltensmaßnahmen und Hygienevorschriften. Die Arbeiten würden zudem von einem Sicherheits- und Gesundheitskoordinator begleitet, ergänzt der Pressesprecher der Stadt. „Alle diese Maßnahmen haben natürlich zur Folge, dass teilweise in reduziertem Maße gearbeitet werden muss.“ Vieles, so Loibl weiter, fände aktuell weitgehend im Freien statt, wo die einzelnen Gewerke Mindestabstände problemlos einhalten und auch zeitversetzt arbeiten könnten – etwa beim Erdbau, beim Anbringen des Blitzschutzes auf dem Dach und bei den Arbeiten an den Außenanlagen oder der Rampe.

Der aktuelle Sachstand auf der Baustelle sieht so aus: Das Eis ist abgehobelt, die Spielfläche frei. Derzeit sei man damit beschäftigt, das Stadion zu säubern, sagt Lewald, „denn ringsherum haben wir noch keine verfestigten Flächen. Da liegt viel Schutt herum, den Zuschauer und Arbeiter reingetragen haben.“ Zudem seien die Trockenbauer und Elektriker am Werk, sie arbeiten „mit Hochdruck“ an den noch nicht fertigen Trakten – auch am künftigen Stüberl: „Dort werden gerade die Strom- und Abwasserleitungen gelegt.“

Alle Beteiligten hätten den Plan, sagt der Stadionchef, „dass wir im August mit einem fertigen Stadion in die neue Saison starten“. Sollte das Coronavirus dieses Vorhaben durchkreuzen, „dann ist das halt so. Ich glaube, dafür hätte jeder Verständnis Wir geben aber unser Bestes.“ Auch die Stadt macht keinen Druck: Aktuell so Loibl, „geht es darum, dass die Arbeiten überhaupt gemacht werden können, nicht um die strenge Einhaltung eines starren Zeitplans.“ Den ausführenden Firmen selbst, das habe er erfahren, sei es aber ein „Anliegen, die Arbeiten fortzuführen und fertigzustellen“.

Rico Lewald selbst zählt übrigens zur Hochrisikogruppe, er besitzt nur noch einen Lungenflügel. Die Arena, so etwas wie sein Baby, ist für ihn deshalb tabu. „Es ist schlimm für mich, zu Hause sitzen zu müssen und nicht auf die Baustelle zu können. Aber wir müssen alle gesund bleiben, nur dann haben wir die Möglichkeit das Stadion irgendwann auch zu nutzen.“

peb

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