Das Konzert der Gartenberger Bunkerblasmusik
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Unter Einhaltung aller Corona-Beschränkungen: Ein Standkonzert gab die Gartenberger Bunkerblasmusik am Samstag auf dem Karl-Lederer-Platz. Zuvor hatten Mitglieder der Egerländer Gmoi zumindest einen kleinen Maibaum vor dem Rathaus aufgestellt.

Standkonzerte sorgen für Stimmung

Blasmusik und Bäumchen zum 1. Mai - und das trotz Pandemie

Große Feiern sind verboten. In kleinem Rahmen und unter Beachtung der Corona-Regeln wurde in Geretsried trotzdem der Mai eingeläutet.

Geretsried – Zum 75. Mal ohne Unterbrechung ziert ein traditioneller Egerländer Maibaum seit Samstag den Karl- Lederer-Platz. Wegen der Großbaustelle hatte die Egerländer Gmoi den Standort vor zwei Jahren in den Rathaus-Innenhof verlegt. Im vergangenen Jahr sorgten Unbekannte dann trotz Corona dafür, dass über Nacht ein Mini-Bäumchen vor dem Rathaus wuchs.

 Ich hoffe, die Leute freuen sich genauso wie wir, dass wir trotz der Umstände ein symbolisches Bäumchen in Geretsried haben.“

Helmut Hahn, Vorstand der Egerländer Gmoi

Auch heuer war das Aufstellen in größerer Gruppe samt anschließender Feier Lockdown-bedingt natürlich verboten. Diesmal bekennt sich die Egerländer Gmoi zu der „Tat“. Ihr Vorsitzender Helmut Hahn verrät auf Nachfrage unserer Zeitung allerdings nur so viel: Verantwortlich sei eine „männerstarke Familie aus unseren Reihen“ zusammen mit einer weiteren Person aus einem anderen Haushalt – also völlig regelkonform. Um sechs Uhr morgens hätten die Vereinsmitglieder den Stamm in der dafür vorgesehenen Halterung befestigt und ihn mit dem grünen Kranz auf der Spitze und den bunten Bändern auf halber Höhe geschmückt. Die von einem Privatmann gestiftete, schlanke Fichte füllt das große Gestell freilich bei Weitem nicht aus. „Darauf kommt es aber auch nicht an. Ich hoffe, die Leute freuen sich genauso wie wir, dass wir trotz der Umstände ein symbolisches Bäumchen in Geretsried haben“, sagt Helmut Hahn.

Einen Monat soll er stehen: Der Maibaum vor dem Rathaus

Der Egerländer Maibaum steht traditionell nur den Monat Mai über. Er ist nur entrindet und nicht weiß-blau bemalt. Ebenso fehlen die in weiten Teilen Bayerns üblichen Zunftzeichen. „Nackerte“ Bäume gibt es aber auch andernorts, etwa in Königsdorf oder Sachsenkam. „Wir sind hier genau an der Grenze zwischen München mit seinen weiß-blauen Stämmen und dem Landkreis-Süden mit den naturbelassenen“, sagt Hahn.

Auch interessant: Für die Wolfratshauser Maibaumfreunde gab es vor wenigen Wochen eine ganz böse Überraschung.

Standkonzerte in der ganzen Stadt - und sogar in Wolfratshausen

Ein bisschen Feierstimmung kam am Nachmittag in Form von kurzen „Flashmobs“ auf. Um 14 Uhr spielte die Gartenberger Bunkerblasmusik der Egerländer Gmoi zwei Stücke vor dem Baum im Zentrum („Mein Heimatland“ und „Grüße aus dem Egerland“). Ebenso kamen die Menschen am Johannisplatz, am Neuen Platz, auf dem Geltinger Dorfplatz und im Wolfratshauser Krankenhaus in den Genuss eines kleinen Standkonzerts. So ging auch dieser zweite 1. Mai in der Pandemie nicht einfach sang- und klanglos vorüber.

Auch in Icking ist ein Maibaum nach einer Nacht- und Nebelaktion aufgestellt worden. TANJA LÜHR

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