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Detektivarbeit: Mia, Leonie, Jugendsozialarbeiterin Gagy Gomez, Miriam Stiel als Vertreterin der Umweltstation Königsdorf und Valerie. 

Umweltprogramm

Schüler beschäftigen sich mit Mikroplastik - und machen erschreckende Entdeckung

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Junge Umweltcoaches der Karl-Lederer-Mittelschule beteiligen sich seit Februar an einem Umweltaktionsprogramm. Kürzlich setzten sich die Schüler mit Mikroplastik auseinander - und kamen zu einem erschreckenden Ergebnis. 

Geretsried Was haben ein Kaffeefilter und die HandyApp „CodeCheck“ gemeinsam? Ganz einfach: Sie dienen den Umweltcoaches der Karl-Lederer-Mittelschule dazu, Mikroplastik auf die Spur zu kommen. Die elf Schüler aus den siebten Klassen und der Deutschklasse sind Teil des Projekts „Weltaktionsprogramm als Chance: Bildung für nachhaltige Entwicklung trifft Jugendsozialarbeit“. Bayerns Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit fördert es.

Außerhalb ihrer Schulzeit treffen sich die Jugendlichen seit Februar jeden Freitag und bearbeiten bestimmte Themen aus den Bereichen Umweltschutz und Nachhaltigkeit wie Massentierhaltung, Müllvermeidung, Klimawandel und den Chemieeinsatz bei der Herstellung von Lebensmitteln. Kooperationspartner ist die Umweltstation der Jugendsiedlung Hochland in Königsdorf. Fachlich begleitet wird das Projekt vom evangelischem Fachverband für sozial benachteiligte Kinder (EJSA) aus München.

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Bei ihrem jüngsten Treffen setzten sich die im Schnitt 13-Jährigen mit dem Thema Mikroplastik auseinander. Miriam Stiel von der Umweltstation stellte Babyshampoo, Duschgel, Deo, Nagellack und weitere Kosmetikartikel auf den Tisch – und zückte das Handy. „Ich habe hier eine App, die die Inhaltsstoffe auflistet, wenn man den Strichcode scannt“, erklärte sie den Schülern.

Das Ergebnis war erschreckend: Nicht nur, dass viele Inhaltsstoffe als gesundheitsbedenklich eingestuft werden – nein, in der überwiegenden Zahl der Produkte verstecken sich zudem Plastikverbindungen. Kopfschüttelnd betrachtete Mia (13) die Flasche mit dem Babyshampoo. „Das gibt es doch nicht. Da denkt man immer, dass die Pflegemittel für die Kleinen doch gesund sein müssen.“

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Jugendsozialarbeiterin Gabi Gomez verteilte inzwischen Kaffeefilter. „Jetzt machen wir das Mikroplastik sichtbar“, erklärte sie. „Wir mischen beispielsweise das Duschgel mit Wasser und filtern es.“ Gesagt, getan. Eifrig mixten und filterten die Jugendlichen. Valerie (13) deutete auf ein paar helle Rückstände: „Mikroplastik. Igitt.“ Denn, so das Resümee der Untersuchung: „Wir duschen, das Mikroplastik wird weggespült, kann aber nicht im Klärwerk herausgefiltert werden. Also gelangt es in die Meere, wo es die Fische aufnehmen. Und die essen wir dann wieder.“

Die gewonnenen Erkenntnisse möchten die Schüler weitergeben. „Wir wollen Grundschulen besuchen“, kündigte Leonie (13) an. Geplant sind Vorträge und Aktionen. „So können wir den Kindern verdeutlichen, dass jeder auf seine Umwelt achten muss.“

sh

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