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Es grünt so grün: Im Frühjahr ist Kräuterpädagogin Angelika Spöri oft unterwegs, um Wildkräuter zu sammeln. Gerade wachsen an vielen Stellen wilde Nesseln. Doch ernten sollte man nur, was man sicher erkennt. 

Interview mit einer Kräuterpädagogin

Unsicher? Finger weg! Expertin erklärt, worauf beim Kräutersammeln zu achten ist 

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Wer Kräuter nicht kaufen will, kann sie selbst in der Natur sammeln. Worauf dabei zu achten ist und was man beim Sammeln immer dabei haben sollte, erklärt Kräuterpädagogin Angelika Spöri.

Geretsried – Frühlingszeit ist Kräuterzeit. Wer die grünen Gewächse nicht kaufen will, kann sie selbst in der Natur sammeln. Wo das in der Region am besten geht, welche Wildkräuter gerade Saison haben und was beim Streifzug durch die heimischen Wälder und Auen unbedingt zu beachten ist, weiß Angelika Spöri aus Geretsried. Wir haben mit der Ökotrophologin und Kräuterpädagogin gesprochen.

-Frau Spöri, wo in der Region wachsen wilde Kräuter?

Eigentlich überall, man muss nur hinschauen. Allerdings sollte man darauf achten, die Kräuter wegen der Abgase nicht direkt an Straßen zu sammeln. Wege, an denen viele Spaziergänger mit Hunden unterwegs sind, sollte man ebenfalls lieber meiden. Ansonsten gilt: Wenn man Pflanzen entdeckt, kann man die Gelegenheit ergreifen und sie ernten. Kräuter wachsen schnell und verblühen dann bald wieder.

-Welche Pflanzen haben gerade Saison?

Momentan wachsen Bärlauch, Löwenzahn, Brennnessel und Giersch. Huflattich blüht schon länger, Gänseblümchen und Schlüsselblume jetzt auch. Letztere darf man aber nicht sammeln, denn sie steht unter Naturschutz. Das Besondere an Kräutern ist, dass zu fast jeder Jahreszeit andere Pflanzen wachsen.

-Wie kann man genießbare von ungenießbaren Kräutern unterscheiden?

Es braucht seine Zeit, um die verschiedenen Pflanzen unterscheiden zu lernen. Man wird nicht von heute auf morgen zum Experten. Wer auf eigene Faust losziehen möchte, aber sich noch unsicher ist, sollte mehrere Kräuterführungen mitmachen. Dabei lernen die Teilnehmer, die häufigsten Kräuter in der Region sicher zu bestimmen. Außerdem erfahren sie, bei welchen Pflanzen Verwechslungsgefahr mit giftigen Gewächsen besteht.

-Wie erkennt man Kräuter?

In erster Linie ist es das Aussehen, denn jede Pflanze ist eigen. Der Geruch kommt an zweiter Stelle. Die Blätter des Bärlauchs ähneln denen von Maiglöckchen, welche giftig sind. Bärlauch verströmt zwar im Gegensatz zu Maiglöckchen einen intensiven Knoblauchgeruch. Aber wenn ein Maiglöckchen dazwischen ist, riecht man das nicht. Auch der Ort, an dem eine Pflanze wächst, ist keine Orientierungshilfe. Nur darauf zu achten, wäre viel zu gefährlich.

-Was ist zu tun, wenn man trotz allem eine giftige Pflanze gegessen hat?

Jeder, der Wildkräuter sammelt, sollte immer die Nummer des Giftnotrufs parat haben. Wer Bedenken hat, sollte lieber einmal zu oft anrufen als zu wenig, denn der Notruf ist im Falle eines Falles die einzige Lösung. Wenn man sich unsicher ist, gilt grundsätzlich: Finger weg! Das gilt auch für giftige Gewächse und solche, die unter Naturschutz stehen. Die sind schön anzuschauen, aber das genügt auch.

-Was ist beim Kräutersammeln noch zu beachten?

Wir sammeln nur oberirdisch Pflanzenteile. Pflanzen sollten nie ausgegraben werden, um sie im Garten wieder anzupflanzen. Denn nur an der Stelle, wo sie natürlich wachsen, sind die Gegebenheiten wie der Boden und das Klima ideal. Außerdem darf man einen Bestand niemals komplett vernichten, sondern muss immer etwas davon stehen lassen. Nur so kann sich die Natur erholen und den Fortbestand sichern. mh

Info

Die Nummer des Giftnotrufs lautet für ganz Bayern 0 89/1 92 40.

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