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Reportage: Unterwegs mit der Geretsrieder Sicherheitswacht

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Von: Sabine Hermsdorf-Hiss

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Auf Streife: Die SiWa-Mitarbeiter Willi Hieb (li.) und Helmut Mazugo.
Auf Streife: Die Geretsrieder SiWa-Mitarbeiter Willi Hieb (li.) und Helmut Mazugo. © Sabine Hermdorf-Hiss

Seit Anfang März 2020 ist die Sicherheitswacht (SiWa) fester Bestandteil des Geretsrieder Stadtbilds. Unsere Zeitung hat zwei Ehrenamtliche begleitet.

Geretsried – Helmut Mazugo (69) ist seit der Einführung der SiWa dabei, der 59-jährige Wilhelm Hieb stieß ziemlich genau ein Jahr später dazu. Je 40 Stunden Ausbildung lagen hinter dem Duo, bevor sie auf Streife gehen durften: Dazu gehörten unter anderem Fahrzeugeinweisung, Erste Hilfe, Deeskalationstraining und die Nutzung des Funkgeräts.

Die Männer stehen auf dem Karl-Lederer-Platz. „Hier gibt es ein paar Ecken, die gerne von Jugendlichen als Treffpunkt genutzt werden“, sagt Mazugo. Das gibt oft Konfliktstoff. „Zum einen ist es der Müll, zum anderen geht es nicht immer leise zu. Doch irgendwo müssen sie sich ja treffen können“, zeigt er Verständnis. Solange gewisse Regeln beachtet werden, ist also alles gut.

Verbindung zwischen Stadt, Bürgern und Polizei

Erste Station ist die Tiefgarage unter dem Platz. „Ach, hallo, schön, dass ihr wieder da seid“, werden die beiden Männer in ihren blauen Shirts auf dem Weg dorthin von Bürgern begrüßt. Man kennt sich mittlerweile, winkt sich zu, scherzt miteinander. „Wir sind auch schon von Geretsriedern direkt mit der Bitte angesprochen worden, uns den einen oder anderen Platz mal genauer anzuschauen.“ In gewisser Weise sehen sich die Ehrenamtlichen als Verbindung zwischen der Stadtverwaltung, den Bürgern und der Polizei.

In der Tiefgarage deutet Mazugo auf die Zufahrt. „Beliebt ist hier die Rampe, um mit dem Skateboard hinunterzurauschen.“ Auch Sachbeschädigung sei immer wieder ein Thema. Oder schlicht ein technischer Defekt wie eine große Öllache, die sich unter einem Fahrzeug ausgebreitet hat und von den SiWa-Mitarbeitern entdeckt wird. Mazugo hat „umgehend den Hausmeister informiert“.

Treppen sind zum Gehen gedacht - und für nichts anderes

Es geht wieder nach oben Richtung Treppe zur Beletage. Seit Kurzem hängt hier ein Verbotsschild, auch mit Hinweis auf das Privatgelände: Nicht erwünscht ist, auf der Treppe zu sitzen, dort zu essen, Musik zu hören oder Müll zu hinterlassen. Also die Treppe als das benutzen, wofür sie gedacht ist, eben, um hinauf- und hinunterzugehen. Nur, dass sich eben nicht immer alle daran halten.

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Auf der Plattform angekommen, sehen sich die beiden Männer um. „Für uns eine optimale Stelle, um einen Blick über den Karl-Lederer-Platz zu werfen“, sagt Hieb. Heute ist alles ruhig. Nur wenige Passanten sind zu sehen, die meisten von ihnen mit Einkaufstüten in der Hand. Mazugo deutet auf die Böhmwiese. „Ebenfalls ein beliebter Treffpunkt. Allerdings werden auch wir schon von Weitem gesehen – und wenn wir da sind, ist von den jungen Leuten keiner mehr da.“ Der 69-Jährige überlegt kurz. „Dann fragen wir uns natürlich, warum. Denn wenn alles in Ordnung ist, braucht ja keiner abzuhauen.“

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Mazugo und Hieb kontrollieren den Innenhof. „Hier ist gerade der zurückgelassene Müll das Problem“, sagt Hieb. „Wenn wir auf eine Gruppe treffen, versuchen wir mit ihnen zu sprechen – bestimmt aber auch mit einer klaren Anweisung.“ Generell ist es das Ziel der SiWa, mit den Bürgern auf Augenhöhe zu reden und gegenseitiges Verständnis zu wecken. Ein Vorgehen, das in den allermeisten Fällen Erfolg zeitigt. Im Allgemeinen reagieren die Angesprochenen einsichtig. „Sollte jedoch plötzlich einer aggressiv werden oder gar eine Waffe wie eine abgebrochene Flasche ins Spiel kommen, ziehen wir uns zurück und informieren die Kollegen von der Polizei.“

Apropos Kollegen: „Die Zusammenarbeit mit der Polizeiinspektion“, da sind sich die beiden Männer einig, „ist hervorragend.“ Ebenso wie die mit den SiWa-Mitarbeitern aus der Nachbarstadt Wolfratshausen. Mittlerweile waren die Ehrenamtlichen bereits in gemischten Gruppen unterwegs. Hieb: „Man lernt voneinander, ändert seinen Blickwinkel.“

Zudem ist ein gut funktionierendes Netzwerk das A und O für die tägliche Arbeit. „Kürzlich hat uns einer der Isar-Ranger angerufen, ob wir demnächst immer wieder mal an einer bestimmten Stelle am Isardamm vorbeigehen könnten, da hier immer wieder jede Menge Müll vorgefunden wird“, sagt Mazugo. Und welcher Stadtteil ist derzeit das ruhigste? Hier müssen die Männer nicht lange überlegen. „Das Musikerviertel. Da findet man gar nichts zu meckern.“

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