Vertraut mit schwerem Gerät: Christine Pfadisch lenkt als Schneeräumerin tonnenschwere Fahrzeuge.
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Vertraut mit schwerem Gerät: Christine Pfadisch lenkt als Schneeräumerin tonnenschwere Fahrzeuge.

Radlader und Schneeschild sind ihr Metier

Unterwegs mit der Winterdienstbeauftragten Christine Pfadisch

  • Sabine Hermsdorf-Hiss
    vonSabine Hermsdorf-Hiss
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Früher Kosmetikern, jetzt Winterdienst: Christine Pfadisch ist unvermutet in einem Männerjob gelandet. Und er macht ihr richtig Spaß.

Geretsried – Wenn man Christine Pfadisch vor sich sieht, würde man nicht auf die Idee kommen, dass sie in Männerjobs zu Hause ist – und sich dabei pudelwohl fühlt. Im Sommer hilft die zierliche Frau im Familienbetrieb ihres Mannes beim Pflasterbau mit, im Winter räumt sie mit dem Schneeschild vor dem Radlader Wege und Plätze frei.

Dabei kommt die 30-Jährige aus völlig anderen Berufszweigen: „Ich habe drei Berufe gelernt“, zählt sie auf, „Fleischereifachverkäuferin, Fachkraft für das Gastgewerbe und Kosmetikerin.“ Also nichts, was mit den jetzigen Serviceleistungen irgendwie in einem Zusammenhang steht. Das heißt jedoch nicht, dass das Interesse an Technik und Bau bei ihr nicht vorhanden war. Das merkte auch Ehemann Christian, als er die junge Frau, die damals noch in Oberfranken wohnte, via Facebook kennenlernte. Der 40-Jährige lacht. „Wir hatten unser erstes Date quasi im Baumarkt.“

Vertraut mit dem tonnenschweren Fahrzeug

Im November 2019 zog Christine Pfadisch zu ihrem Zukünftigen nach Geretsried, nicht einmal ein Jahr später gab sich das Paar das Ja-Wort. „Und sie brachte sich gleich von Anfang an in der Firma ein, wo sie nur konnte“, schwärmt Christian Pfadisch. Soll heißen, sie lernte auch, wie man einen Radlader fährt und ihn für verschiedene Aufgaben einsetzt. „Zuerst habe ich auf einer Wiese zur Probe geräumt“, erzählt sie. Mittlerweile fühlt sie sich auf dem schweren Gefährt so wohl, dass ihr Mann Christian kaum noch selbst hinter dem Steuerrad Platz nehmen darf. „Jetzt fahre eben ich“, sagt sie und lenkt mit geübter Hand das tonnenschwere Fahrzeug über den Parkplatz und zwischen hier abgestellten Autos hindurch. Vorwärts, rückwärts, wenden, Schneeschild absenken – kein Problem.

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Es ist sieben Uhr morgens und der eben abgearbeitete Auftrag ist nicht der erste ihres Arbeitstages: „Wir sind um zwei Uhr aufgestanden“, erzählt sie. „Wir haben in Ebenhausen angefangen. Schließlich müssen wir ja fertig sein, bevor beispielsweise die Firmen anfangen und ihre Mitarbeiter eintreffen.“ Ein großer Auftraggeber ist neben privaten Haushalten der Maschinenring Wolfratshausen. Eines stört die 30-Jährige diesen Winter. Sie deutet auf den überschaubaren Schneeberg, den sie zur Seite geschoben hat. „Definitiv zu wenig“, sagt sie und lacht. „Da bin ich anderes gewohnt.“

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