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Ein Gemeinschaftsbeet haben Kinder aus dem Jugendtreff Ein-Stein zusammen mit Lena Gneist (re.) in Stein angelegt. Weitere Projekte dieser Art könnten folgen.

Neues Projekt in Geretsried

Urbane Gärten: Jeder darf ernten

Geretsried – Die Gärtnerin Lena Gneist legt mit Kindern ein erstes Hochbeet in Geretsried an. Zusammen mit dem Jugendtreff Ein-Stein wurde ein Urban-Gardening-Projekt realisiert.

Das erste Urban-Gardening-Projekt – zu Deutsch: „urbaner Gartenbau“ – wurde am Freitag in Stein verwirklicht. Die gelernte Gärtnerin Lena Gneist hatte es im Leitbild-Prozess als Bürgerprojekt vorgeschlagen. Bei sonnigem Wetter bepflanzten ein Dutzend Erwachsene und Kinder ein von der Stadt gestiftetes Hochbeet in einem Garten am Steiner Ring 24. Das Grundstück gehört zur Wohnanlage der Baugenossenschaft, das Beet soll aber für alle Steiner zugänglich sein.

Inken Domany vom städtischen Umweltamt erklärte den Mädchen und Buben vom Jugendtreff Ein-Stein, womit sie die Holzkiste befüllen sollen: zuunterst mit Zweigen, dann mit einer Schicht halb verrottetem Kompost, anschließend mit Pferdemist und zuoberst mit Erde und Humus. Die Kinder im Grundschulalter schaufelten alles der Reihe nach in den Behälter. Zum Schluss setzten sie die vorgezogenen Pflanzen ein. Inken Domany hatte Kohlrabi, Cocktailtomaten, Salat, Petersilie und ein paar Blümchen besorgt.

Die Kinder, die jeden Freitagnachmittag im Jugendtreff die Gruppe „Einsteiger“ unter der Leitung von Irina Pfafenrod und Daniela Kießling besuchen, werden das Hochbeet von nun an regelmäßig gießen. Auch Dagmara Sosnowska, Leiterin des Programms „Integration aktiv“ mit Büro am Steiner Ring wird bei Trockenheit zur Gießkanne greifen. Die Bürger sind ebenfalls zur Pflege, aber auch zum Ernten eingeladen. Braucht jemand mal ein paar Blättchen frische Petersilie, darf er sich gerne an dem öffentlichen Beet bedienen.

Sollte der erste Urban-Gardening-Versuch gut ankommen, will die Stadt weitere Hochbeete im Stadtgebiet aufstellen. „Wir haben Flyer verteilt. Wer Interesse an einem Gemeinschaftsbeet in seinem Viertel hat, soll sich beim Umweltamt melden“, sagte Domany. „Es wäre schön, wenn vor allem Kinder wieder ein Bewusstsein für die Natur bekommen würden, indem sie selbst säen und ernten“, meinte Walter Winzker, der Lebensgefährte von Initiatorin Lena Gneist. Urban Gardening ist nicht nur eine soziale, sondern auch eine ökologische Form des Gartenbaus. Es wird kein chemischer Dünger verwendet, es fallen keine weiten Fahrten an und auch kein Verpackungsmüll wie beim Kauf von Gemüse und Kräutern im Supermarkt.

von Tanja Lühr

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