Ihre Kreuzchen bei der Bundestagswahl machen dieses mal wohl viele lieber zu Hause.
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Wo das Kreuzchen machen? Das ist die entscheidende Frage bei Wahlen. Wenn man die Sache ernst nimmt, ist das gar nicht so einfach.

U18-Wahl von 14. bis 17. September

Videoclip des Kreisjugendring stellt die Direktkandidaten der Bundestagswahl vor

Wählen gehen, ist wichtig. Um schon mal zu üben, finden von 14. bis 17. September die U18-Wahlen statt. Dafür hat der Kreisjugendring ein launiges Video gemacht.

Bad Tölz-Wolfratshausen/Geretsried – Wie Wählen funktioniert, ist schnell erklärt. Komplizierter wird es, wenn es darum geht, wo das Kreuz hinsoll, also wer und welche Partei die eigenen Interessen in Berlin am besten vertritt. Auf beides will die U18-Wahl junge Menschen vorbereiten. Als Entscheidungshilfe haben die Organisatoren im Landkreis nun ein kurzweiliges Video veröffentlicht, in dem sich alle zehn Direktkandidaten für den Stimmkreis 223 Bad Tölz-Wolfratshausen/Miesbach vorstellen. In den Nebenrollen: ein Hund und eine Sonnenbrille.

Bundestagswahl 2021 in Bad Tölz-Wolfratshausen: Video stellt Direktkandidaten für Jugendliche vor

Die Kandidaten standen wie berichtet Anfang August im Geretsrieder Jugendzentrum Saftladen vor der Kamera. Nun haben die beiden Hobbyfilmer Tim Vesper (22) und Korbinian Stangler (21) aus Königsdorf den Clip fertiggestellt. Er soll Gelegenheit bieten, die zehn Kandidaten persönlich zu erleben, um sich seine Meinung bilden oder schärfen zu können. „Auch für Erwachsene absolut sehenswert“, findet Kreisjugendpflegerin Verena Peck.

Verena Peck, Kreisjugendpflegerin.

Achteinhalb Minuten dauert das Video – nicht viel Redezeit für die Kandidaten. Deswegen stellt Manuel Papapicco (21) aus Bad Tölz, er schlüpft in die Rolle des Moderators, den zehn Frauen und Männern die Aufgabe, aus 40 vorgeschlagenen Schwerpunkten fünf auszusuchen, die sie in den Bundestag einbringen wollen. Sie stehen auf Zetteln, die die Kandidaten an einen Turm aus Wasserkästen heften. Ganz oben stehen bei Erich Utz (Linke), Karl Bär (Grüne) und Jan-Philipp van Olfen (ÖDP) die zeitnahe Klimaneutralität.

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Marinus Thurnhuber (Bayernpartei) und Florian Merkl von der Satirepartei „Die Partei“ haben beide den Schwerpunkt „Abschaffung der Frauenquote“ verwendet, um das Wort „Frauenquote“ durchzustreichen. Thurnhuber will sich stattdessen lieber von der Erbschaftssteuer verabschieden. Merkl hat „Männerquote“ auf das Blatt geschrieben und sich einen zusätzlichen Zettel an die Brust geklebt, auf dem zu lesen ist: „Frauen an die Macht“. Die Reform des Bildungssystems hat für Béatrice Vesterling (FDP) Priorität. Bei Hannes Gräbner (SPD) steht die Vier-Tage-Arbeitswoche auf dem obersten Wasserkasten.

Bundestagswahl 2021: Direktkandidaten sprechen über Partei-Programme

An der nächsten Station im Saftladen erzählen die Kandidaten, was sie sich von einer guten Fee wünschen würden. Die Palette reicht von der Aufhebung der Maskenpflicht für Schüler (Susanne Ehlers, die Basis), über Frieden für alle Menschen und den Sieg über den Hunger auf der Welt (Alexander Radwan, CSU) bis hin zum Wunsch, dass man sich mehr zuhört und andere Meinungen zulässt (Christian Kaul, Freie Wähler). Zum Schluss hat jeder Kandidat zehn Sekunden Zeit, um den Zuschauer von sich zu überzeugen.

+++ Alle Infos zur Bundestagswahl, Bayern-Umfragen vor der Wahl und Ergebnisse am Wahltag finden Sie in unserem großen Überblicksartikel zur Bundestagswahl in Bayern. Alle Direktkandidaten und den genauen Zuschnitt des Wahlkreises Miesbach/Bad Tölz-Wolfratshausen hier. +++

Darüber hinaus bereiten die Organisatoren der U18-Wahl einen Veranstaltungstag vor. Unter dem Titel „Polit(o)ur“ fahren Vertreter der Jugendorganisationen der Parteien am Mittwoch, 15. September, durch den Landkreis. Um 15 Uhr ist die Gruppe im Jugendhaus LaVida in Wolfratshausen, um 17 Uhr im Saftladen in Geretsried und um 19 Uhr im Tölzer Jugendcafé. Sollte die „Polit(o)ur“ pandemiebedingt nicht möglich sein, findet nur eine abendliche Podiumsdiskussion statt, die live gestreamt wird.

U18-Wahl: Jugendliche wählen ihre Kandidaten vor der Bundestagswahl

Gewählt wird von 14. bis 17. September an den weiterführenden Schulen. Bis auf zwei machen alle 27 mit, so Peck. Die Kreisjugendpflegerin hofft auf eine hohe Wahlbeteiligung. „Ganz viele der Jugendlichen werden bei der nächsten Bundestagswahl in vier Jahren wählen dürfen“, sagt Peck. Die U18-Wahl sei eine Vorbereitung auf das höchste demokratische Gut. Darüber hinaus hofft Peck, dass die Erwachsenen, die am 26. September ihre Stimme abgeben dürfen, das Ergebnis der U18-Wahl zumindest wahrnehmen. „Junge Menschen haben kein Sprachrohr. Aber sie leben auch hier und haben ein Recht, gehört zu werden.“

Das Video gibt es online auf www.kjr-toel.de

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