Drei Kameras, einer von zehn Direktkandidaten und jede Menge Herzblut: Der Arbeitskreis um (hinten v. li.) Sandra Kresta (Kreisjugendring), Sabine Grasberger (katholische Jugendstelle) und Kreisjugendpflegerin Verena Peck zieht die U18-Wahl von Jahr zu Jahr professioneller auf.
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Drei Kameras, einer von zehn Direktkandidaten und jede Menge Herzblut: Der Arbeitskreis um (hinten v. li.) Sandra Kresta (Kreisjugendring), Sabine Grasberger (katholische Jugendstelle) und Kreisjugendpflegerin Verena Peck zieht die U18-Wahl von Jahr zu Jahr professioneller auf.

BUNDESTAGSWAHL

U18-Wahl im Fokus: Viele Aktionen für Schüler und Jungwähler geplant

Ein Clip, eine BR-Sendung und eine „Polit(o)ur“: Zur diesjährigen U18-Bundestagswahl sind viele Aktionen für Schüler und Jungwähler geplant.

Geretsried – Gleich zwei Kamerateams waren kürzlich im Jugendzentrum Saftladen am Werk. Hinter dem großen Aufgebot steckt die U18-Bundestagswahl, bei der Jugendliche heuer von 14. bis 17. September im Landkreis ihre Stimme abgeben können. Diesmal ist auch ein Reporterteam der BR-Sendung „Respekt“ dabei.

Aber von vorne: Seit 2017 organisiert ein Arbeitskreis bestehend aus Vertretern der Kinder- und Jugendarbeit jedes Jahr U18-Wahlen an den weiterführenden Schulen in Bad Tölz-Wolfratshausen – immer einige Tage vor der Erwachsenenwahl. Damit sich die Schüler ab der fünften Klasse vorab gut informieren können, soll es heuer erstmals einen Videoclip geben.

Für den standen nun nacheinander alle zehn Direktkandidaten im Wahlkreis vor der Kamera. „Alle waren bereit mitzumachen“, sagt Kreisjugendpflegerin Verena Peck erfreut. Für hinter der Linse hatte Sandra Kresta, Geschäftsführerin des Kreisjugendrings, bewusst junge Filmemacher gesucht. Fachinformatiker Tim Vesper (22) und Physikstudent Korbinian Stangler (21) aus Königsdorf drehen hobbymäßig beziehungsweise freiberuflich und freuen sich, die U18-Wahl unterstützen zu können. „Es ist wichtig, wählen zu gehen und wichtig, sich zu informieren, damit man richtig wählt“, sagt Vesper.

Clip stellt Kandidaten vor

Der Clip soll am Ende maximal zehn Minuten lang werden und die Kandidaten jugendgerecht vorstellen. Ergänzend dazu erklärt der Arbeitskreis auf der Homepage des Kreisjugendrings, wie die Bundestagswahl überhaupt abläuft. Auch das ist natürlich vor allem für Schüler gedacht, aber Sandra Kresta ergänzt augenzwinkernd: „Ich würde auch jedem Erwachsenen empfehlen, da mal unauffällig draufzuschauen.“

Bei der U18-Bundestagswahl 2017 gingen 2231 Mädchen und Buben an die Wahlurnen. „Damals haben wir das relativ kurzfristig aus dem Boden gestampft“, erinnert sich Rudi Mühlhans, Geschäftsführer des Trägervereins Jugend- und Sozialarbeit Geretsried. Dennoch habe die Veranstaltung eine „irrsinnige Welle gemacht“, so Verena Peck. Alle weiterführenden Schulen hätten mitgemacht. Es folgten die Landtags-, die Europa-, die Kommunalwahl und heuer wieder eine Bundestagswahl. „Wir haben uns extrem professionalisiert“, sagt Peck.

Wahlrecht nicht mehr zeitgemäß

Ihre Kollegen und sie hoffen auch heuer auf eine gute Wahlbeteiligung. Und sie hoffen, dass sich die Erwachsenen bei der Bundestagswahl am 26. September an dem Votum der Heranwachsenden, also den Themen, die ihnen wichtig sind, orientieren. Denn es sei schon unfair, dass die Hälfte der Wahlberechtigten über 50 Jahre alt ist oder Familien mit vier Personen so viele Stimmen, also die der beiden Eltern, haben wie deren Großeltern. So hört es Rudi Mühlhans immer wieder.

Und was hat es nun mit dem BR-Filmteam auf sich, das auch noch im Saftladen war? Es begleitet die komplette U18-Wahl im Landkreis für einen Beitrag über das Wahlrecht. Wie alle „Respekt“-Sendungen soll auch diese „demokratische Grundwerte für alle junge Menschen verständlich erklären“, sagt Regisseur Thomas Hauswald. Der Ausstrahlungstermin wird noch bekannt gegeben. Thematisiert werden soll dabei auch die Diskussion um die Wahl ab 16 Jahren. Hauswald: „Wenn man sich ,Fridays for Future‘ anschaut, habe ich das Gefühl, die Jugendlichen sind politischer als vor vier Jahren.“

„Polit(o)ur“ für Schüler und Jungwähler

Junge Politikerinnen und Politiker stellen sich bei der „Polit(o)ur“ den Fragen von U18-Wählern und Jungwählern (18 bis 27 Jahre). Station machen sie am Mittwoch, 15. September, um 15 Uhr im Jugendhaus La Vida in Wolfratshausen zum Speeddating, um 17 Uhr im Jugendzentrum Saftladen in Geretsried zur Fishbowl-Diskussion und um 19 Uhr im Jugendcafé in Bad Tölz zur Podiumsdiskussion. Letztere wird zusätzlich live gestreamt unter www.kjr-toel.de/bundestagswahl. Mit dabei sind Vertreter der Parteien beziehungsweise Jugendorganisationen, die einen Direktkandidaten im Wahlkreis Bad Tölz-Wolfratshausen/Miesbach stellen. 

sw

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