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Vom Trio zum Duo: Nachdem Marcel Sternkopf (Mitte) aus dem Vorstand der IGG ausgeschieden ist, führen Andreas Janka (li.) und Paul Reichhold die Geschäfte.

„Unvorhergesehene Umstrukturierungsphase“

Da waren’s nur noch zwei: Darum legt der Vorsitzende der Industriegemeinschaft sein Amt nieder

Bei der Industriegemeinschaft Geretsried (IGG) gibt es wieder einen Wechsel im Vorstand: Für Marcel Sternkopf wird ein Nachfolger gesucht.

Geretsried – Marcel Sternkopf hat sein Amt als Vorsitzender der Industriegemeinschaft Geretsried (IGG) nach nicht einmal einem Jahr niedergelegt. Daher kam es im Vorstand zu einer „unvorhergesehenen Umstrukturierungsphase“, teilen die beiden verbliebenen Vorstände Paul Reichhold und Andreas Janka auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Sie suchen jetzt Verstärkung.

„Es waren persönliche Gründe, die mit seiner beruflichen Veränderung zu tun haben“, erklären Reichhold und Janka, warum Sternkopf zurückgetreten ist. Der ehemals Selbstständige habe als Angestellten zu einem großen IT-Dienstleister und -Zulieferer in München gewechselt. Für eine Stellungnahme war Sternkopf selbst nicht zu erreichen. Die Homepage seiner IT-Firma SecureHead GmbH & Co. KG in Gelting ist offline.

In den vergangenen Jahren gab es einige Wechsel im Vorstand der IGG. Erst löste Andreas Janka von der Firma Ehgartner Jochen Pelz ab, der zehn Jahre im Vorstand war. Vergangenes Jahr verabschiedeten sich Dr. Wolfgang Schumann (Rudolf GmbH) und Matthias Hanfstingl (Klaus Hanfstingl Verlag GmbH) nach nur fünf Jahren. Sternkopf und Reichhold (Pana Foamtec GmbH) nahmen deren Plätze ein. „Ich bin ein Netzwerker-Typ und möchte wieder Bewegung in die Sache bringen“, hatte Sternkopf damals angekündigt.

Sein Weggang habe aktuell keine große Auswirkung für die IGG, betonen Janka und Reichhold. „Gemäß Satzung ist man auch mit zwei Vorständen beschlussfähig.“ Man sei jedoch sehr bemüht, rasch wieder die vorhergesehene Anzahl an Vorstandsmitgliedern zu erreichen. Bei einer geplanten außerordentlichen Mitgliederversammlung Mitte Juli soll ein weiteres Vorstandsmitglied gewählt und der neue Vorsitzende bestimmt werden.

Mit der Arbeit seit Mitte 2018 sind Janka und Reichhold zufrieden. „Nach einem Jahr mit dem neuen Vorstand kann man zufriedenstellend bilanzieren“, sagen die beiden. Man habe die Agenden der Vorgänger übernommen und weitergeführt. Die IGG werde Schritt für Schritt ins digitale Zeitalter überführt, beispielsweise mit einem neuen Auftritt im Internet. In den nächsten Monaten wolle man die Vernetzung und den Austausch der Mitglieder verbessern. „Auch das weitere Wachstum des Vereins wurde als Zielsetzung ausgegeben – dafür stehen wir und das wünschen wir uns auch“, so die Vorstände. Aktuell würden zirka 50 Betriebe zur IGG gehören.

In der Öffentlichkeit ist es um den 72 Jahre alten Interessensverband still geworden. 2016 hatte es zu Spannungen mit der Stadt geführt, als der Stadtrat den Gewerbesteuer-Hebesatz nach 23 Jahren um fast 20 Prozent anhob. Der damalige Vorstand Jochen Pelz hatte der Stadt im Vorfeld Wirtschaftsfeindlichkeit vorgeworfen.

In der Diskussion um den Bau des neuen Quartiers auf dem ehemaligen Lorenz-Areal – einem Wohngebiet inmitten von Gewerbebetrieben – war von der IGG nichts zu hören. Die benachbarte Bauer Group, Mitglied der Interessensvertretung, will wie berichtet mit allen Mitteln gegen die Pläne vorgehen und hat der Stadt sogar mit Abwanderung gedroht. Wie berichtet möchte die Firma Krämmel, ebenfalls ein Mitgliedsbetrieb der IGG, fast 770 Wohnungen an der Banater Straße bauen. Der Stadtrat hat dem Vorhaben zugestimmt, die Bauanträge liegen zur Prüfung beim Landratsamt. Die IGG bezog nie öffentlich Stellung zu dem Projekt.

Das Verhältnis zwischen Stadt und IGG beschreiben Janka und Reichhold auf Nachfrage als „vertrauensvoll und gut“. Der Vorstand pflege einen kontinuierlichen Austausch mit der Stadt über Themen, die die Wirtschaftstreibenden interessieren. „Die Kommunikation wird von beiden Seiten gesucht und aufrecht erhalten“, so die Vorstände. Man denke über weitere Formate des Austauschs nach, etwa Podiumsdiskussionen oder Kamingespräche. Im Rathaus sollen die Geretsrieder Unternehmen im Juli einen neuen Ansprechpartner bekommen.

Wirtschaftsförderung wird neu besetzt

Zum 1. Juli wird das verwaiste Büro der Wirtschaftsförderung im Rathaus neu besetzt. Wie berichtet hat Annette Hilpert ihren Posten Mitte März geräumt. Sie war etwas mehr als fünf Jahre Wirtschaftsförderin der Stadt. „Zum 1. Juli werden wir jemand neues begrüßen“, sagt Ute Raach, geschäftsführende Beamtin, auf Nachfrage unserer Zeitung. Die Information, ob es diesmal ein Mann oder wieder eine Frau sein wird, hält die Verwaltung noch unter Verschluss. Es habe aber großes Interesse an der Ausschreibung bestanden. „Wir haben richtig Auswahl gehabt“, so Raach. Bis der oder die neue MitarbeiterIn die Aufgaben in den Bereichen Wirtschaftsförderung, Stadtentwicklung und Stadtmarketing übernimmt, erledigt dies Ute Raach. „Das ist nicht wenig“, sagt die geschäftsführende Beamtin. Sie habe sich etwa in die Thematik des Baustellenmanagements – es wurde für die Maßnahme „Neue Mitte“ eingerichtet – eingearbeitet. Sie ist an der Organisation von Märkten beteiligt und fungiert als Breitbandpatin und Ansprechpartnerin für Firmen.

sw

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