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Familienkutsche mit Tretantrieb: Angelika Graf mit ihrem umweltfreundlichen Lastenfahrrad, das sich zum Transport von Kind und Einkauf eignet. 

Sie finden ein Lastenfahrrad super

Warum sich die Familie Graf ohne Probleme von ihrem Auto getrennt hat

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Man braucht als Familie nicht zwingend ein Auto: Ein Lastenfahrrad tut es auch. Diese Erfahrung hat die Familie Graf gemacht. 

Geretsried – Das Töchterchen, der Familienhund und die Einkäufe: All das kann Angelika Graf in ihrem Transporter verstauen. „Ich bin total begeistert“, schwärmt die Geretsriederin. Sie spricht nicht von einem Auto mit besonders großem Kofferraum, sondern von ihrem Lastenfahrrad, das sie sich angeschafft hat. Ihren VW Golf hat die 30-Jährige im Gegenzug verkauft.

Die Produktmanagerin lebt mit Ehemann und Kind in Gartenberg. Bis zum Herbst 2018 hatte die Familie zwei Autos: einen Skoda und einen VW Golf. „Den Golf haben wir verkauft, als wir gemerkt haben, dass das mit dem Lastenfahrrad gut funktioniert“, berichtet die Mutter im Gespräch mit unserer Zeitung. Das Rad hatten sich die Grafs im vergangenen Sommer angeschafft. Sie testeten es aus und entschieden sich im Herbst zum Verkauf ihres Zweitwagens.

Ein Lastenfahrrad mit Elektorantrieb? Macht 3500 Euro 

Besagtes Lastenrad war ein gebrauchtes. 1000 Euro investierten die Eheleute in den umweltfreundlichen, fahrbaren Untersatz. „Wir waren gespannt, ob wir wirklich so viele Autofahrten mit dem Lastenrad ersetzen können“, berichtet die 30-Jährige. Und tatsächlich: Die Familie nutzte das Gefährt sogar bei Regenwetter. Sämtliche Besorgungen in Geretsried und Wolfratshausen erledigt Graf nun mit ihrem Zweirad. Die Infrastruktur in den beiden Städten sei super, vor allem der „Radl-Highway“ in Geretsried, gemeint ist damit der Radweg im Stadtwald. Und recht viel langsamer sei sie mit dem Drahtesel auch nicht.

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Das erste Jahr brachte auch eine Erkenntnis: „Wir verkaufen das alte Lastenrad und schaffen uns ein elektrisches an.“ Wird das Strampeln zugunsten der Umwelt doch zu anstrengend? „Nein, so ist es nicht“, sagt die Geretsriederin und schmunzelt. „Aber ich möchte meinen Radius erweitern.“ Den Degerndorfer Berg will sie damit bezwingen. „Runter geht, nur rauf bin ich mit dem Lastenrad nicht gekommen.“ Die E-Version schlägt natürlich gleich mit einem anderen Preis zu Buche: 3500 Euro werden investiert. „Dafür bekommt man auch ein gebrauchtes Auto“, sagt die Mutter. „Aber wir wollten was Ordentliches, und das ist es uns wert.“

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Graf würde sich wünschen, dass die Stadt ein Förderprogramm auflegt – so wie es Wolfratshausen getan hat. Seit 2019 zahlt die Kommune die Hälfte der Anschaffungskosten bei elektrischen Rädern und Lastenrädern. In der Nachbarstadt sind wie berichtet gut ein Dutzend Anträge gestellt wordenKann sich die Familie vorstellen, auch noch auf den Skoda zu verzichten? „Vielleicht“, sagt die Produktmanagerin. „Wenn man wirklich ein Auto braucht, könnte man sich ja tageweise eins leihen.“

Förderprogramm

„Nachhaltige Mobilität“ – so nennt sich ein seit 2019 gültiges Förderprogramm der Stadt Wolfratshausen. Es bezuschusst unter anderem den Kauf von Pedelecs. In Geretsried gibt es so ein Programm bislang nicht. Aber einige Bürger interessieren sich offensichtlich für das Thema. „Bei unserer Energiemanagerin und im Vorzimmer des Bürgermeisters sind bislang vielleicht vier, fünf erste Anfragen angekommen“, sagt die Geschäftsführende Beamtin im Rathaus, Ute Raach, auf Nachfrage. Ob Geretsried nachzieht, ist offen. „Um ein Förderprogramm aufzulegen, müssen zum einen finanzielle Mittel im Haushalt beschlossen werden“, erklärt Raach. „Des Weiteren ist an personelle Ressourcen zu denken, die für die Prüfung und Abwicklung der Anträge vorhanden sein müssen.“ Auch inhaltlich sollte das Programm gut durchdacht, und die Kriterien müssten überprüfbar sein. Aber es sei denkbar, sich nach den Erfahrungen in der Nachbarstadt zu erkundigen und ein entsprechendes Konzept zu erstellen.

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