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Gerhard Meinl ist zwar kein aktiver Musikant mehr, aber er engagiert sich in vielen nationalen Gremien für die Musik.

Es ist häufig in Kirchen zu hören

Was Gerhard Meinls Lieblingslied ist

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In Geretsried spielt Musik eine große Rolle. Zum Tag der Musik hat sich unsere Zeitung in Geretsried umgehört und gefragt: Was ist Ihr Lieblingslied? Die Ergebnisse sind teilweise überraschend. 

Geretsried– Instrumentenbauer von Weltrang, erfolgreiche Chöre und Ensembles: Geretsried ist eine unglaublich musikalische Stadt. Zum Tag der Musik, den der Deutsche Musikrat an diesem Freitag zum elften Mal im gesamten Bundesgebiet ausruft, haben wir uns umgehört. Wir wollten von vier Geretsriedern, die täglich mit Musik zu tun haben, folgendes wissen: Welche Bedeutung hat Musik für sie? Und was ist ihr Lieblingslied?

Ein Geretsrieder ist selbst Teil des Deutschen Musikrats: Gerhard Meinl gehört dem Präsidium seit 2017 an. „Ich engagiere mich dort, um in der pluralen Gesellschaft der Musik einen Platz zu geben“, sagt der 61-Jährige. Gleichzeitig sitzt Meinl im Aufsichtsrat der Projektgesellschaft des Deutschen Musikrats, die beispielsweise Träger von Wettbewerben wie „Jugend musiziert“ und Einrichtungen wie das Bundesjazz- oder Bundesjugendorchester ist.

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Meinl stammt aus einer musikalischen und traditionsreichen Familie, die im Egerland seit 1810 und später nach der Vertreibung in Geretsried Blasinstrumente fertigte. Im Alter von fünf Jahren drückten ihm seine Eltern eine Blockflöte in die Hand. „Das Spielen lernte ich privat bei Lehrer Gustav Schenk von der Hauptschule“, erinnert sich der Wahl-Geltinger. „Und eigentlich geht zu Weihnachten immer noch die Blockflöte“, meint er schmunzelnd. „Richtig gelernt habe ich Trompete.“ Akkordeon und Klavier spiele er eher „mäßig“. Aber: Das Anspielen einer Tonleiter gehe auf allen Instrumenten (Saxophon, F-Tuba und Oboe), die das Familienunternehmen herstellte, immer noch. Vor sechs Jahren wurde der Betrieb verkauft. Trotzdem ist Meinl „weiterhin maßgeblich“ an der Unternehmensgruppe beteiligt.

Als Schüler spielte der Geretsrieder Trompete – unter anderem im Schulorchester des Tölzer Gymnasiums und später in der Formation MG Sesam, vornehmlich bei Jugendmessen in Kirchen in ganz Oberbayern. Das erklärt wohl auch Meinls Liebe zu einem ganz besonderen Lied: „Großer Gott, wir loben Dich“, ein deutsches Kirchenlied, das Ignaz Franz 1771 nach dem Te Deum aus dem vierten Jahrhundert verfasst hatte. Auch wenn die Zeit als aktiver Musikant längst vorbei ist, ist der Jurist überzeugt: „Musik ist mein Leben.“

Angelika Dörfler lernte mit sechs Jahren Klarinette

Quasi in die Wiege gelegt wurde die Musik Angelika Dörfler. Schon ihr Urgroßvater und ihr Vater fertigten Klarinetten. „Die Musik ist mein Beruf und meine Berufung geworden“, sagt die 51-Jährige, die den Familienbetrieb in vierter Generation führt. Im Alter von etwa sechs Jahren lernte sie das Klavierspielen. Mit der Ausbildung zur Holzblasinstrumenten-Macherin kam das Klarinettenspiel dazu. Auch zum Saxofon greift Dörfler gerne. Seit 26 Jahren ist sie in der Stadtkapelle Starnberg aktiv. „Wenn ich spiele, merke ich, dass ich nicht mehr aufhören will“, gesteht die Handwerksmeisterin. „Je länger ich übe, desto mehr gibt es mir.“ Wenn Dörfler wenig Zeit zum Spielen hat, macht sie das „unzufrieden“.

Wenn Angelika Dörfler Klarinette spielt, will sie am liebsten gar nicht mehr aufhören.

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Mit der Antwort auf die Frage nach dem Lieblingslied hat die Geretsriederin ein Problem. „Das eine Lieblingslied gibt es bei mir nicht“, meint sie. „Im Blasmusik-Bereich gefällt mir der Maxglaner-Zigeunermarsch“, wird sie konkreter. „Auch Stücke von Herbert Pixner, wie den Vierteljahrhundertwalzer, mag ich sehr.“ Aufgewachsen ist die Tochter von Roland und Beatrix Dörfler allerdings mit ganz anderen Tönen: Da wummerte der Sound der Hard-Rock-Band AC/DC aus den Boxen. „Auch Schlagersängerin Vicky Leandros hat ein super Lied“, sagt Dörfler. „Und die Schiwago-Melodie, gesungen von Karel Gott, hat sich mir ins Gedächtnis eingebrannt, als Kind durch meine Eltern.“ Auch einige Songs von Musikern der 2010er Jahre findet die Geretsriederin „genial“. Nur eins geht für sie gar nicht: Musik von Schlagersängerin Helene Fischer.

Anna-Theresa Buxbaum liebt „One Moment in Time“

Ihr Hobby zum Beruf gemacht hat Anna-Theresa Buxbaum. Die Lehrerin an der Geretsrieder Musikschule begeisterte sich schon im Alter von fünf Jahren für ein Streichinstrument – die Geige – und hat zu Hause von klein auf viel gesungen. „Aber erst am Gymnasium bin ich in einen Chor eingetreten, also mit zehn Jahren.“

Anna-Theresa Buxbaum bei einer Probe des Damen-Vokalensembles „Gaudeamus“ in der Musikschule.

Ihr Lieblingslied ist „One Moment in Time“ von Whitney Houston. „Die Melodie und der Text, dass man an sich glauben soll, hat mich sehr berührt“, gesteht Buxbaum. „Wir haben den Chorsatz bei meinem letzten Schulkonzert als Abiturientin aufgeführt. Einen Tag später fuhr ich zur Aufnahmeprüfung für mein Musikstudium.“ Daran erinnere sie sich immer wieder gerne.

Seit 2018 ist Buxbaum, die neben Geige auch Klavier spielt, an der Musikschule tätig. Dort leitet sie das Damen-Vokalensemble „Gaudeamus“. Auch privat singt die 32-Jährige gern, und zwar im Isura-Madrigal-Chor. Außerdem ist sie in wechselnden Projektensembles als Geigerin oder Sängerin aktiv.

Roland Hammerschmied beruhigt böhmische Musik 

Roland Hammerschmied gibt bei einer Probe in der Kirche Heilige Familie den Einsatz.

Als Sänger, Chorleiter, Musikanten und Dirigenten kennt man Roland Hammerschmied. All das macht der 52-Jährige in seiner Freizeit. Denn von Beruf ist der zweifache Familienvater Sicherheitsmeister in einem Geretsrieder Chemie-Betrieb. Sein erstes Instrument lernte er im Alter von fünf Jahren. „Aber es war kein Instrument, sondern ein Stück Gartenschlauch mit einem Tenorhorn-Mundstück auf der einen und einem Trichter auf der anderen Seite“, erzählt der Geretsrieder lachend. „Den habe ich mir so hingedreht, dass er wie ein Posthorn ausgeschaut hat.“ Darauf habe er zu Hause „Lieder“ gespielt, während sein Vater ab und zu mal Tenorhorn gespielt hat.

Inzwischen hat Hammerschmied eine ganze Instrumentensammlung in seinem Keller. Zum Gartenschlauch gesellten sich Heimorgel, Gitarre, Akkordeon, Schlagzeug, Tenorhorn, Baryton, Tuba, Trompete, Flügelhorn und Posaune. „Neu dazu kamen vor ein paar Jahren der E-Bass sowie der Kontrabass. Aber richtig gelernt habe ich keines der Instrumente, die ich spiele“, meint der Leiter der Gartenberger Bunkerblasmusik. „Es wurde mir immer ein bisschen gezeigt, und den Rest habe ich mir selber beigebracht.“

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Gelernt hat Hammerschmied hingegen das Singen, und zwar über neun Jahre. „Deshalb ist für mich das Wichtigste meine Stimme und das Singen.“ Das Erlernte gibt der Kulturpreisträger erfolgreich weiter. Das Vocal-Ensemble „Mixed Voices“, das er vor über 25 Jahren gegründet hat, zählt zu den erfolgreichsten in Oberbayern.

Auch Hammerschmied kann die Frage nach dem Lieblingslied nicht in einem Satz beantworten. „Das eine Lieblingslied gibt es bei mir nicht“, sagt der Geretsrieder. Vielmehr gebe es für ihn Lieblingsmusik. „Das ist

mit viel Herz gespielte böhmische Blasmusik, die ich auch selbst sehr gern spiele“, verrät der Familienvater. „Damit bin damit aufgewachsen. Sie beruhigt mich in allen Lebenslagen.“

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