Eine erhobene Faust
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Eine Geldstrafe erhielt ein Geretsrieder, weil er einen Mann verprügelte

Streit wegen 100 Euro

Prügel auf der Restaurant-Toilette: Geldstrafe für Geretsrieder

  • vonRudi Stallein
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100 Euro wollte der Geretsrieder ausleihen. Weil er die nicht bekam, prügelte er auf einen Mann ein. Das Amtsgericht verurteilte den 42-Jährigen, der seine Tat im Alkohol-Rausch vergessen hatte.

Geretsried/Wolfratshausen – Dass er auf der Toilette eines Restaurants einen anderen Gast verprügelt hat, erfuhr ein Geretsrieder (42) erst am nächsten Tag. „Freunde haben mir erzählt, dass ich einem Mann Stress gemacht habe“, erzählte der Produktionshelfer vor Gericht. Er selbst hatte an den Vorfall, der sich am 12. Juni des vorigen Jahres gegen 19.45 Uhr in einem Geretsrieder Restaurant ereignet hatte, keine Erinnerung. Nun wurde er vom Amtsgericht Wolfratshausen wegen vorsätzlicher Körperverletzung zu 6000 Euro Geldstrafe (150 Tagessätze) verurteilt.

Der Angeklagte war volltrunken - und wollte Geld

„Mindestens zehn Bier und sechs Slibowitz“ will der Angeklagte nach eigenen Angaben an jenem Tag konsumiert haben, bevor es am Abend zu der besagten Auseinandersetzung kam. Der Anlass dafür war eigentlich banal. „Er hat mich gefragt, ob ich ihm 100 Euro gebe. Ich habe nein gesagt“, erklärte der Geschädigte. Daraufhin habe ihm der Angeklagte zunächst den Weg versperrt. „Dann schlug er auf mich ein“, berichtete der Zeuge, der neben Kopfschmerzen eine langwierige Gesichtsschwellung davongetragen hatte und zehn Tage nicht arbeiten konnte.

Er erinnert sich nicht. Aber wir haben recherchiert, dass es so gewesen sein muss.“

Verteidiger des Angeklagten

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„Er erinnert sich nicht. Aber wir haben recherchiert, dass es so gewesen sein muss“, erläuterte der Verteidiger des Geretsrieders den Vorfall. Deshalb habe sein Mandant sich nach der Tat bei seinem Opfer entschuldigt und 500 Euro Schmerzensgeld angeboten. Das war dem Geschädigten zu wenig, weil schon das Trinkgeld, dass er wegen der Krankschreibung verloren habe, höher gewesen sei als der angebotene Betrag. In der Verhandlung einigten sich der Angeklagte und der Geschädigte nun auf eine Summe von 1200 Euro als Wiedergutmachung für das entgangene Trinkgeld und die erlittenen Schmerzen.

Urteil: 150 Tagessätze zu jeweils 40 Euro

Unter Einbeziehung eines früheren Urteils – eine Geldstrafe wegen Trunkenheit im Straßenverkehr, die noch nicht vollständig beglichen ist –, wurde der Angeklagte zu einer Geldstrafe von nunmehr 150 Tagessätzen zu je 40 Euro, insgesamt 6000 Euro verurteilt. Die zwölfmonatige Führerscheinsperre aus der vorherigen Verurteilung bleibt bestehen.  rst

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