„Thema ist in der Politik angekommen“

„Weiterhin einmischen“: Besonderer Verein treibt Inklusion im Landkreis voran

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Seit 1986 gibt es den Verein zur Förderung der gemeinsamen Erziehung behinderter und nicht behinderter Kinder im Landkreis. Bei der jüngsten Versammlung wurde klar: Es gibt noch viel zu tun. 

Geretsried – Lange bevor die UN-Behindertenrechtskonvention Richtlinien für ein integratives Bildungssystem und damit die Inklusion behinderter Menschen durchsetzen konnte, gründete sich 1986 der Verein zur Förderung der gemeinsamen Erziehung behinderter und nicht behinderter Kinder im Landkreis. Dass der aus 110 Mitgliedern bestehende Zusammenschluss trotz einiger positiver politischer Entwicklungen weiterhin notwendig ist, betonte Vorsitzende Elli Wilfling am Dienstagabend in der Jahreshauptversammlung im evangelischen Gemeindehaus an der Egerlandstraße. „Das Thema Inklusion ist in der Politik angekommen und muss nun weiterverfolgt werden: Wir müssen uns weiterhin einmischen“, forderte Wilfling.

In ihrem Rechenschaftsbericht verwies sie auf die vielen Aktivitäten des Vereins. So wird neben integrativen Spielgruppen auch ein von Norbert Spiegl geleiteter Sportabend im Champini-Kindergarten an der Adalbert-Stifter-Straße angeboten. Zudem probt die Initiative „Theater für alle“ im Seniorenheim St. Ursula die Aufführung von Stücken. Vorträge, Info-Stände und Filmveranstaltung runden das Angebot ab. Eine positive Resonanz gab es auch auf die „Vereinsbücherei“ in der Stadtbücherei. Ein Jahr lang standen dort in einem Regal informative Ratgeber und Kinderbücher zum Thema Inklusion. Versuche, ein solches Angebot auch in den Stadtbüchereien von Wolfratshausen oder Bad Tölz anzubieten, scheiterten bisher an den begrenzten Kapazitäten der Einrichtungen.

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Sorgen bereitet einigen Vereinsmitgliedern das Bundesteilhabegesetz, das in den kommenden Jahren vollständig in Kraft treten soll. Es soll zu einer höheren Effizienz der Eingliederung von behinderten Menschen führen. Vereinsmitglied Thomas Gania äußerte jedoch Zweifel an der Wirksamkeit. Er befürchtet, dass der leistungsberechtigte Personenkreis eingeschränkt werde, die Bevormundung durch Behörden steige und sich der geplante Bürokratie- und Kostenabbau nicht realisieren lasse.

Am Ende der Versammlung bestimmten die Mitglieder per Akklamation den Vorstand, der sich aus Elli Wilfling, Cosima Miess, Ursula Klier, Norbert Spiegl und Gunther Becker zusammensetzt. Die konkrete Aufgabenverteilung erfolgt nach interner Absprache. ph


Rubriklistenbild: © dpa / Fredrik von Erichsen

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