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Das „Actors“-Team: (v. li.) Wolfgang Selig, Dennis Calilhanna und Martina Roth von der Baugenossenschaft, Dagmara Sosnowska und Rudi Mühlhans vom Trägerverein sowie Bürgermeister Michael Müller und der stellvertretende Bauamtsleiter Andreas Porer von der Stadt.

Geretsried bekommt Zuschlag für das Programm "Actors of Urban Chance" 

"Weltstadt im Isartal"

Geretsried - Die Stadt Geretsried nimmt mit 19 europäischen Großstädten am Programm „Actors of Urban Chance“ teil.

Barcelona, Bologna, Berlin – mit diesen und 16 weiteren Großstädten nimmt Geretsried am europaweiten Programm „Actors of Urban Change“ teil. Gefördert werden soll die Integration in Stein. Das am Ende sichtbare Ziel ist für Bürgermeister Michael Müller ein eigenes Bürgerhaus für den Ortsteil.

Als „Weltstadt im Isartal“ bezeichnete Müller gestern in einem Pressegespräch Geretsried. Die 24 000-Einwohner-Stadt ist einer der kleinsten Teilnehmer an dem Programm, das von der Organisation MitOst und der Robert-Bosch-Stiftung ins Leben gerufen wurde. In der ersten Runde von 2013 bis 2015 waren unter anderem Barcelona, Athen und Bratislava dabei. Für 2015 bis 2017 wurde neben Metropolen wie Istanbul unter 130 europäischen Städten, davon zehn deutsche, Geretsried ausgewählt. „Damit hätte ich nie gerechnet“, gestand Rudi Mühlhans vom Trägerverein Jugend- und Sozialarbeit (TVJSA). 

Worum es bei „Actors of Urban Change“, zu deutsch etwa „Darsteller des städtischen Wandels“, geht, erklärte Bürgermeister Müller. Bei dem Projekt sollen Vertreter aus Kultur, Verwaltung und Wirtschaft Hand in Hand arbeiten. Die Kultur vertreten im Fall Geretsried Rudi Mühlhans und Dagmara Sosnowska, die Integrationsbeauftragte beim TVJSA. Seitens des Rathauses kümmern sich Bürgermeister Müller und der stellvertretende Bauamtsleiter Andreas Porer darum, „Stein voranzubringen“ (Porer). Die Partner aus der Wirtschaft sind Baugenossenschafts-Geschäftsführer Wolfgang Selig mit seinen Mitarbeitern Dennis Calilhanna und Martina Roth. „Uns gehören sehr viele Häuser und Grundstücke in Stein. Wir kennen das Viertel und seine Bewohner wie kaum ein anderer“, sagte Selig.

Ziel ist ein eigenes Bürgerhaus im Ortsteil Stein 

Das „Actors“-Team wird sich in den kommenden beiden Jahren darum bemühen, die zahlreichen ausländischen Mitbürger in Stein noch besser einzugliedern, dem Ortsteil zu einer eigenen Identität zu verhelfen und ihn besser mit den anderen Ortsteilen zu vernetzen. „Das am Ende sichtbare Ziel soll ein Bürgerhaus sein“, erklärte Müller, der einen solchen Treffpunkt schon in seinem Wahlkampf gefordert hatte.

 „Actors of Urban Change“ und die ebenfalls geplante Teilnahme am Bund-Länder-Förderprogramm „Soziale Stadt“ würden dabei ineinandergreifen, erklärte Porer. Wie Sosnowska berichtete, soll eine Reihe von Gesprächen mit Menschen mit Migrationshintergrund im Frühjahr 2016 den Anfang zu dem Projekt bilden. Es gebe so viel über die Ursprungsländer, die politischen Zusammenhänge und den Neuanfang in Deutschland zu erzählen.

Die Stadt bekommt vom Verein MitOst und der Robert-Bosch-Stiftung je 5000 Euro für Material und Referenten. Die Reisekosten der Teammitglieder zu fünf „Academy Meetings“ mit den anderen Teilnehmern werden ebenfalls übernommen. Die Auftaktveranstaltung für die zweite Runde fand kürzlich in Berlin statt. Die Bundeshauptstadt verwirklichte zwischen 2013 und 2015 einige soziale Wohnprojekte dank des Förderprogramms. Es sei möglich und erwünscht, sich mit anderen Actors, zum Beispiel im russischen Krasnojarsk oder im griechischen Mesolongi, bei Besuchen oder zumindest übers Internet auszutauschen, sagte Sosnowska.

Die „Weltstadt im Isartal“ kann natürlich auch selbst einladen, um den anderen Teilnehmern ihre ganz besondere Struktur, wegen der sie für das Programm ausgewählt wurde, zu zeigen.

Tanja Lühr

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